Mulch macht munter – Beikrautregulierung im Silomaisanbau

Projekt

Mais in Direktsaat in Mulch angebaut  (c) Thünen-Institut / Herwart Böhm
(© Thünen-Institut / Herwart Böhm)

Unkrautregulierung im Silomaisanbau durch präventive, systemare Maßnahmen in der Fruchtfolge- und Anbaugestaltung (UNSIFRAN)

Im Zuge der wachsenden Bedeutung des Silomaisanbaus im Ökologischen Landbau muss durch die Entwicklung geeigneter Anbauverfahren und Fruchtfolgen versucht werden, Lösungsansätze zu bestehenden Anbauproblemen zu finden. Im Rahmen dieses Projektes soll das Potential zur Unkrautregulierung von Mulch- bzw. Direktsaatverfahren ermittelt werden.

Hintergrund und Zielsetzung

Der Anbau von Silomais im Ökologischen Landbau gewinnt als Futterpflanze für Wiederkäuer zunehmend an Bedeutung. Dabei stellen die Beikrautregulierung, die Nährstoffversorgung und die Ernte hohe Ansprüche an das Anbaumanagement. Bisher verbreitete Anbauverfahren mit mechanischer Beikrautregulierung basieren auf dem Einsatz von Striegel und Hacke, um durch eine regelmäßige Bewegung der Bodenoberfläche Unkräuter zu regulieren. Ein anderer Ansatz besteht darin, eine durchgehende Bedeckung des Bodens mit organischem Material zu erreichen, um somit Beikräuter am Keimen zu hindern bzw. keine weiteren Samen von Beikräutern durch Bewegung des Bodens zum Keimen zu bringen.

Vor diesem Hintergrund werden Verfahren untersucht, um das Ertragspotenzial von Silomais nutzen zu können, während gleichzeitig die Gefahr der Bodenerosion minimiert sowie Verdichtungen nicht zuletzt bei der Ernte vermieden werden. Ziel ist es, durch eine reduzierte Bodenbearbeitung zur Maisaussaat, geeignete Vorfrüchte (Zwischenfrucht über den Winter als Erstkultur) sowie durch geringere Reihenabstände geeignete Anbaustrategien zu entwickeln, um den genannten Anbauproblemen zu begegnen.

Vorgehensweise

In dem Vorhaben soll die Unkrautregulierung im Silomaisanbau, eines der bedeutendsten Anbauprobleme besonders in der Ökologischen Landwirtschaft, durch einen präventiven Ansatz in der Fruchtfolge- und Anbaugestaltung optimiert werden. Dazu soll die systemare Untersuchung eines Fruchtfolgegliedes bestehend aus einer Winterzwischenfrucht als Vorfrucht bzw. Erstkultur und anschließendem Maisanbau als Zweitkultur durchgeführt werden. Dabei werden zum einen als Winterzwischenfrüchte Wintererbsen in Reinsaat oder im Gemenge mit Triticale bzw. Winterwicken in Reinsaat oder im Gemenge mit Roggen, entweder zur Futternutzung oder als gemulchte Gründüngung geprüft. Der Maisanbau erfolgt mit reduzierter Bodenbearbeitung bzw. in Direktsaat sowie mit üblichem (75 cm) und verringertem Reihenabstand (37,5 cm).

Das Verbundvorhaben wird von der Universität Kassel, FG Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe (Koordination), dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz durchgeführt.

An drei Standorten dieser Einrichtungen werden in mehrjährigen Feldversuchen folgende Aspekte untersucht:

  1. Prüfung der Vorfrüchte hinsichtlich ihres Potenzials einer präventiven Reduzierung des Unkrautdrucks im Silomais aufgrund ihrer Biomasseentwicklung.
  2. Auswirkung unterschiedlicher Behandlungsverfahren der Erstkulturen: Gemengeernte ca. Ende Mai als Ganzpflanzen oder - wie die Reinsaaten - mechanische Zerstörung des Aufwuchses mit Messerwalze; Auswirkungen auf Unkrautdynamik im Mais.
  3. Prüfung von reduzierter Bodenbearbeitung (nach Gemengeernte) zur Maissaat und von Maisdirektsaat nach mechanischer Zerstörung der Vorfrucht hinsichtlich der Unkrautdynamik im Mais.
  4. Auswirkung einer Reduzierung des Saatabstandes zwischen den Maisreihen auf 37,5 cm hinsichtlich der Unkrautdynamik im Mais.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

9.2019 - 3.2023

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 2815OE128
Förderprogramm: Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 0