Legumes Translated

Projekt

Junge Sojabohnenpflanze (c) Thünen-Institut/Katharina Schulz
Junge Sojabohnenpflanze (© Thünen-Institut/Katharina Schulz)

Translating knowledge for legume-based farming for feed and food systems

Das Ziel vom EU Thematic Network Legumes Translated ist die Förderung von Innovationen in Anbausystemen mit Körnerleguminosen und den dazugehörigen Wertschöpfungsketten durch die Synthese existierenden Wissens und den Transfer in die Praxis. Die Thünen Institute für Biodiversität und Agrartechnologie sind in diesem Projekt gemeinsam mit Fragen zu Biodiversität, Ökosystemleistungen und Umweltwirkung beteiligt.

Hintergrund und Zielsetzung

Der Anbau von Leguminosen wie die Sojabohne, die Ackerbohne und die Erbse leisten weltweit, insbesondere aufgrund hoher Eiweißgehalte, einen essentiellen Beitrag zur Ernährungssicherheit. Trotzdem sind in Europa nur 3% der Ackerfläche mit Leguminosen bestellt. Daraus ergibt sich für Europa ein Defizit an Pflanzenprotein, speziell für die Fütterung in der Tierhaltung. Die dringenden Bedürfnisse und branchenübergreifenden Herausforderungen des Leguminosenanbaus und der Produktion eiweißhaltiger Nahrungsmittel werden derzeit durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Hierzu zählen das Ungleichgewicht der europäischen Anbausysteme, welche heute von Getreidekulturen mit nachteiligen agronomischen und ökologischen Auswirkungen dominiert werden, die wachsende Nachfrage nach alternativen Quellen für pflanzliches Eiweiß, das wachsende Interesse der Verbraucher an den Umweltauswirkungen und der Ressourceneffizienz von Wertschöpfungsketten sowie der wachsenden Nachfrage nach GVO-freien Wertschöpfungsketten und Lebensmitteln aus Leguminosen.

Das Vorhaben Legumes Translated fördert Innovationen in Anbausystemen mit Körnerleguminosen und den dazugehörigen Wertschöpfungsketten in dem Endnutzer (Landwirte, Politiker) mit Quellen qualitätsgesicherten Wissens durch Transfer verlinkt werden. Im Projekt werden Innovationen innerhalb dieser Systeme auf ihre Beständigkeit und Praxisreife, insbesondere im Hinblick auf best-practice, ökomischen und ökologischen Gesichtspunkten, untersucht und anschließend in praxisnahe Outputs zusammengefasst. 

Vorgehensweise

Die Sammlung und Synthese des Wissens erfolgt über zwei Wege. Erstens auf der Ebene der Akteur-Gruppen, das sind praxisnahe Partner welche spezifische innovative Praktiken im Anbausystem und/oder in der Wertschöpfungskette durchführen; zweitens innerhalb der Transition Networks, die als technische Areale des landwirtschaftlichen Sektors und Wertschöpfungstransition definiert sind. Das Wissen, welches zunächst in Akteur-Gruppen und in der Wechselwirkung zwischen Akteure-Gruppen und Transition Networks gesammelt und generiert wird, wird mithilfe eines Co-Learning-Ansatz validiert. Neben der direkten Interaktion zwischen Partnern wird eine umfassende Palette primärer Kommunikationen auf einer internetbasierten Wissensplattform bereitgestellt werden sowie sekundäre Kommunikationen generiert die auf spezifische Gruppen entlang der Wertschöpfungsketten abzielen. Es wird eine breite Palette von Medien verwendet, vom schriftlichen bis hin zu audiovisuellen. Die Ergebnisse des Projektes werden den verschiedenen Zielgruppen über einen langen Zeitraum, weit über die Projektlaufzeit, zur Verfügung gestellt.

