Q Check: Animal welfare in dairy cow husbandry with a system

Project

 (c) Thünen-Institut/Peter Hinterstoißer

Animal welfare in dairy husbandry with a system – from farm self-monitoring to national monitoring

Aussagekräftige und wissenschaftlich fundierte Indikatoren zur Beurteilung des Tierwohls in der Milchviehhaltung liegen inzwischen vor. Was fehlt, ist ein flächendeckendes Monitoring automatisch erfassbarer tierbezogener Indikatoren, das Tierwohl mess- und vergleichbar macht. Im Projekt Q-Check sollen dafür Indikatoren für Tiergesundheit bereits bestehender Analyse- und Datenerfassungssysteme genutzt werden.

Background and Objective

Tierschutzindikatoren sind am Tier feststellbare Merkmale, anhand derer auf das Wohlbefinden von Nutztieren geschlossen werden kann. Sie ermöglichen eine objektive Bewertung, denn den Tieren kann es unter sehr verschiedenen Haltungsbedingungen gut gehen.

Im Anfang 2017 gestarteten Verbundprojekt Q-Check soll ein nationales Monitoring für Milchviehhalter entwickelt und der Status quo von Tiergesundheit bzw. Tierwohl auf Basis bestehender Analyse- und Datenerfassungssysteme erfasst werden. Damit wird ein System aufgebaut, das anhand von tierbezogenen Indikatoren Tiergesundheit für nahezu alle deutschen Milchkühe messbar macht und den Einzelbetrieb bei der Durchführung der betrieblichen Eigenkontrolle sowie dem darauf aufbauenden Herdengesundheits- bzw. Tierwohlmanagement unterstützt.

Je nach Auswertungstiefe werden 88 bis 100 % aller bundesdeutschen Milchkühe erfasst. Diese Reichweite unterscheidet das Vorhaben von allen vergleichbaren Projekten im Milchviehbereich in Deutschland.

Approach

Mit Q-Check soll der Status quo von Tiergesundheit bzw. Tierwohl aller deutschen Milchkühe monatlich erfasst werden. Das kontinuierliche Erheben der Indikatoren ermöglicht es, die aktuelle Entwicklung von Tiergesundheit bzw. Tierwohl auf Landes- und Bundesebene zusammenzufassen und zu veröffentlichen.

Datengrundlage bilden hierfür vier bestehende Analyse- und Datenerfassungssysteme, die bereits heute deutschlandweit angewendet werden. Dies sind: die monatlichen Milchleistungsprüfungen, das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere, das Qualitätsmanagement­system Milch und die Milchgüteprüfung. Mit ihnen können je nach Auswertungstiefe tierbezogene Indikatoren von 4,2 bzw. 3,7 Millionen Kühen, das entspricht 100 bzw. 88 % aller bundesdeutschen Milchkühe, erfasst werden.

Im ersten Arbeitsschritt des Vorhabens wird eine umfassende Literaturanalyse zu tierbezogenen Indikatoren vorgenommen, um Gesundheit und Wohlbefinden in der praktischen Milchviehhaltung beurteilen zu können. Die Ergebnisse daraus stellen dann die Grundlage für die Auswahl geeigneter ─ d.h.  verlässlicher und praktikabler ─ Tierwohlindikatoren aus den routinemäßig erhobenen Daten dar.

Gleichzeitig widmet sich das Projekt der Früherkennung von Tiergesundheits- und Tierwohlproblemen. Neue Analyseverfahren sollen weiterentwickelt, validiert und bundesweit implementiert werden, die eine routinemäßige Untersuchung des Ketosestatus über die Milch ermöglichen.

Mit einer Auswertung auf Betriebsebene und einer anwenderfreundlichen Aufbereitung (Q-Check-Report) der einzeltierbezogenen Merkmale bietet Q-Check Milchviehhaltern eine direkte Hilfestellung für die betriebliche Eigenkontrolle und ermöglicht gleichzeitig ein flächendeckendes Benchmarking, u.a. zum Zweck eines nationalen Monitorings.

Die einheitliche und flächendeckende Erhebung der Tierwohldaten mit den bestehenden Erfassungssystemen  gewährleistet eine neutrale und objektive Beurteilung und kann zur Versachlichung der Diskussion rund um das Wohlergehen unserer Milchkühe beitragen.

Results

In Q Check wurden geeignete Indikatoren identifiziert und Vergleichswerte abgeleitet, um der im Tierschutzgesetz verankerten Forderung nach einer Erhebung und Bewertung der Tierwohlsituation gerecht zu werden. Für die jeweiligen Indikatoren wurden Ziel- und Warnwerte angegeben, die die Erkennung möglicher Handlungsfelder zur Stärkung des Tierwohls unterstützen.  Zudem können diese Informationen als Instrumente zur Unterstützung des Herdenmanagements auf den Betrieben genutzt werden.

