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Weniger Sojaimporte nach Deutschland?

Projekt

 (c) Thünen-Institut / Mareike Zech

Weniger Sojaimporte nach Deutschland? Machbarkeit, Voraussetzung, Folgen

Deutschlands Abhängigkeit von Sojaimporten - insbesondere aus Brasilien - wird von vielen Teilen der Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen. Wir untersuchen, ob und wie sich die Importe reduzieren lassen und wie sich das auf die Märkte in Deutschland und den Exportländern auswirkt.

Hintergrund und Zielsetzung

Soja ist wegen seines hervorragenden Eiweißgehalts und seiner Qualität ein wesentlicher Bestandteil in der kommerziellen Tierernährung. Lediglich 6% des gesamten Sojaverbrauchs werden in Deutschland direkt für den menschlichen Verzehr verwendet.  Sojaschrot ist hingegen die Haupteiweißquelle für die globale Futtermittelindustrie und ist infolgedessen ein strategischer Bestandteil im globalen Handel geworden.

Allerdings steht der Einsatz von importierten Eiweißfuttermitteln in Deutschland im Rahmen der Nachhaltigkeitsdiskussion in der Kritik. Um den Regenwald zu erhalten und lange Transportwege zu vermeiden, soll Importsoja aus Übersee, insbesondere aus Brasilien, durch in Deutschland oder der Europäischen Union (EU) angebautes Soja oder alternative Eiweißpflanzen ersetzt werden. Weil viele Verbraucher zudem gentechnisch verändertes (GVO) Soja ablehnen, analysieren wir auch, ob durch eine Ausweitung des einheimischen Soja- und Eiweißpflanzenanbaus zukünftig auch die Versorgung mit GVO-freien Produkten sichergestellt werden kann.

Vor diesem Hintergrund soll die Untersuchung Antworten auf folgende Fragen liefern:

  • Welche agronomischen Möglichkeiten gibt es, Sojaimporte aus Nicht-EU-Staaten, durch verstärkte inländische/europäische Produktion von Eiweißpflanzen zu substituieren? Unter welchen Bedingungen können diese Potenziale realisiert werden?
  • Inwiefern könnten bereits bestehende bzw. sich in der Entwicklung befindliche, politische Programme eine Rolle spielen?
  •  Wie wird sich die marktgetriebene Nachfrage nach GVO-freien und/oder einheimischen Eiweißfuttermitteln entwickeln, das heißt, wieviel Umsteuerung in der Rohstoffbeschaffung gibt es aufgrund von marktwirtschaftlichen Prozessen?
  • Welche Markt- und Handelseffekte ergeben sich aus einer solchen Substitutionsstrategie und wie sind die wahrscheinlichen Effekte auf den globalen Flächenverbrauch bzw. auf den ökonomischen Druck bisherige Nicht-Ackerflächen – z.B. in Brasilien – in Kultur zu nehmen?

Vorgehensweise

Für einen detaillierten Marktüberblick analysieren wir im ersten Schritt den Bedarf an Eiweißfuttermittel. Mittels amtlicher Statistiken, Expertengespräche und Webanalysen wird eine Abschätzung der zukünftigen, marktwirtschaftlich getriebenen Nachfrage nach GVO-freien oder regional produzierten Eiweißfuttermitteln in Deutschland bzw. Europa ermittelt.  Der nächste Schritt beinhaltet die ökonomische Analyse und Entwicklung von politischen Maßnahmen, mit denen der Anbau von Eiweißfuttermitteln in Deutschland bzw. in der EU gefördert werden kann. Die agronomischen und ökonomischen Potenziale der EU-Produktion von Eiweißfuttermitteln werden mit der agri benchmark-Methode zur Erhebung von typischen Betrieben ermittelt. Diese Arbeiten sind Grundlage für die Analyse mit dem internationalen Handelsmodell MAGNET, mit welchem anschließend die sich ergebenden Handelseffekte und Flächennutzungsänderungen simuliert werden.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner

  • global networks (gUG)
    (Braunschweig, Deutschland)

Geldgeber

  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
    (national, öffentlich)

Publikationen zu dem Projekt

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