Institut für

Betriebswirtschaft

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Kerstin Martens
Institut für Betriebswirtschaft

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Gesellschaftlich anerkannt und rentabel – passt das unter einen Hut?

Landwirtschaft wird von Individuen gestaltet. In Deutschland entscheiden mehrere hunderttausend Einzelpersonen auf den Bauernhöfen und in der Ernährungswirtschaft, welche Agrarprodukte wo und wie erzeugt werden – und welche Nebenwirkungen dies auslöst. Da es unserer Gesellschaft nicht gleichgültig ist, wie Nahrungsmittel produziert werden und wie sich die Agrarstrukturen entwickeln, wird die Politik immer wieder aufgefordert, „Leitplanken“ einzuziehen und die marktwirtschaftliche Entwicklung zu beeinflussen.

Die Unternehmen im Agrarsektor stehen in einem harten Wettbewerb, sowohl regional als auch international, und sie können es sich deshalb oft nicht leisten, freiwillig auf weniger rentable Lösungen zu setzen. Deshalb gibt die Politik zuweilen finanzielle Anreize für bestimmte Produktionsweisen, häufig engt sie jedoch die Handlungsspielräume der Wirtschaft per Verordnung ein.

Um der Politik Hinweise geben zu können, wie sie den unterschiedlichen gesellschaftlichen Anforderungen an den Agrarsektor gerecht werden kann, ohne gleichzeitig das Ziel einer wettbewerbsfähigen Agrarwirtschaft zu gefährden, untersuchen wir (a) wie einzelne Produktionsverfahren, Betriebstypen und der gesamte Agrarsektor betroffen sind, wenn sich technische, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen ändern, (b) wie sie sich anpassen können und welche Folgen dies hat (Wettbewerbsfähigkeit, Einkommen, Strukturwandel, Umweltwirkungen) und (c) welche Maßnahmen die Politik ergreifen kann, um agrar- und gesellschaftspolitische Ziele zu erreichen.

Hierbei berücksichtigen wir die Vielgestaltigkeit der Agrarstrukturen und Produktionssysteme in den verschiedenen Regionen Deutschlands und die enge Einbindung der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft in den internationalen Wettbewerb. Wir beachten zudem, wie sich die Anpassungsmöglichkeiten des Agrarsektors durch technische Fortschritte und politische Rahmenbedingungen fortlaufend wandeln.

Für wichtige Branchen der deutschen Agrarwirtschaft untersuchen wir die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dies geschieht unter anderem im weltweiten Netzwerk agri benchmark, das vom Thünen-Institut wissenschaftlich geleitet wird. Im Verbund mit dem Thünen-Institut für Marktanalyse nehmen wir die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick: landwirtschaftlicher Betrieb, Verarbeitung, Handel, Verbrauch. Wir analysieren zudem die einzelbetrieblichen Auswirkungen vielfältiger Maßnahmen der deutschen und europäischen Agrarpolitik wie zum Beispiel die Agrarinvestitionsförderung oder die Förderung des Ökologischen Landbaus.

Im Thünen-Modellverbund schätzen wir – gemeinsam mit den Thünen-Instituten für Ländliche Räume und für Marktanalyse – mithilfe repräsentativer Datensätze und Modelle die Folgen politischer Hand-lungsoptionen für die deutsche Landwirtschaft ab.

