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Die Messung von Tagesgängen der Kohlenstoffdioxid-Flüsse mit manuellen Hauben startet vor Sonnenaufgang (Großes Moor bei Gifhorn, 04:45 Uhr).
© Thünen-Institut/AK
Die Messung von Tagesgängen der Kohlenstoffdioxid-Flüsse mit manuellen Hauben startet vor Sonnenaufgang (Großes Moor bei Gifhorn, 04:45 Uhr).
Institut für

AK Agrarklimaschutz

Projekt

ICOS-D


Federführendes Institut AK Institut für Agrarklimaschutz

© Thünen-Institut/AK
Beobachtungsstandort Gebesee

Nationaler Beitrag zum Integrierten Kohlenstoff-Beobachtungssystem (ICOS)

Treibhausgase kennen keine Ländergrenzen. Zur Überwachung der Atmosphäre bauen europäische Forscher gemeinsam das  „Integrated Carbon Observation System“ auf. Es sieht europaweit kontinuierliche Messungen von Treibhausgasen vor.

Hintergrund und Zielsetzung

ICOS ist eine dezentrale europaweite Forschungsinfrastruktur mit drei Messprogrammen, die über den ganzen Kontinent und seine Randmeere verteilt sind. Nicht nur die Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre, sondern auch die Emissionen aus fossilen Quellen und die Abgabe bzw. Aufnahme durch die Landökosysteme und die Ozeane werden bestimmt. So können auch die Einflüsse unterschiedlicher Landnutzung und der Klimavariabilität erkannt werden. Die gewonnenen Daten erlauben es, frühzeitig vor negativen Entwicklungen zu warnen, rechtzeitig Anpassungsmaßnahmen einzuleiten und Unsicherheiten in Modellvorhersagen zu reduzieren. Das Thünen-Insitut für Agrarklimaschutz koordiniert den deutschen Beitrag zu ICOS.

Vorgehensweise

Atmosphären-Messprogramm: Kontinuierliches Monitoring der Konzentrationen aller wichtigen atmosphärischen Treibhausgase und ihrer Isotopen-Zusammensetzung in einem Deutschland-weiten Netz von 8 Stationen an hohen Türmen.

Ökosystem-Messprogramm: Durchführung von Dauerbeobachtungen zum Austausch von CO2 zwischen verschiedenen Ökosystemen und der Atmosphäre. Die Messungen werden über Wäl­dern, Mooren und landwirtschaftlich genutzten Standorten durchgeführt. Zentrale Methode ist die Eddy-Kovarianz-Technik, die mit fortschreitender Sensortechnik auch für andere Spurengase wie CH4 und N2O eingesetzt werden kann.

Ozean-Messprogramm: Untersuchungen auf regelmäßig im At­lantik sowie in der Arktis und Antarktis und in der Ostsee verkehrenden Schiffen (Voluntary Observing Ships, VOS), auf denen autonome Messgeräte für CO2 und andere physikalische und biogeochemische Parameter (Tempera­tur, Salzgehalt, Sauerstoff, Nitrat) installiert werden. Ganzjährig werden mit verankerten profilierenden Geräten in den Observatorien in der Fram-Strasse in der Arktis und im subtropischen Atlantik Messungen der CO2 Konzentrationen und physikalischer Parameter in den oberen Wasserschichten durchgeführt.

Eine geschäftsführende Koordinierungsstelle am Thünen-Institut für Agrarklimaschutz in Braunschweig dient als Ansprechpartner für ICOS-D, berät wissenschaftliche Projekte insbesondere im Bereich der Treibhausgas Modellierung und unterstützt Öffentlichkeits- und Politikberatung. Das Thünen-Institut betreibt darüber hinaus im Rahmen des Ökosystem-Messprogramms eine "Class 1" Dauerbeobachtungsfläche an einem landwirtschaftlich genutzten Standort in Thüringen.

Atmosphären-Messprogramm

Ökosystem-Messprogramm

Ozean-Messprogramm


(© Jean-Pierre Delorme)

Beteiligte externe Thünen-Partner

Geldgeber

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    (national, öffentlich)
  • Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

Daueraufgabe 1.2014

Weitere Projektdaten

Projektstatus: läuft

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