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Kleegrasaufnahme von Sauen im Freiland

Projekt

 (c) Thünen-Institut/OL

Kleegrasaufnahme von Sauen im Freiland

Rauhfutter wie Silage oder frisches Kleegras wird tragenden Sauen zur Förderung der Gesundheit und zur Beschäftigung angeboten. Um die Energielieferung aus Kleegras in der Rationsformulierung berücksichtigen zu können, haben wir die Kleegrasmengen erhoben, die Sauen auf der Weide freiwillig aufnehmen.

Hintergrund und Zielsetzung

Tragende Sauen profitieren nicht nur gesundheitlich vom Einsatz von Raufutter, die Verfütterung energie- und proteinreicher Raufutter, wie zum Beispiel Kleegras, kann auch wirtschaftlich interessant sein. So lässt sich der Energiebedarf tragender Sauen zum Teil durch Raufutter abdecken und Kraftfutter einsparen. In Betrieben mit (zeitweiser) Freilandhaltung von Schweinen, können die Tiere Raufutter direkt von der Weide aufnehmen.

Genaue Kenntnisse zur tatsächlich aufgenommen Menge an Raufutter sind hier nötig um die Kraftfuttermischungen entsprechend den Bedürfnissen der Sauen in Qualität und Menge anpassen zu können.

Vorgehensweise

Der Versuch wurde über mehrere Jahre wiederholt, und umfasste jedes Jahr einen Zeitraum von sechs Wochen während der sommerlichen Weideperiode der tragenden Sauen.

Es wurden wöchentlich Frisch- und Trockenmassen durch Schnittproben von je 1m² an zufällig ausgewählten Punkten auf der Fläche bestimmt.

Der zur Verfügung stehende Energiegehalt wurd mittels Weender Futtermittelanalytik ermittelt.

Die Sauen wurden wöchentlich gewogen.

Bestandszusammensetzungen sowie Zuwachsraten der Pflanzenmasse wurden ermittelt.

 

Ergebnisse

Im außergewöhnlich trockenen und heißen Versuchsjahr 2018 war der Kleegrasaufwuchs eher spärlich, die Blattmasse im Aufwuchs insgesamt gering. Rein rechnerisch nahmen die Sauen in der Versuchsperiode 2018 täglich 2,4 Kilogramm Futtertrockenmasse pro Tier auf. Mit 8,1 Megajoule umsetzbarer Energie je Kilogramm Trockenmasse konnten die Sauen zumindest am Anfang der Weidephase über das aufgenommene Kleegras die Hälfte ihres energetischen Erhaltungsbedarfs decken. Im Versuchsjahr 2019 entwickelte sich der Pflanzenbestand deutlich besser als im Jahr zuvor. Das Kleegras entwickelte mehr Blattmasse und hatte somit einen höheren Proteingehalt als im Vorjahr. Rechnerisch nahmen die Sauen in dieser Versuchsperiode 1,8 Kilogramm Futtertrockenmasse mit im Schnitt 6,7 Megajoule umsetzbarer Energie auf. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Sauen selbst im heißen und trockenen Sommer 2018 über die Aufnahme von Kleegras ihren Erhaltungsbedarf an Energie zum Teil aus Raufutter decken konnten.

Die Schnittmethode erwies sich als einfach umzusetzende Methode, mit der sich die auf der Kleegrasweide zur Verfügung stehenden Futtermengen und -qualitäten für tragende Sauen gut abschätzen ließen.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

7.2018 - 12.2020

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Werner D (2020) Sauen nutzen ihre Weide : Kleegras als wertvolle Futterkomponente. Bio Land(11):18-19