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Die Messung von Tagesgängen der Kohlenstoffdioxid-Flüsse mit manuellen Hauben startet vor Sonnenaufgang (Großes Moor bei Gifhorn, 04:45 Uhr).
Die Messung von Tagesgängen der Kohlenstoffdioxid-Flüsse mit manuellen Hauben startet vor Sonnenaufgang (Großes Moor bei Gifhorn, 04:45 Uhr).
Institut für

AK Agrarklimaschutz

Aktuelles

Neue Studie zum Thema Landnutzung

David Emde et al.: Hydrological Conditions Outweigh Soil Texture, Temperature, and Terrain in German Agricultural Land Use

Titelblatt der Studie
© Hintergrundfoto: BLE/Peter Meyer

Wie in der Landwirtschaft Flächen in Deutschland genutzt werden, hängt vor allem davon ab, wie viel Wasser verfügbar ist. Bodenkörnung, Gelände und Temperatur spielen dabei – auch historisch – kaum eine Rolle. Das zeigt eine aktuelle Studie des Thünen-Instituts für Agrarklimaschutz.

Die Forschenden analysierten Daten der Bodenzustandserhebung-Landwirtschaft für 3.104 Standorte und ergänzten diese durch Informationen zur Landnutzung in den vergangenen rund 100 Jahren. Diese Daten glichen sie anschließend mit Standorteigenschaften wie Topografie, Bodenkörnung, Grundwasser, Niederschlag und Temperatur ab. So ermittelten sie, welche Faktoren die Landnutzung bis heute maßgeblich bestimmen.

Dabei kamen sie auch zu überraschenden Ergebnissen: Die Landnutzung wird fast ausschließlich von hydrologischen Eigenschaften wie Niederschlagsmenge und Grundwassertiefe bestimmt. Bodenkörnung, Temperatur und Geländeeigenschaften beeinflussen die landwirtschaftliche Nutzung bezogen auf ganz Deutschland dagegen kaum.

Zudem belegt die Studie bisherige Annahmen erstmals mit repräsentativen Zahlen für Deutschland:

  • Trockenere Standorte, etwa mit geringen Niederschlägen und tiefem Grundwasserstand, werden seit rund 100 Jahren überwiegend als Ackerland genutzt.
  • Nassere Standorte, etwa mit hohen Niederschlägen oder in Flussnähe, dienen seit rund 100 Jahren meist als Grünland.
  • War die Hydrologie eines Standorts für die frühere Nutzung ungeeignet, änderte sich diese im Laufe der Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Die neuen Ergebnisse verdeutlichen, wie stark die Landwirtschaft, auch historisch, durch die Verfügbarkeit von Wasser geprägt ist. Die Ergebnisse können zudem für künftige Entscheidungen zur Landnutzung herangezogen werden.

https://doi.org/10.1002/jpln.70055

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