Folgende Indikatoren wurden mit einer Zweidrittelmehrheit als geeignet für die Durchführung der betrieblichen Eigenkontrolle und das nationale Tierwohlmonitoring eingestuft und in den Indikatorenkatalog aufgenommen:

  • Anteil Kühe in der Herde mit einem SCC ≤ 100.000 bzw.
    > 400.000 Zellen/ml
  • Erstlaktierendenmastitisrate
  • Neuinfektions- und Heilungsrate in der Trockenperiode
  • Neuinfektionsrate in der Laktation
  • Anteil chronisch euterkranker Kühe mit schlechten Heilungsaussichten
  • Anteil Kühe mit Verdacht auf Energiemangel in der Frühlaktation
    (Fett-Eiweiß-Quotient ≥ 1,5 in den ersten 100 Laktationstagen)
  • Anteil Kühe mit Verdacht auf Rohfaserunterversorgung/ Pansenfermentationsstörung (Fett-Eiweiß-Quotient < 1,0
    in den ersten 100 Laktationstagen)
  • Merzungs-/ Abgangsrate
  • Nutzungsdauer (der gemerzten Kühe)
  • Mortalität bei Kühen und Kälbern

Mit einer Auswertung auf Betriebsebene und einer  anwenderfreundlichen Aufbereitung (Q Check-Report) der einzeltierbezogenen Merkmale bietet Q Check Milchviehhaltern eine direkte Hilfestellung für die betriebliche Eigenkontrolle und ermöglicht gleichzeitig ein flächendeckendes Benchmarking, u.a. zum Zweck eines nationalen Monitorings. Der kostenlose Q Check-Report wird den teilnehmenden Landwirten¹ quartalsweise von ihrem Kontrollverband übermittelt. Mithilfe eines Benchmarking-Systems hat der Landwirt¹ die Möglichkeit, die Entwicklung seiner Herde zu verfolgen. So werden Problembereiche schnell erkannt und abgestimmten Maßnahmen können unmittelbar eingeleitet werden. Des Weiteren können Vergleiche mit anderen Betrieben der gleichen Betriebsstruktur (Betriebsgröße und Rasse) angestellt werden. Das hilft dabei das eigene Tun und Wirken einzuordnen.

In Q Check wurde zudem Schulungsmaterial entwickelt, welches über die Infothek der projekteigenen Website als Download bezogen werden kann. Hier stehen Merkblätter mit Hintergrundinformationen zu den einzelnen Indikatoren sowie zum Orientierungsrahmen und den jeweiligen Ziel- und Warnwerten für Landwirte zur Verfügung. In einem kurzen Erklärfilm werden Interessierte allgemeinverständlich zum Nutzen sowie dem praktischen Einsatz des Q-Check-Reports aufgeklärt.

¹ Um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen wird im Text zwar nur die männliche Form genannt, stets aber die weibliche und andere Formen gleichermaßen mitgemeint.

Links and Downloads

Links

Q Check Website

Q Check Infothek mit Erklärfilm, Abschlusspräsentation sowie  

  - DLQ-Richtlinie 2.0
    (Definitionen und Berechnngen von Indikatoren und zugehörgen Vergleichswerten
    zur Durchführung der betrieblichen Eigenkontrolle und des nationalen
    Tierwohlmonitorings) sowie

  - Wandermikro (Stimmen zu Q Check),

  - Merkblättern zu allen Indikatoren

Thünen-Contact


Involved Thünen-Partners


Involved external Thünen-Partners


Duration

1.2017 - 6.2020

More Information

Projekt type:
Project funding number: 28-1-79.049-15
Funding program: Innovationsförderung
Project status: finished

Publications

hits: 3

  1. Hachenberg S, Au M, Behr B, Brinkmann J, Braunleder J, Carrasco S, Duda J, Doepfer D, Gruber S, Karatassios H, Kussin M, Mansfeld R, March S, Stock KF, Tremblay M, Onken F (2019) Supporting German dairy farmers: establishing a monitoring system based on health key indicators extracted from existing control systems. ICAR Techn Ser 24:325-328
  2. Hachenberg S, Kussin M, Duda J, Mansfeld R, Brinkmann J, Braunleder J (2018) Tierwohl in der Milchviehhaltung mit System - Von der betrieblichen Eigenkontrolle bis zum nationalen Monitoring (Q-Check). In: Innovationstage 2018 : innovative Ideen - smarte Produkte ; 23. und 24. Oktober in Bonn. Bonn: BLE, pp 198-200
  3. Brinkmann J, Cimer K, March S (2018) Tierwohlindikatoren für die betriebliche Eigenkontrolle. In: Tagungsband / 19. Jahrestagung der WGM : 16. - 18. Oktober 2018 am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) Dummerstorf. Potsdam: WGM, pp 32-33