Weiter zum Inhalt
Ökologischer Betrieb
Ökologischer Betrieb
Institut für

BW Betriebswirtschaft

Projekt

Ökonomische Bewertung von Lebensmittelsicherheit im Hinblick auf Zoonosen


Federführendes Institut BW Institut für Betriebswirtschaft

Zoonosen stellen eine Gefahr für die globalen Lebensmittelwarenketten dar
© BfR

Ökonomische Bewertung von Lebensmittelsicherheit im Hinblick auf Zoonosen

Welche wirtschaftlichen Folgen haben Lebensmittelkrisen? Und was kostet es, die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen? Diese Fragen untersuchen wir in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung zu sogenannten Zoonosen, das sind von Tieren auf Menschen übertragbare Infektionskrankheiten.

Hintergrund und Zielsetzung

Infektionskrankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragbar sind, sogenannte Zoonosen, haben in den vergangenen Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. Als Gründe für diese Einschätzung führt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) unter anderem das Bevölkerungswachstum, die zunehmende Mobilität und Veränderungen in der Tierzucht und -haltung auf. Das BfR koordiniert das Forschungsvorhaben „Zoonosen und Lebensmittelsicherheit entlang globaler Warenketten“ (ZooGloW). Es befasst sich mit dem Gefährdungspotenzial und den Sicherheitsaspekten von Zoonosen in den Warenketten für Schweine- und Geflügelfleisch.


Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens bearbeiten wir am Thünen-Institut für Betriebswirtschaft das Projekt „Ökonomische Bewertung von Lebensmittelsicherheit im Hinblick auf Zoonosen“. Dazu untersuchen wir zum einen die möglichen Auswirkungen einer Lebensmittelkrise in Bezug auf die Anpassungsreaktionen der Verbraucher wie bspw. der temporäre Rückgang der Nachfrage nach dem betroffenen Produkt. Zum anderen schätzen wir Kosten und Nutzen einer Erhöhung der Lebensmittelsicherheit ab. Es geht vor allem darum, den finanziellen Aufwand von erweiterten Kontroll- und Präventionsmaßnahmen und einer verbesserten Diagnostik von Zoonoseerregern in Fleischerzeugnissen zu quantifizieren. Schließlich gehen wir in dem Projekt der Frage nach, was es kostet, besondere Strategien der politischen und behördlichen Kommunikation einzusetzen, wenn Krisen zu bewältigen sind oder ihnen vorzubeugen ist.

Vorgehensweise

Mit dem Vorhaben wollen wir zunächst die potenziellen Auswirkungen von Lebensmittelkrisen auf das Nachfrageverhalten der Konsumenten abschätzen.
Beispielhaft betrachten wir dazu die Ereignisse um dioxinbelastete Futtermittel im Jahr 2011 und untersuchen, ob und wie sich der Fleischkonsum verändert hat.
Zudem wollen wir die Kosten- und Nutzeneffekte von Präventionsmaßnahmen im Hinblick auf Zoonosen bei Fleischprodukten analysieren, die das Risiko der Entstehung einer Lebensmittelkrise verringern könnten. Schließlich gehen wir der Frage nach, welche kommunikationspolitischen Handlungsoptionen bei Lebensmittelkrisen eine wichtige Rolle spielen und wie diese ökonomisch bewertet werden können.

Daten und Methoden

Als Datengrundlage zur Analyse der Auswirkungen dioxinbelasteter Futtermittel auf den Fleischkonsum dient ein Ausschnitt aus dem GfK-Frischepanel. Dieses beinhaltet Wochendaten des Marktforschungsunternehmens zum Einkauf diverser Schweinefleisch-, Geflügel- und Rindfleischprodukte (sowohl Bio als auch konventionell) und umfasst Informationen über Absatzkanäle und soziodemographische Eigenschaften der Haushalte. Anhand statistisch/ökonometrischer Auswertungsverfahren wollen wir mögliche Substitutionseffekte untersuchen und den Einfluss soziodemographischer Faktoren analysieren. Zudem betrachten wir den Einfluss der Medienberichterstattung auf das Nachfrageverhalten während der Dioxinkrise.
Für die Bewertung möglicher Präventionsmaßnahmen im Hinblick auf Zoonosen führen wir Kosten- Nutzenanalysen durch. Relevante kommunikationspolitische Handlungsoptionen bei Lebensmittelkrisen identifizieren und analysieren wir über Experteninterviews mit den entsprechenden Akteuren.

Zeitraum

10.2013 - 12.2016

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

  1. 0

    Rieger J, Weible D, Anders S (2017) "Why some consumers don't care": heterogeneity in household responses to a food scandal. Appetite 113:200-214, DOI:10.1016/j.appet.2017.02.038

  2. 1

    Rieger J, Weible D (2017) Analyse der Nachfragereaktionen auf den Dioxinskandal: Sind die Medien oder letztendlich Konsumgewohnheiten entscheidend? Schr Gesellsch Wirtsch Sozialwiss Landbaues 52:113-134

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn058966.pdf

  3. 2

    Rieger J, Hansen H (2017) Zoonosen und Lebensmittelsicherheit entlang globaler Warenketten (ZooGloW) : Teilvorhaben: Ökonomische Bewertung von Lebensmittelsicherheit im Hinblick auf Zoonosen ; Abschlussbericht. Braunschweig: Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, 54 p

  4. 3

    Rieger J, Kuhlgatz C, Anders S (2016) Food scandals, media attention and habit persistence among desensitised meat consumers. Food Policy 64:82-92, DOI:10.1016/j.foodpol.2016.09.005

  5. 4

    Rieger J, Kuhlgatz C (2015) Analyzing consumer demand during food scandal: the case of dioxin contaminated feed in Germany and the media : 29th International Conference of Agricultural Economists ; Milano, Italy, 8.8.-14.8.2015 [online]. Milano: IAAE, 31 p, zu finden in <http://purl.umn.edu/212197> [zitiert am 02.10.2015]

  6. 5

    Rieger J, Weible D (2015) Changes in consumers' meat demand during the Dioxin scandal in Germany: the role of the media and consumer attitudes. Jb Österr Gesellsch Agrarökon J Austrian Soc Agric Econ 25:87-96

  7. 6

    Efken J, Krug O, Rieger J (2015) Der Markt für Fleisch und Fleischprodukte [online]. German J Agric Econ 64(Supplement):31-48, zu finden in <http://www.gjae-online.de/inhaltsverzeichnisse/pages/protected/show.prl?params=recent%3D1%26type%3D4&id=796&currPage=&type=4> [zitiert am 02.03.2015]

    Nach oben