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BEWAMO - Ein Bewertungstool für die Schutzwürdigkeit von Mooren

Projekt

 (c) Andreas Herrmann

BEWAMO - Ein Bewertungstool für Kategorien der Schutzwürdigkeit und für ein fernerkundungsbasiertes Monitoring landwirtschaftlich genutzter Moore

Wie schutzwürdig sind landwirtschaftlich genutzte Moorflächen? In einem Verbundprojekt will das Thünen-Institut ein Tool für Behörden entwickeln, mit dem Moorflächen nach ihrer Schutzwürdigkeit bewertet werden können. Das Tool soll außerdem je nach Kategorie passende Agrarumweltmaßnahmen benennen und Methoden des Maßnahmenmonitoring aufzeigen.

Hintergrund und Zielsetzung

Landwirtschaftlich genutzte Moore werden in Deutschland überwiegend als Grünland, aber auch als Acker genutzt. Als Grünland stellen diese Flächen entweder die Basis für Tierfutter oder für energetische Nutzungen dar.

Herkömmliche Landwirtschaft setzt die Entwässerung von Moorstandorten voraus. Intensive Nutzung und der Einsatz von zu schwerer Technik führt dazu, dass der Boden geschädigt wird und die Biodiversität zurückgeht.

Bereits seit Beginn der 1990er-Jahre wird darüber diskutiert, dass die landwirtschaftlich genutzten Moore und die mit ihnen vergesellschafteten organischen Böden an Bodenfruchtbarkeit und damit an effizienter Nutzbarkeit als landwirtschaftliche Fläche verlieren. In Deutschland sind heutzutage auf fast allen Standorten große Teile der Moorböden als degradiert einzustufen.

Moore speichern im Vergleich zu anderen Ökosystemen die größten Mengen an Kohlenstoff (C) pro Hektar, werden aber durch Entwässerung zu Quellen von Treibhausgasen. Nach Angaben der nationalen Treibhausgasberichterstattung stammen über 4 % der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland aus entwässerten, landwirtschaftlich genutzten organischen Böden (UBA 2017). Es wird also folgerichtig seit vielen Jahren gefordert, Nutzung und Wassermanagement der Moorböden anzupassen. Dringender Handlungsbedarf besteht auch deshalb, weil eine klimaschonende Nutzung und ein entsprechend angepasstes Wassermanagement von Moorböden bisher weder verbindlich per Gesetz vorgeschrieben sind noch auf freiwilliger Basis mit Hilfe finanzieller Anreize auf großer Fläche umgesetzt werden.

Ziel des Verbundprojektes BEWAMO ist es, ein Tool zur Bewertung der Schutzwürdigkeit von landwirtschaftlich genutzten Moorflächen zu entwickeln. Die vornehmliche Zielgruppe des Tools sind Behörden, die für den Schutz von Moorböden und das Wassermanagement zuständig sind.

Das Tool sollte folgendes leisten können:

  • Einteilung von Moorböden in unterschiedliche Kategorien der Schutzwürdigkeit, die abhängen von der Menge der Kohlenstoffspeicherung in den Böden und den potenziellen Kohlenstoffverlusten bei landwirtschaftlicher Nutzung.
  • Benennung von passenden Agrarumweltmaßnahmen für diese Kategorien der Schutzwürdigkeit und zwar unter Berücksichtigung ökonomischer Randbedingungen wie z. B. der Landnutzungsintensität.

Bereitstellung eines Monitorings zum hydrologischen Zustand der Flächen mit Methoden der Fernerkundung, um eine nachhaltige Umsetzung der Agrarumweltmaßnahmen zu gewährleisten.

Vorgehensweise

Das Thünen-Institut (Stabsstelle Klima) bearbeitet innerhalb des Projektverbundes die ökonomische Bewertung der Handlungsoptionen auf landwirtschaftlich genutzten Mooren.

Die Bewertung fokussiert auf Kosten und Nutzen der Maßnahmen, die in den jeweiligen Schutzkategorien vorgeschlagen werden. Hierzu zählen im Einzelnen folgende Arbeitsschritte:

- Betriebsbefragungen zur Nutzung und Produktivität landwirtschaftlich genutzter Moorböden in zwei Testgebieten.

- Befragung von Wasser- und Bodenverbänden in zwei Testgebieten, u. a. um Kosten von Entwässerungsmaßnahmen zu bewerten.

- Betriebliche Optimierungsrechnungen, um veränderte Flächennutzung und Produktivität in Einzelbetrieben zu analysieren und optimierte Moorerhaltungsmaßnahmen abbilden zu können.

- Stakeholder-Workshops mit dem Ziel, die Ergebnisse der Optimierungsrechnungen und des Bewertungstools mit Vertretern aus den landwirtschaftlichen Betrieben, der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes zu diskutieren und in einem interaktiven Prozess zu ergänzen und weiterzuentwickeln.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner

  • Humboldt-Universität zu Berlin
    (Berlin, Deutschland)
  • Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
    (Kiel, Deutschland)
  • EFTAS Fernerkundung Technologietransfer GmbH
    (Münster, Deutschland)

Geldgeber

  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

7.2018

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft