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Künstliche Vermehrung und Aufzucht des Europäischen Stint

Projekt

 (c) S. Reiser

Künstliche Vermehrung und Aufzucht des Europäischen Stint

Der Europäische Stint (Osmerus eperlanus) ist eine Schlüsselart für die Mündungsgebiete der großen deutschen Flüsse sowie der flachen Küstenbereiche der Nordsee. Aktuell ist der Bestand der Art stark zurückgegangen. Die Gründe hierfür sind nicht vollständig geklärt. Mit unserer Erfahrung im Bereich Aquakultur wollen wir eine künstliche Vermehrung und kontrollierte Aufzucht des Stints erproben, um ökophysiologische Untersuchungen an den frühen Lebensstadien durchführen und mögliche Ursachen für den Bestandsrückgang feststellen zu können.

Hintergrund und Zielsetzung

Bis in die 70er Jahre war der Stint ein Massenfisch in den großen deutschen Flüssen Elbe, Weser und Ems. Nach einem Rückgang in den 80er Jahren, welcher vor allem durch schlechte Wasserqualitäten bedingt war, erlebte der Stint seit Mitte der 90er Jahre ein Comeback. Aktuell geht der Bestand wieder stark zurück. Als mögliche Gründe werden Effekte des voranschreitenden Klimawandels mit Einflüssen auf Aufwuchsbedingungen und Nahrungsverfügbarkeit, aber auch Folgen von Wasserbau wie Fahrrinnenvertiefungen und gesteigerte Schwebstofffrachten diskutiert. Die tatsächlichen Gründe für den aktuellen Rückgang des Stints sind unklar bzw. ist unbekannt, welchen Beitrag die einzelnen Faktoren zu dem Rückgang leisten.

Stinte werden bislang nicht in Aquakultur gehalten und es gab nur wenige Versuche den Stint kontrolliert zu vermehren und aufzuziehen. Der Stint ist deshalb noch nicht als Tiermodell für ökophysiologische Studien etabliert. Mit unserem Wissen um die kontrollierte Vermehrung und Aufzucht von Fischen in der Aquakultur wollen wir im Rahmen erster Versuche erproben, wie die Erbrütung und Aufzucht des europäischen Stint unter kontrollierten Bedingungen gelingen kann. 

Vorgehensweise

Wir beziehen laichreife Tiere von kommerziellen Fischern und verbringen die Fische in separierte Temperaturkonstanträume, in denen die Geschlechtsprodukte der Elterntiere gewonnen und die Eier künstlich befruchtet werden. Unterschiedliche Verfahren zur Eierbrütung werden in wiederholten Ansätzen auf ihre Eignung getestet. Wir erproben unterschiedliche Strategien zur Anfütterung und Aufzucht der Stintlarven auf Machbarkeit und Erfolg.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

1.2020 - 12.2027

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft