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Erarbeitung eines Code of Practice für die ökologische Lebensmittelverarbeitung

Projekt

 (c) Thünen Institut / Ronja Hüppe

Erarbeitung eines Code of Practice für die ökologische Lebensmittelwirtschaft

In Europa werden immer mehr verarbeitete ökologische Lebensmittel konsumiert. Im Gegensatz zur ökologischen Landwirtschaft gibt es jedoch keine EU-Gesetzgebung, die die Vereinbarkeit von Herstellungsprozessen und -technologien mit den Prinzipien des ökologischen Landbaus regelt. Was erwarten Verbraucher von verarbeiteten ökologischen Lebensmitteln? 

Hintergrund und Zielsetzung

Auch auf dem Markt für ökologische Lebensmittel wird das Produktangebot immer vielfältiger und immer mehr verarbeitete Lebensmittel werden angeboten. Während es für die Erzeugung ökologischer Lebensmittel einen klaren gesetzlichen Rahmen in der EU gibt (EU-Öko-Verordnung 834/2007), gibt es für geeignete Verarbeitungstechnologien keine Vorgaben.

ProOrg wird einen Code of Practice (CoP) für die ökologische Verarbeitung von Lebensmitteln erarbeiten. Der CoP wendet sich an Unternehmen, die ökologische Lebensmittel herstellen, sowie an warenzeichenführende Verbände. Er strebt an, diese Organisationen durch Konzepte und Methoden bei der Entscheidungsfindung zu neuen, schonenden Verarbeitungstechniken und zusatzstofffreien Rezepturen zu unterstützen. Hierbei sollen die ökologischen Grundsätze von hoher Produktqualität und geringen negativen Umweltauswirkungen berücksichtigt sowie eine hohe Verbraucherakzeptanz erreicht werden. Weiter soll der CoP für warenzeichenführende Verbände die notwendigen Bewertungskriterien und Methoden zur Beurteilung neuartiger Verarbeitungstechnologien in Bezug auf ökologische Grundsätze liefern. Hierbei sind sowohl vorhandene als auch neue Technologien zu berücksichtigen. Dabei wird CoP so gestaltet werden, dass er einfach zu handhaben und anpassungsfähig ist, um den sehr unterschiedlichen Bedingungen der Praxis und den sich stetig verändernden Erwartungen von Verbrauchern gerecht zu werden.

Teilprojekt Thünen Verbraucherforschung:

Mit jedem Verarbeitungsschritt entfernt sich das Produkt weiter vom Ausgangsprodukt und verliert an Natürlichkeit. Ausgehend von dieser Entwicklung stellt sich die Frage, inwieweit die mittels verschiedenster Prozesse verarbeiteten Produkte noch mit den Verbrauchererwartungen an gesunde, natürliche und rückstandsfreie Lebensmittel übereinstimmen. Aus der Verbraucherforschung zu ökologischen Lebensmitteln ist bekannt, dass Natürlichkeit ein wichtiges Kaufargument ist. Dies entspricht auch den Anforderungen an die ökologische Lebensmittelherstellung. Zielkonflikte bestehen, wenn Verbraucher einerseits naturnahe Produkte bevorzugen, gleichzeitig aber Convenience Produkte nachfragen, um den Aufwand der Nahrungszubereitung zu minimieren.

Zielgruppe

Hersteller und Verbände

Vorgehensweise

Die Entwicklung des CoP basiert auf einem iterativen Prozess. Zu Beginn werden wissenschaftliche Erkenntnisse und Daten mit in der Praxis vorhandenen Informationen, Erfahrungen und Anforderungen  verknüpft um einen ersten Entwurf des CoP zu erstellen. Dieser Entwurf wird in einer transdisziplinären Vorgehensweise zwischen Industrie und Wissenschaft im Rahmen von Fallstudien getestet. Verbraucherpräferenzen und -akzeptanzen verschiedener Verarbeitungstechnologien werden in einem mehrstufigen Prozess untersucht. Auf dieser Grundlage können auch Kommunikationsstrategien für verarbeitete Öko-Lebensmittel entwickelt werden.

Schließlich wird der CoP der Praxis vorgestellt und verbreitet.

Links und Downloads

projects.au.dk/coreorganiccofund/research-projects/proorg/

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner

  • University of Copenhagen
    (Kopenhagen, Dänemark)
  • CREA, Consiglio per la Ricerca in Agricoltura e l'Analisi dell'Economia Agraria
    (Rom, Italien)
  • Università Politecnica delle Marche
    (Ancona, Italien)
  • Wageningen University and Research Centre
    (Wageningen, Niederlande)
  • Assoziation Ökologischer Lebensmittelhersteller
    (Bad Brückenau, Deutschland)
  • Forschungsinstitut für biologischen Landbau
    (Frick, Schweiz)
  • Warsaw University of Life Sciences
    (Warschau, Polen)
  • INRA-Toulouse
    (Toulouse, Frankreich)
  • ITAB
    (Paris, Frankreich)

Zeitraum

5.2018 - 4.2021

Publikationen zu dem Projekt

Anzahl der Datensätze: 0