Institut für

Agrarklimaschutz

Institutsleitung

Stellvertretende Institutsleitung (kommissarisch)

Sekretariat

Hanne Schmidt-Przebierala
Institut für Agrarklimaschutz

Bundesallee 50
38116 Braunschweig
Telefon: +49 531 596 2601
Fax: +49 531 596 2699
ak@thuenen.de


Bildunterschrift (c) Ersteller

Böden nutzen - Klima schützen

Die Landwirtschaft soll verlässlich hochwertige Lebensmittel und nachwachsende Rohstoffe erzeugen. Sie wird dabei künftig immer weniger klima- und umweltbelastende Stoffe freisetzen dürfen. Internationale Abkommen zum Klimaschutz und zur Luftreinhaltung verpflichten auch Deutschland dazu, Emissionen zu senken.

Da die Landwirtschaft bei einigen klimawirksamen Gasen – Lachgas (N2O), Methan (CH4) und Ammoniak (NH3) – der größte Emittent ist, hat sie hier eine besondere Verpflichtung. Das gleiche gilt für die Bewirtschaftung der Agrarflächen mit Blick darauf, ob sie eine Quelle oder Senke für treibhausgasrelevanten CO2-Kohlenstoff sind. In diesem Spannungsfeld von Landwirtschaft und Klimaschutz forschen wir mit einem interdisziplinären Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Mit unseren Arbeiten unterstützen wir die Entwicklung einer ressourceneffizienten, klima- und umweltschonenden Landwirtschaft und erarbeiten wissenschaftlich fundierte Lösungen und Entscheidungshilfen für die Politik:

  • Wir bewerten, wie landwirtschaftliche Produktionsverfahren, Landnutzungsformen und agrarpolitische Maßnahmen klima- und umweltbelastende Emissionen beeinflussen.
  • Wir analysieren, wie sich Treibhausgase in der Landwirtschaft bilden und wie sie umgesetzt werden.
  • Wir führen die nationale „Bodenzustandserhebung Landwirtschaft“ durch, mit der wir erstmals systematisch die Vorräte organischer Bodensubstanz in Agrarböden Deutschlands erfassen.
  • Wir erstellen jährlich das nationale Treibhausgasinventar für die Bereiche Landwirtschaft und Landnutzung als deutschen Beitrag zur internationalen Klimaberichterstattung.
  • Wir entwickeln Strategien zum Klimaschutz für die Landwirtschaft.

Unser Forschungsansatz übergreift Skalen der Produktion und differenziert nach Standorten. Er umfasst eigene experimentelle Arbeiten zur Quantifizierung und Minderung umweltbelastender Emissionen und Depositionen, die Koordination von nationalen und internationalen Forschungsprojekten, die integrierende Bewertung von Forschungsergebnissen sowie die Modellierung und Regionalisierung von Emissionen und der Wirkung von Klimaschutzmaßnahmen. Wir wollen einerseits effiziente Klimaschutzmaßnahmen für den gesamten Agrarsektor erarbeiten und bewerten, sie andererseits differenziert auf Regionen, Verfahren, Betriebstypen und Standorte zuschneiden. Wir sehen uns über Disziplinen hinweg herausgefordert, schließen also auch ökonomische und technische Bewertungen ein und arbeiten hierzu eng mit mehreren Thünen-Fachinstituten zusammen.

Arbeitsbereiche

Die Methodenentwicklung erfolgt oft mit Papier und Bleistift. (©  Thünen-Institut/AK)
Emissionsinventare
Jährlich erarbeiten wir Emissionsinventare für Treibhausgase und Luftschadstoffe, die aus der Landwirtschaft freigesetzt werden.
Automatisches Haubensystem (©  Thünen-Institut/AK)
Emission von Treibhausgasen
Wir messen, analysieren und modellieren, wie Treibhausgase in der Landwirtschaft gebildet und freigesetzt werden.
Beprobung eines 120 cm tiefgepflügten Waldbodens (Treposol) bei Gifhorn  (©  Thünen-Institut/Axel Don)
Kohlenstoff in Böden
Wir messen, analysieren und modellieren, wie Standorteigenschaften, landwirtschaftliche Bodennutzung und gezielte Bewirtschaftungsmaßnahmen die Menge und Eigenschaften organischer Bodensubstanz beeinflussen.
Gülleausbringung mit Schleppschläuchen (©  Thünen-Institut/AK)
Emission von Ammoniak
Wir messen und analysieren die Ammoniakemission unterschiedlicher Verfahren der Stickstoffdüngung und bewerten Maßnahmen zur Emissionsminderung.
Treibhausgasmessungen im feuchten Moorgrünland im Freisinger Moos (©  Thünen-Institut/Annette Freibauer)
Klimawirksamkeit von Produktionssystemen
Wir integrieren aktuelle Ergebnisse zu Systembewertungen landwirtschaftlicher Produktionsprozesse im Kontext des Klimaschutzes und der Luftreinhaltung.
Prof. Dr. Heinz Flessa hält einen Vortrag zum Thema "Klimawandel in der Landwirtschaft" (©  Landesvertretung Saarland)
Klimaschutzmaßnahmen
In interdisziplinären Forschungsansätzen untersuchen und bewerten wir Klimaschutzstrategien für die Landwirtschaft.

Nachrichten