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Projekt

Identifizierung von Hölzern in international gehandelter Holzkohle


Federführendes Institut HF Institut für Holzforschung

© Thünen Institut/Volker Haag

Identifizierung von Hölzern in international gehandelter Holzkohle

Grillen mit Holzkohle liegt im Trend. Laut dem Statistischen Bundesamt lag der Verbrauch in Deutschland 2016 bei 250.000 Tonnen – Tendenz steigend. Dabei stammen die verwendeten Hölzer meist nicht aus „heimischen Wäldern“. Rund 85 % der bei uns verkauften Holzkohle ist Importware aus dem Ausland, häufig aus tropischen und subtropischen Regionen, aber auch aus osteuropäischen Wäldern.

Hintergrund und Zielsetzung

Verbraucher- und Umweltschutzorganisationen, aber auch Händler und Importeure haben das Thünen-Kompetenzzentrum seit 2016 mehrfach um Prüfung von handelsüblichen Holzkohle-Chargen gebeten, wie sie in Supermärkten, Tankstellen oder Baumärkten erhältlich sind.

Die anatomischen Untersuchungen dienen einer eindeutigen Bestimmung der Hölzer in Holzkohle und Briketts. So kann überprüft werden, ob die Deklarationen und Herkunftsangaben auf den Verpackungen der Warenmuster stimmen. Die Untersuchungen sind ein wichtiger Beitrag zur Qualitätssicherung und zum Verbraucherschutz, zudem generieren sie wichtige Daten für das Verständnis der Warenströme des internationalen Holzkohlehandels

Vorgehensweise

Für die Bestimmung der ausgewählten Holzkohle/-brikettproben wird eine spezielle 3D-Auflichtmikroskopie-Technik verwendet, mit der sich die charakteristischen anatomischen Strukturmerkmale darstellen lassen. Im Vergleich zur mikroskopischen Bestimmung von Massivhölzern können von Holzkohle keine ebenen (planen) Schnittpräparate hergestellt werden, da das Gewebe durch den Verkohlungsprozess stark zersetzt wird und sehr spröde ist. Mit Hilfe der neuen digitalen Mikroskopie-Technik werden die unebenen Bereiche innerhalb eines programmierbaren Feldes digital abgescannt und zusammengesetzt.

Vorläufige Ergebnisse

Eine Studie aus dem Jahr 2017, die im Auftrag und mit begleitenden Recherchen durch den WWF erfolgte, hat gezeigt:

  • 50 % der in Deutschland gehandelten und untersuchten Sortimente enthielten keine Angaben zu den verwendeten Hölzern oder Baumarten,
  • lediglich 30 % der gehandelten Holzkohle und -briketts stammten aus zertifizierten Quellen (FSC oder PEFC),
  • 40 % der in Deutschland gehandelten Sortimente enthielten vorwiegend Hölzer aus subtropischen oder tropischen Regionen. Drei Viertel davon bestanden ausschließlich aus tropischen/subtropischen Hölzern, bei einem Viertel handelte es sich um Beimischung zu Hölzern aus gemäßigten Breiten.

Weitere umfangeiche Prüfaufträge schlossen sich bis heute an. Die Untersuchungen von bislang rund 450 Sortimenten und ca. 6.750 mikroskopisch analysierten Einzelproben haben grundlegende Erkenntnisse über die verwendeten Hölzer sowie Abweichungen von angegebenen Deklarationen geliefert.

Links und Downloads

 

Thünen-Ansprechperson

Beteiligte externe Thünen-Partner

  • World Wide Fund For Nature Deutschland
    (Deutschland, Deutschland)

Zeitraum

Daueraufgabe 10.2016 - 9.2028

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