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Ausschluss von mobiler grundberührender Fischerei in marinen Schutzgebieten der Deutschen AWZ der Nordsee

Projekt

Uebersichtskarte (c) AWI / S. Horn
(© AWI / S. Horn)

MGF Nordsee: Zustandsbeschreibung und Monitoringkonzepte in Schutzgebieten für die demersale Fisch-und Epifauna entlang Gradienten verschiedener Fischereiintensität (TP5)

Was passiert mit Habitaten und Lebensgemeinschaften, wenn kommerzielle Fischerei nicht mehr stattfindet? Diese wichtige, aber weitgehend unbeantwortete Frage steht im Mittelpunkt dieses Forschungsprojekts.

Hintergrund und Zielsetzung

In der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee sind die drei Natura 2000-Gebiete Sylter Außenriff, Borkum Riffgrund und Doggerbank nach EU Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH) als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Das schließt kommerzielle Fischerei in diesen Gebieten allerdings nicht vollständig aus. Ein Ausschluss mobiler grundberührender Fischerei aus großen Teilen der drei Natura 2000-Gebiete ist zwar geplant, aber ein endgültiger Entscheid über die Fischereimanagementmaßnahmen in den deutschen Natura 2000-Gebieten seitens der EU-Kommission steht noch aus. Im Rahmen dieses Verbundprojekts soll untersucht werden, in welchem Zustand sich die Schutzgüter und der ökologische Zustand der Gebiete derzeit befinden, um nach dem Ausschluss die Langzeitauswirkungen auf die vorherrschenden Habitate und Lebensgemeinschaften in den Schutzgebieten abschätzen zu können (Before-After-Control-Impact, kurz: BACI-Ansatz).

Zielgruppe

Wissenschaft, Politik, Wirtschaft

Vorgehensweise

  1. Detaillierte Analyse und Aktualisierung von Vessel Monitoring-Daten (VMS), um ein möglichst genaues Bild der Verteilung des Fischereidruckes in den zu untersuchenden Gebieten zu erhalten.
  2. Beschreibung des aktuellen Ist-Zustands von Fisch- und Epifauna-Gemeinschaften in den Natura 2000-Gebieten in Relation zu Gradienten in der derzeitigen Fischereiintensität.
  3. Bewertung des ökologischen Zustands auf Basis der funktionellen Zusammensetzung der Gemeinschaften in Abhängigkeit der eingesetzten Fanggeräte, der Fischereiintensität und verschiedener Umweltfaktoren.
  4. Aufbau einer umfangreichen Datenbank mit den artspezifischen funktionellen Eigenschaften (“Traits”) der Fisch- und Epifauna-Arten, um diese für eine Bewertung der Wirksamkeit des Fischereiausschlusses zu nutzen.
  5. Entwicklung eines Monitoringkonzeptes, für das alternative Fangmethoden (Reusen, Körbe) sowie neue optische Monitoringmethoden (ROV, verschiedene Kamerasysteme) zum Einsatz kommen.

Unsere Forschungsfragen

Wie reagieren benthische Habitate und Lebensgemeinschaften in den deutschen Natura 2000-Schutzgebieten auf den Ausschluss mobiler grundberührender Fischerei?

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

3.2020 - 2.2023

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft