Wie wirken Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum auf die Umwelt? Neue Methoden für die Evaluation

Projekt

Mohn und Kornblumen, Blüte am Ackerrand (c) BLE, Bonn/Thomas Stephan
Mohn und Kornblumen, Blüte am Ackerrand (© BLE, Bonn/Thomas Stephan)

Entwicklung und Anwendung neuer Methodengerüste für die Evaluation der Umweltwirkungen durch die Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum

Wie soll die Bereitstellung öffentlicher Umweltgüter wie zum Beispiel Biodiversität durch die Agrarpolitik gefördert werden? Diese Frage wird in den Debatten zur künftigen EU-Agrarpolitik stark diskutiert. Um sie zu beantworten, werden robuste Methodengerüste zur Bewertung von Umwelteffekten gegenwärtiger und zukünftiger Politikmaßnahmen benötigt.

Hintergrund und Zielsetzung

Wie wirken sich Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum (EPLR) auf die Umwelt aus? Dies zu evaluieren, stellt uns vor  eine Reihe methodischer Herausforderungen. Hierzu gehören beispielsweise unklare Kausalitäten zwischen den Politikmaßnahmen und den beobachteten Veränderungen der Wirkungsindikatoren, das Identifizieren von Kontrollgruppen bei Maßnahmen, die großflächig implementiert sind und das Quantifizieren von Nettowirkungen. Ziel des Projektes ist es, diese methodischen Herausforderungen zu reduzieren und neue Evaluationsinstrumente zur Bewertung von Umweltwirkungen der EPLR zu entwickeln und zu testen.

Vorgehensweise

Im Rahmen von Fallstudien zu diversen Umweltgütern testen wir die effiziente Anwendung geeigneter Indikatoren und neuer methodischer Entwicklungen zur Evaluation von Umweltwirkungen auf Mikro- und Makro-Ebene. Eine enge Zusammenarbeit mit Evaluatoren, Monitoringorganisationen, Agrarministerien und der EU-Kommission hilft, unsere Ergebnisse zu validieren. Dabei berücksichtigen wir, dass die ausgewählten Evaluationsmethoden zum einen verschiedene Daten erforderlich machen und dass sich zum anderen die Verfügbarkeit der Daten in den jeweiligen Fallstudien-Regionen voneinander unterscheidet. Die Ergebnisse der Fallstudien liefern uns die Grundlage für die Entwicklung eines methodischen Leitfadens zur Evaluation von Umweltwirkungen der EPLR.

Daten und Methoden

Wir nutzen eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen und Methoden. Dabei können wir in den Fallstudien-Regionen zum einen auf existierende Monitoringdaten zu verschiedenen Umweltindikatoren, zum Beispiel zu Feldvögeln und Nährstoffbilanzen, als auch auf Daten des europäischen Testbetriebsnetzes und Förderdaten der europäischen Agrarpolitik zurückgreifen. Wir identifizieren Datenlücken und untersuchen deren Auswirkungen auf die Effektivität der Umweltevaluation. Die Methoden, die wir in den Fallstudien getestet haben, umfassen zum Beispiel verschiedene ökonometrische, bio-physikalische oder integrierte Modellansätze bis hin zu qualitativen Methoden zur Untersuchung der Wirkungszusammenhänge zwischen Politikmaßnahmen und Umwelteffekten.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Fallstudien in sieben Mitgliedsstaaten der EU unterstreichen, dass Datenverfügbarkeit bzw. -zugang zu den größten Hemmnissen für eine effektive Evaluation der Umweltwirkungen der EPLRs gehören. Eine frühzeitige Integration der Evaluationsanforderungen in bestehende Datenerhebungen (z.B. die Berücksichtigung von Teilnehmern und nicht-Teilnehmern in Monitoring-Programmen) hat das Potenzial, die Kosten-Effektivität der Umweltevaluation deutlich zu erhöhen. Bei der Vorstellung der Ergebnisse bei der Abschlusstagung in Brüssel mit Stakeholdern aus Forschung, Verwaltung und Politik, sowie bei einem Seminar für die EU-Kommission, wurde der im Projekt entwickelte methodische Leitfaden diskutiert, der mit Hilfe von sogenannten ‚Logic Models‘ den Evaluatoren eine Schritt-für-Schritt Hilfestellung bei der Auswahl von geeigneten Indikatoren und Methoden gibt. Weitere Ergebnisse und Projektberichte sind auf der Projektwebseite www.envieval.eu verfügbar.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

1.2013 - 2.2016

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

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  1. Zilans A, Schwarz G, Tonderski K, Bruneniece I, Abolina K, Veidemane K, Offermann F (2016) Report on the conceptual framework of the ecosystem services approach for improved policy integration : Deliverable D6.2 BONUS MIRACLE project. Bruxelles: European Commission, 69 p
  2. Wolff A, Schwarz G, Osterburg B, Offermann F (2016) Report on the cost-effectiveness of the evaluation approaches : Report D7.2 [Bericht zur EU-Kommission, ENVIEVAL project (Grant Agreement No. 312071)]. Bruxelles: European Commission, 99 p
  3. Balazs K, Tóth P, Centeri C, Podmaniczky L, Schwarz G, Wolff A, Bergschmidt A, Offermann F, Osterburg B, Aalders I, Miller DC, Morrice J, Gimona A, Vlahos G, Smyrniotopoulou A, Artell J, Aakkula J, Toikkanen H, Povellato A, Longhitano D, et al (2015) ENVIEVAL : Development and application of new methodological frameworks for the evaluation of environmental impacts of rural development programmes in the EU (Project Reference: 313071) : Area 2.1.4: Socioeconomic research and support to policies ; KBBE.2012.1.4-08: Executive summary of case study results (Deliverable D6.3). Bruxelles: European Commission, 27 p
  4. Schwarz G, Wolff A, Bergschmidt A, Offermann F, Osterburg B, Aalders I, Miller D, Morrice J, Vlahos G, Smyrniotopoulou A, Artell J, Aakkula J, Toikkanen H, Povellato A, Longhitano D, Lasorella V, Morkvenas Z, Navickas K, Gulbinas J, Jefanovas A, et al (2015) Fact sheets of the tested indicators and methods : Report D8.1 [Bericht zur EU-Kommission, ENVIEVAL project (Grant Agreement No. 312071)]. Bruxelles: European Commission, 64 p
  5. Morkvenas Z, Navickas K, Gulbinas J, Jefanovas A, Schwarz G, Wolff A, Offermann F, Osterburg B, Aalders I, Miller D, Morrice J, Vlahos G, Smyrniotopoulou A, Artell J, Aakkula J, Toikkanen H, Povellato A, Longhitano D, Lasorella V, Balazs K, et al (2015) Methodological Handbook for the evaluation of environmental impacts of RDPs : Report D9.5 [Bericht zur EU-Kommission, ENVIEVAL project (Grant Agreement No. 312071)]. Bruxelles: European Commission, 152 p

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