Arbeitsbereiche

Die gemeinsame Agrarpolitik der EU beeinflusst die Landwirtschaft in vielfältiger Weise (©  fotolia.com/L. Franko)
EU-Agrarpolitik
Die gemeinsame Agrarpolitik der EU beeinflusst die Situation und Entwicklung der Landwirtschaft durch zahlreiche stützende und regulierende Maßnahmen.
Wir bieten Orientierung in der Datenflut (©  lucadp/123RF Stock Foto)
Wirtschaftliche Lage und Faktoreinsatz
Darstellungen und Analysen zur Einkommenslage der Landwirtschaft sind von großer Bedeutung, stellen sie doch wichtige Entscheidungsgrundlagen für (agrar-)politische Eingriffe auf nationaler und europäischer Ebene dar.
Neue Strukturen in der Landwirtschaft (©  BLE, Bonn/Dominic Menzler und Thünen-Institut/BW)
Agrar- und Unternehmensstrukturen
Die Landwirtschaft von heute ist nur noch wenig mit der von vor 30 Jahren vergleichbar.
Wettbewerbsfähigkeit lässt sich mit einer Vielzahl von Indikatoren messen (©  Thünen-Institut/BW)
Wettbewerbsfähigkeit
Der Erhalt und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit unserer (Land-)Wirtschaft spielen eine überragende Rolle bei der Entscheidungsfindung in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Drohne mit Kamera (©  Thünen-Institut/Thomas de Witte)
Neue Technologien / Innovationen
Historisch betrachtet gilt: Landwirtschaft = technischer Fortschritt. In den 1950er Jahren ernährte ein Landwirt mit seiner Arbeit nur etwa zehn Menschen - heute sind es mehr als 130.
Die Ressourceneffizienz in der Landwirtschaft muss weiter deutlich verbessert werden. (©  aid infodienst/Peter Meier)
Umweltschutz und Nachhaltigkeit
Auch wenn in einigen Bereichen bereits erhebliche Verbesserungen erzielt wurden, so stellen landwirtschaftlich bedingte Umweltprobleme für unsere Gesellschaft nach wie vor eine große Herausforderung dar.
Tiergerechtheit der Nutztierhaltung (©  Thünen-Institut/BW)
Tierschutz
Die Tiergerechtheit der Nutztierhaltung wird nicht nur in der gesellschaftlichen Diskussion in Frage gestellt, auch aus wissenschaftlicher Sicht wird eine Vielzahl an Problemen thematisiert.
Lebensmittelkontrolle bei Obst und Gemüse (©  fotolia/Markus Bormann)
Lebensmittelsicherheit
Lebensmittelkrisen können neben gesundheitlichen Folgen auch zu schwerwiegenden ökonomischen Schäden für die einzelnen Stufen der Warenkette führen.

Produktionssysteme

Ackerbau in Südafrika  (©  Thünen-Institut/Yelto Zimmer)
Ackerbau
„Unser täglich Brot…“ – wie wird es produziert und was kostet das? Die deutschen und europäischen Ackerbauern stehen nicht nur bei der Vermarktung von Getreide sondern auch von Ölsaaten oder Zucker heute viel stärker im globalen Wettbewerb als noch vor 20 Jahren.
Biogaserzeugung in Deutschland (©  Thünen-Institut/Michael Welling)
Nachwachsende Rohstoffe
Um die negativen Folgen des fossilen Energieverbrauchs zu reduzieren, fördert die Politik die Nutzung und die Produktion nachwachsender Rohstoffe.
Tomaten für den Frischmarkt - Anbau in marokkanischen Gewächshäusern (©  Thünen-Institut/Walter Dirksmeyer)
Gartenbau
Neben den großen Ackerkulturen umfasst die pflanzliche Urproduktion auch die Sonderkulturen, von denen viele zum Gartenbau zählen. Hierzu gehören Obst und Gemüse, Blumen, Zierpflanzen, Stauden und Gehölze.
Der Ökolandbau bietet zahlreiche Umweltleistungen wie die Förderung der biologischen Vielfalt. (©  BLE, Bonn/Dominic Menzler)
Ökolandbau
Der ökologische Landbau steht für eine besonders ressourcenschonende und umweltfreundliche Form der Landnutzung. Die Bundesregierung begrüßt daher die Umstellung von Betrieben und verfolgt im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel, die Rahmenbedingungen für den Ökolandbau so zu gestalten, dass in den nächsten Jahren ein Flächenanteil von 20 % erreicht werden kann.
Mutterkuh- und Schafhaltung sind wichtige Nutzer von Grünland (©  Thünen-Institut/Katja Seifert)
Rind und Schaf
Das in Deutschland produzierte Rindfleisch stammt zu rund 85 Prozent aus der Milchviehhaltung. Die Rinderbestände verringern sich kontinuierlich, weil einerseits die Milchleistung je Kuh steigt und die Milchquote eine Ausdehnung der Gesamtproduktion – zumindest bis zu ihrer Abschaffung im Jahr 2015 – verhindert.
Ferkel im Stroh (©  fotolia/Mixalina)
Schwein und Geflügel
Schwein- und Geflügelfleisch sind die beliebtesten Fleischarten in Deutschland. Von den insgesamt rund 60 kg verzehrtem Fleisch entfielen im Jahr 2013 ca. 38 kg auf Schweinefleisch und ca. 12 kg auf Geflügelfleisch.
Die Fütterung spielt eine bedeutende Rolle bei der Milchproduktion. (©  Thünen-Institut/Birthe Lassen)
Milch
Deutschland ist mit einem Produktionsanteil von etwas über 20 Prozent der größte Milcherzeuger in der EU-27. Etwa 30 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe halten Milchkühe. Damit ist die Milchproduktion in Deutschland der wichtigste tierische Produktionszweig und leistet in der Regel mit etwa 18 Prozent den höchsten Beitrag zum Produktionswert des Bereichs Landwirtschaft.

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