 Das Konsortium besteht aus 17 Partner, 15 Akteur-Gruppen aus 9 verschiedenen Länder und 7 Transition Networks. Die Partner und Akteur-Gruppen verfügen sowohl über forschungsbasiertes als auch über praxisrelevantes Wissen und Erkenntnisse (vor der Produktion bis zum Einzelhandel), einschließlich der unterstützenden und regulierenden Funktionen von Politik und Entwicklung. Die Schwerpunkte der sieben Transition Networks sind: Diversifizierung von Anbausysteme unter Nutzung von Winterleguminosen, sojabohnenbasierte Wertschöpfungsketten für Nahrung und Futter, Produktion sowie technisierte Aufbereitung leguminosenbasierter Nahrungsmittel, Wertschöpfungsketten der Schweine-, Hühner-, und Rinderhaltung sowie Aquakultur. Damit wird ein weites Spektrum an Praktiken rund um das Themengebiet Leguminosenanbau abgedeckt.

Unsere Forschungsfragen

Das Thünen Institut für Biodiversität koordiniert das Gesamtvorhaben sowie das Arbeitspaket 5. In diesem Arbeitspaket sind folgende Aufgaben vorgesehen:

  • Zusammenstellung existierender Kenntnisse zu Biodiversität, Ökosystemleistungen und Umweltwirkung von Leguminosen-basierten Anbausystemen
  • Zusammenarbeit mit Actor Groups und Transition Networks in Legumes Translated zur Sammlung und Aufbereitung des Wissens über die umgesetzten innovativen Anbausysteme
  • Life cycle assessment (LCA) von Leguminosen-basierten Anbausystemen um die Umweltauswirkungen und Ökosystemdienstleistungen in den Kategorien Treibhausgasbilanz, Eutrophierung, Versauerung und Ökotoxizität zu erfassen und zu bewerten.
  • Leguminosenspezifische Auflistung von Ökosystemdienstleistungen und Auswirkungen auf die Biodiversität insbesondere im Hinblick auf Insekten, Begleitvegetation und Bodenorganismen
  • Identifikation von Beschränkungen, welche die Erbringung von Ökosystemleistungen und Umweltwirkungen der Anbausysteme beeinflussen
  • Erarbeitung von Expertenrichtlinien zur Identifizierung von Optionen zur Steigerung von Ökosystemleistungen in Leguminosen-basierten Anbausystemen
  • Entwicklung einer Bewertungsmethodik bzw. eines -werkzeugs für Umweltwirkungen und Ökosystemleistungen in Leguminosen-basierten Anbausystemen (von der Kultur bis zum Anbausystem) für verschiedene Fruchtfolgen und Managementregimes

Die Ergebnisse werden in Form von Development Guides sowie Practice Abstracts der Praxis zur Verfügung gestellt. 

Links und Downloads

www.legumestranslated.eu

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner

  • Scotland's Rural College [SRUC]
    (Edinburgh, Großbritannien (Vereinigtes Königreich))
  • University of Helsinki [FI]
    (Helsinki, Finnland)
  • Donal Murphy-Bokern [DMB]
    (Lohne, Deutschland)
  • Circa Group Europe Ltd. [CIRC]
    (Dublin, Irland)
  • Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg [LTZ]
    (Karlsruhe, Deutschland)
  • Forschungsinstitut für biologischen Landbau [FIBL]
    (Frick, Schweiz)
  • TEAGASC [TEAG]
    (Johnstown, Irland)
  • Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung [ZALF]
    (Müncheberg, Deutschland)
  • Nireus Aquaculture [NIRE]
    (Koropi, Griechenland)
  • Farmers’ Cooperative of Thessaly [THES]
    (Larissa, Griechenland)
  • AgroBio Institute [ABI]
    (Sofia, Bulgarien)
  • Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall [BESH]
    (Wolpertshausen, Deutschland)
  • Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen [LLH]
    (Kassel , Deutschland)
  • Donau Soja GmbH [DS]
    (Wien, Österreich)
  • Stonegate Farmers Ltd. [STON]
    (Lacock, Großbritannien (Vereinigtes Königreich))
  • Arvum Seed Technology [AST]
    (Ballymountain, Irland)
  • Institute of Field and Vegetable Crops [IFVC]
    (Serbo, Serbien)

Geldgeber

  • Europäische Union (EU)
    (international, öffentlich)

Zeitraum

11.2018 - 10.2021

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft