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Projekt

CatchHedge - Kohlenstoffspeicherung in Hecken und Feldgehölzen



© Thünen-Institut/Sophie Drexler
Blühende Schlehenhecke neben einer Agrarfläche bei Leidendorf, Bayern

Kohlenstoffsequestrierung in Hecken und Feldgehölzen (CatchHedge)

Hecken sind Klimaschützer: Neuanpflanzungen von Hecken auf Ackerflächen haben ein großes Potential zum Klimaschutz beizutragen. Denn Hecken können fast so viel Kohlenstoff pro Hektar wie Wälder speichern.

Hintergrund und Zielsetzung

Hecken und Feldgehölze erbringen vielfältige Ökosystemleistungen, wie Boden- und Erosionsschutz, Verbesserung des Mikroklimas, Produktion von Brennholz und Futtermitteln, und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Bislang kaum beachtet ist das Potential der Anlage neuer Hecken für den Klimaschutz. Werden Hecken neu angelegt, kann zusätzliches CO2 in der aufwachsenden Biomasse und als Humus im Boden langfristig gebunden werden.

Gemäß Bundes-Klimaschutzgesetz soll der Beitrag des Sektors Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) zum Klimaschutz gestärkt werden. Die Anpflanzung von Hecken bietet ein erhebliches Potential, in den Agrarlandschaften wesentlich mehr Kohlenstoff zu speichern als bisher und somit die C-Senkenfunktion zu erhöhen. Allerdings haben Landwirte viele Vorbehalte gegen Neuanpflanzungen. Sie befürchten einen erhöhten Arbeitseinsatz für die Pflege, Verlust von Ackerfläche oder geringere Erträge durch Schattenwurf.

Im Projekt CatchHedge wollen wir die Neuanlage von Hecken und Feldgehölzen als Klimaschutzoption umfassend quantifizieren und bewerten. Dabei berücksichtigen wir die möglichen positiven oder negativen Effekte auf angrenzende landwirtschaftliche Flächen und die Biodiversität. Wir betrachten verschiedene Nutzungsoptionen und kalkulieren die Rentabilität der Bewirtschaftung von Hecken. Mit einer ökonomischen Gesamtbetrachtung wollen wir aufzeigen, wie ein Förderprogramm zum Heckenausbau effizient ausgestaltet und implementiert werden kann.

Zielgruppe

Politik, landwirtschaftliche Praxis, Beratung, Wissenschaft, interessierte Fachöffentlichkeit

Vorgehensweise

Das Projekt wird gemeinschaftlich von den Thünen-Instituten für Agrarklimaschutz, Biodiversität, Betriebswirtschaft, Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen und Ökologischen Landbau durchgeführt. Um den Heckenausbau als Klimaschutzoption zu optimieren und implementierungsfähig zu machen, führen wir folgende Schritte durch:

  • Erhebung von Daten zum lokalen Wasserhaushalt von Heckenlandschaften und zu Ertragseffekten angrenzender landwirtschaftlicher Kulturen sowie Erfassung des Artenreichtums an zwölf bestehenden Heckenstandorten.
  • Modellierung der Biodiversitätswirkung von Hecken und Entwicklung von Szenarien zu Heckenneuanlagen in der Agrarlandschaft zur Optimierung der positiven Effekte für Biodiversität und Biotopverbund.
  • Analyse alternativer Nutzungsoptionen von Hecken wie Laubfutter, Schutzgehölze für Tiere, Nutzgehölze, Agrarholzproduktion sowie der Gewinnung und Nutzung von Pflanzenkohle.
  • Wirtschaftlichkeitsanalysen der verschiedenen Nutzungsoptionen des Heckenanbaus unter Einbeziehung von Erlösen aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten.
  • Ausweisung von Zielregionen für den Heckenausbau unter Berücksichtigung von fachlichen Restriktionen und Synergien.
  • Abschätzung des nationalen Umsetzungspotentials von Klimaschutzhecken.
  • Bewertung der möglichen Umsetzungsoptionen zur Förderung von Hecken und Ableitung der Implementationskosten auf Basis der Rentabilitätsanalysen.

Unsere Forschungsfragen

  • Welchen Beitrag können neue Hecken als CO2-Senke zum Klimaschutz in Deutschland leisten?
  • Welcher Flächenanteil und welche räumliche Verteilung von Hecken ist optimal zur Förderung der Biodiversitätsziele?
  • Welche Nutzungs- und Verwertungsmöglichkeiten bestehen zur Inwertsetzung von Hecken?
  • Welche Kosten entstehen für die einzelnen Betriebe bei der Heckenneuanlage und-pflege in unterschiedlichen Regionen?
  • Wie sollten die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen zur Förderung von Heckenneuanlagen ausgestaltet werden?

Publikationen zum Projekt

  1. 0

    Schütze B, Plaas E, Wegmann J (2024) Sozioökonomische Analyse zum Aufbau von Klimaschutzhecken. Schr Gesellsch Wirtsch Sozialwiss Landbaues 59:365-367

  2. 1

    Schmidt F, Kruse M, Paulsen HM (2023) Hecken in der Landwirtschaft = effiziente Kohlenstoffspeicher [online]. Trenthorst: Thünen-Institut für Ökologischen Landbau, 4 p, Praxiswissen Hecken 02/2023, zu finden in <https://www.thuenen.de/media/institute/lv/Projekt-Downloads-pdf/CatchHedge/2023_02__Hecken-in-der-Landwirtschaft_effiziente-Kohlenstoffspeicher.pdf> [zitiert am 28.11.2023]

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn067253.pdf


Newsletter "Praxiswissen Hecken"

Während der Projektlaufzeit veröffentlichen wir in regelmäßigen Abständen Ergebnisse aus dem Projekt in unserem Newsletter "Praxiswissen Hecken". Wollen Sie keine Ausgabe verpassen? Dann melden Sie sich für den Newsletter unter catchhedge@thuenen.de an.

 

(PDF-Dokumente, nicht barrierefrei)

2024/03: Die beste Hecke für die Artenvielfalt - wie sieht sie aus?

2024/02: Förderung für Heckenneuanlage und -pflege: Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

2024/01: Rechtlicher Status von Hecken

2023/02: Hecken in der Landwirtschaft = effiziente Kohlenstoffspeicher

2023/01: CO2-Bindung durch Hecken – wieviel Klimaschutz ist möglich?

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