Die Klimaschutzwirkung der Holzverwendung im Wohnungsneubau (THG-Holzbau)

Projekt

Treibhausgasbilanzierung von Holzgebäuden - Umsetzung
neuer Anforderungen an Ökobilanzen und Ermittlung empirischer
Substitutionsfaktoren

Die nachwachsende Ressource Holz kann als Baustoff  wesentlich dazu beitragen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Wir quantifizieren im Einklang mit den für den Bausektor geltenden internationalen Normendie Einsparpotentiale, die mit der Holznutzung im Wohnungsneubau verbunden sind.

Hintergrund und Zielsetzung

Der Gebäudesektor ist für einen großen Teil des Primärenergieverbrauchs und der nationalen Emission von Treibhausgasen (THG) verantwortlich.

Da Häuser während ihrer Betriebsphase immer energieeffizienter werden, gewinnt der Anteil der  Herstellungs‐ und Entsorgungsphase von Gebäuden an Bedeutung. Zugleich dient die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz als Baumaterial der Schaffung von dringend benötigtem Wohnraumes in Deutschland.

Die Holzverwendung im deutschen Bausektor kann somit wesentlich zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Ziel des Projektes „THG-Holzbau“ ist die normkonforme Quantifizierung des mit dem Bauen mit Holz verbundenen Treibhausgasminderungspotentials für Wohnungsneubauten und für Deutschland.

Vorgehensweise

Zunächst wurde ein ökobilanzieller Vergleich zwischen Holzgebäuden und ihren funktional äquivalenten Alternativen in mineralischer Bauweise gemäß der europäischen Norm EN 15978 durchgeführt. Dafür wurden die Daten der ÖKOBAUDAT des Bundesministeriums für Umwelt und Bauen (BMUB) herangezogen. Die Ergebnisse wurden über eine begleitendes "Critical Review" nach Normen ISO 14044 und ISO 14071 verifiziert.

In einem weiteren Schritt wurden diese Informationen mit folgenden Daten verschnitten:

a) mit den statistischen Zeitreihen zu Gebäudefertigstellungen nach vorwiegend verwendetem Baustoff

b) mit der Produktions- und Außenhandelsstatistik für Holzbauprodukte

c) mit der Wohnungsmarktprognose 2030 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die auf Kreisebene zeigt, wie viele Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Mehrfamilienhäuser voraussichtlich errichtet werden.  

Über verschiedene Szenarien der Holzverwendung konnten sowohl die potentiellen THG-Substitutionseffekte als auch die Auswirkungen auf die biogene Kohlenstoffbilanz quantifiziert werden. Ausgangspunkt ist ein definiertes Referenzszenario, das von einem gleichbleibenden Holzbauanteil ausgeht und somit den IST-Zustand wiederspiegelt. Über die detailierten Ökobilanz-Datensätze für Holzbauprodukte, die vom Thünen-Institut für Holzforschung bereitgestellt werden, ließ sich ebenso eine potentiell veränderte Nachfrage nach dem Holzrohstoff beschreiben.

Daten und Methoden

Eine detaillierte Beschreibung der angewandten Methodik findet sich in Hafner et al. (2017):  PDF Dokument (nicht barrierefrei) 13547 KB

Unsere Forschungsfragen

Wie hoch sind die Umweltwirkungen eines Wohngebäudes von der Rohstoffgewinnung bis zur Errichtung auf der Baustelle?

Wie hoch sind mögliche THG-Substitutionseffekte einer veränderten Verwendung von Holz im Bau im Vergleich zu mineralischen Baustoffen?

Wie viele Treibhausgasemissionen könnten durch die Verwendung von Holz im deutschen Wohnbau eingespart werden?

Ergebnisse

Im Ergebnis konnte gezeigt werden, dass die THG-Emissionen in die Atmosphäre durch eine stärkere Holzverwendung in der Konstruktion von Wohnungsneubauten je nach Szenario im Projektionszeitraum bis 2030 um bis zu 2,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente im Jahresdurchschnitt reduziert werden könnten. Zugleich wurde auf Basis des prognostizierten künftigen Bedarfs an Wohnungen auf Kreisebene in den Bundesländern ermittelt, dass rund 60 % der möglichen Substitutionseffekte allein in vier Bundesländern erreicht werden können.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte externe Thünen-Partner

  • Ruhr-Universität Bochum
    (Bochum, Deutschland)

Zeitraum

10.2014 - 12.2016

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 28W-B-3-054-03
Förderprogramm: Waldklimafonds (Programmbestandteil des Sondervermögens Energie- und Klimafonds)
Projektstatus: abgeschlossen