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Exportchancen von Tierwohlfleisch aus Deutschland

Projekt

 (c) Thünen-Institut / Christina Waitkus , BLE, Bonn/Foto: Dominic Menzler

Exportchancen von Tierwohl-Fleisch aus Deutschland

Die landwirtschaftliche Tierhaltung in Deutschland steht zunehmend in der öffentlichen Kritik. Gleichzeitig werden die Stimmen lauter, die eine Verschärfung der Bestimmungen zur Tierhaltung fordern. Eine solche Vorgehensweise würde zur Erhöhung der Produktionskosten führen und somit die Wettbewerbsposition deutscher Fleischerzeuger auf internationalen Märkten schwächen. 

Hintergrund und Zielsetzung

In Deutschland und weiteren EU-Ländern werden höhere Tierwohlstandards gefordert. Diese sind mit Mehrkosten verbunden, so dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt wird. Dies ist vor allem deshalb relevant, weil circa 50% der deutschen Fleischproduktion exportiert wird. 

Ziel des Vorhabens ist es, die Chancen für deutsche Fleischexporte, die unter deutlich verbesserten Haltungsbedingungen der Tiere und damit höheren Produktionskosten hergestellt wurden, zu analysieren. Gegenstand der Untersuchungen ist die Analyse von Verbraucherpräferenzen in wichtigen Exportländern für deutsche Fleischimporte und besonders für Fleisch, das unter erhöhten Tierwohlstandards produziert wird. Zudem wird abgeschätzt, inwiefern in den Zielländern eine höhere Zahlungsbereitschaft für dieses Fleisch besteht.

Weiterhin wird erfasst, ob es in den Exportländern bereits eine Marktdifferenzierung bei Fleisch zu Tierhaltungsstandards gibt oder ob dies ein völlig neues Marktsegment wäre. Das Projekt fokussiert sich auf Schweine- und Geflügelfleisch, da bei diesen Tierarten die Forderungen nach einem verbesserten Tierwohl in Deutschland am deutlichsten erhoben werden. Dabei bezieht sich die Untersuchung nicht nur auf Schweine- und Geflügelfleisch, vielmehr soll auch explizit auf Schweinenebenprodukte eingegangen werden, die in den untersuchten Ländern oft eine hohe Wertschätzung erfahren. Diese sind: die Intra-EU-Destinationen Polen, Italien, Niederlande, Frankreich, UK und Dänemark sowie die Extra-EU-Destinationen Japan und Südkorea.

Vorgehensweise

Das Projekt gliedert sich in verschiedene Arbeitsschritte. Zu Beginn erfolgt eine umfangreiche Literaturrecherche, um den aktuellen Forschungsstand aufzubereiten. Im zweiten Erhebungsschritt werden semistrukturierte Experteninterviews der Fleischmärkte in den Untersuchungsländern durchgeführt. Die semistrukturierte Form bietet dem Interviewten genug Freiraum, um auch eigene, als wichtig wahrgenommene Aspekte anzusprechen, die aber nicht im Leitfaden vorgesehen sind. Die Verbraucherpräferenzen werden mit Hilfe qualitativer und quantitativer Methoden analysiert. Dabei werden die Arbeitspakete drei und vier mit Hilfe eines Mixed-Methods-Ansatzes bearbeitet, also eine Kombination der beiden methodischen Ansätze. In dieser baut eine quantitative Online-Befragung auf qualitativen Gruppendiskussionen auf.

Die explorativen Gruppendiskussionen werden leitfadengestützt durchgeführt und dienen dazu, die Vielfalt der Verbrauchermeinungen zu erfassen. In den Leitfaden fließen Erkenntnisse aus der Literatur und ggf. aus den vorab geführten Experteninterviews ein. Die Ergebnisse entstehen durch die gemeinsame Diskussion zum jeweiligen Thema in einem dynamischen Prozess, wodurch auch unerwartete Aspekte offengelegt werden können. Im darauf folgenden quantitativen Erhebungsschritt erfolgt die Quantifizierung der Gruppendiskussionsergebnisse im Rahmen einer Online-Befragung. Ein Vorteil der Online-Befragungen liegt darin, dass vergleichsweise kostengünstig viele Personen innerhalb einer relativ kurzen Zeit in einem großen Gebiet befragt werden können.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

1.2019 - 2.2022

Publikationen zu dem Projekt

Anzahl der Datensätze: 0