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Projekt

Modellierung der Gemeinsamen Agrarpolitik Politiken nach 2027


Federführendes Institut MA Institut für Marktanalyse

© Katalin Balázs

Ausbau der Kapazitäten und Analyseinstrumente zur Unterstützung und Modellierung der Gemeinsamen Agrarpolitik Politiken nach 2027

Agrarpolitiken verändern sich und damit müssen auch die Instrumente zur Analyse dieser Politiken angepasst werden. Ziel des Forschungsprojektes ist es, die IMAP-Modelle (Integrated Modeling Platform for Agricultural Economics and Resource Policy Analysis) der Europäischen Kommission CAPRI, MAGNET und AGMEMOD sowie GLOBIOM für zukünftige Politikanalysen anzupassen, insbesondere im Hinblick auf die Abbildung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU und ihrer Auswirkungen auf ökonomische, soziale (einschließlich gesundheitliche), ökologische und klimatische Nachhaltigkeitsaspekte.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Gemeinsame Agrarpolitik ist ein zentrales Instrument der Europäischen Union zur Unterstützung des Agrarsektors, zur Gewährleistung der Ernährungssicherheit und zur Förderung der ländlichen Entwicklung. Sie ist auch ein wichtiges Instrument, um die Ziele des europäischen Green Deal zu erreichen, einschließlich der Farm-to-Fork-Strategie und der Biodiversitätsstrategie. Mit diesen Strategien strebt die EU nachhaltigere Lebensmittelsysteme an. Die effektive Unterstützung der Politikfolgenabschätzung in diesem neuen Kontext stellt eine große Herausforderung für die existierenden quantitativen Modellierungsinstrumente dar, da diese eine erhebliche Verbesserung der thematischen Abdeckung erfordern, um alle Komponenten des europäischen Green Deal umfassend zu berücksichtigen und die Konsistenz mit existierenden Monitoringsystemen zu gewährleisten.

Dieses Projekt reagiert auf diese Herausforderung, indem es die Analysekapazität der wichtigsten Politikinstrumente (CAPRI, GLOBIOM, MAGNET, AGMEMOD) verbessert, die von der Europäischen Kommission verwendet werden, um die kurz- und langfristigen Auswirkungen von Politiken auf die Agrar- und Ernährungssysteme der EU zu bewerten. So können wissenschaftlich fundierte Analysen zur Gestaltung und Bewertung der Agrar- und Ernährungspolitik nach 2027 beitragen.

Wir wollen einen konsistenten, interdisziplinären methodischen Rahmen entwickeln, um relevante Aspekte des EU-Agrar- und Ernährungssystems und der damit verbundenen Politiken nach 2027 sowie deren wirtschaftlichen, sozialen (einschließlich gesundheitlichen), ökologischen und klimatischen Nachhaltigkeitsauswirkungen abzubilden und zu quantifizieren.

Wir werden uns mit den Hauptschwächen der aktuellen Modelle befassen und eine modulare Toolbox für die Modellierung des EU-Lebensmittelsystems entwickeln. Wir wollen einen Raum für die Zusammenarbeit und eine Infrastruktur für die Modellierung in der gesamten Agrar- und Ernährungsforschungsgemeinschaft und darüber hinaus schaffen, die ein Umfeld für Innovationen bietet.

Vorgehensweise

Im Projekt werden mehrere Datenbanken und Module entwickelt, die in einem oder mehreren der vier Modelle CAPRI, GLOBIOM, MAGNET und AGMEMOD integriert werden. Darüber hinaus werden diese über eine von unserem Projektpartner IIASA aufgebaute Plattform öffentlich zugänglich gemacht werden.

Am Thünen-Institut für Marktanalyse werden wir eine Datenbank aufbauen, die die Politiken der GAP und andere relevante Politiken für den Agrarsektor beschreibt. Diese Datenbank wird zunächst die Grundlage für den Aufbau eines Moduls für AGMEMOD sein, mit dem Ziel, dieses Modul auch in CAPRI, GLOBIOM und MAGNET zu implementieren. Dieses Modul wird es ermöglichen, Politikänderungen mit den Modellen auf eine konsistente, standardisierte und harmonisierte Weise zu simulieren.

Am Thünen-Institut für Betriebswirtschaft werden wir eine Erweiterung für die bestehenden Modelle entwickeln, die es uns ermöglicht, die menschliche Nachfrage nach Nahrungsmitteln und das Konsumverhalten detaillierter zu modellieren. Zurzeit wird die menschliche Nachfrage in Form von Rohwarenäquivalenten modelliert. Im Gegensatz dazu wird sich die Erweiterung mit dem Verzehr verarbeiteter Lebensmittel befassen und Daten aus Umfragen zum Lebensmittelverzehr nutzen. Mit diesem Tool können wir genauer untersuchen, wie verändertes Ernährungsverhalten im Detail aussehen kann und wo Politikinstrumente ansetzen sollten, um diese Veränderungen effektiv zu erreichen.

Weiter wird das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft das Arbeitspaket 6 leiten, dessen Ziel es ist, eine effektive, vernetzte und integrierte quantitative Politikfolgenabschätzung für die GAP nach 2027 zu erstellen und dabei die im Rahmen des Projektes entwickelten verbesserten Modelle zu nutzen. Konkret wird das Projektteam gemeinsame kurz- bis langfristige Baselines für alle vier Modelle festlegen, die als Referenz für die Politikfolgenabschätzung dienen. Die quantitative Bewertung der künftigen Agrar- und Ernährungspolitik der EU erfolgt in zwei Phasen: einer beschleunigten Analyse und einer abschließenden Analyse. Bei der beschleunigten Analyse werden vorhandene Modelle ohne Verbesserungen genutzt, um zentrale und aktuelle Fragestellungen innerhalb der ersten zwei Jahre des Projektes zu adressieren. Dieser Schritt wird die Schwächen der bestehenden Modelle aufzeigen und so als Basis dienen, um die Modelle im Laufe des Projektes zu verbessern. Darauf aufbauend werden bei der abschließenden Analyse alle neuen Module in die Modelle integriert, um Wege zu einem nachhaltigeren Lebensmittelsystem in der EU zu entwickeln.

Links und Downloads

Projekt in CORDIS

Thünen-Ansprechperson

Verena Laquai

Dr. Verena Laquai

Telefon
Zur Zeit wegen Bauarbeiten nicht zu erreichen
verena.laquai@thuenen.de

Beteiligte externe Thünen-Partner

Geldgeber

  • Europäische Union (EU)
    (international, öffentlich)

Zeitraum

3.2024 - 2.2029

Weitere Projektdaten

Projektstatus: läuft

Publikationen

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