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Regionale Vermarktung von Milch

Projekt

 (c) Janina Knuck

Einflussfaktoren auf die regionale Vermarktung von Milch und Milcherzeugnissen

Ist die Regionalvermarktung ein geeignetes Instrument für Milcherzeuger, von volatilen Auszahlungspreisen unabhängig zu werden? Wir untersuchen die Erfolgsfaktoren einer regionalen Vermarktung von Milch und Milcherzeugnissen.

Hintergrund und Zielsetzung

Der Milchmarkt ist geprägt von volatilen Preisen, den Krisen der letzten Jahre und politischen Maßnahmen, die den Milcherzeugern in Zeiten niedriger Milchpreise die Liquidität erhalten sollten. Die Europäische Kommission hat sich in der Vergangenheit vielfach dem Milchmarkt gewidmet und mit der Expertengruppe „Milch“, dem Milchpaket und Hilfsmaßnahmen wie der Milchsonderbeihilfe oder der Milchmengenverringerungsmaßnahme geholfen, die Krisen zu entschärfen. Dennoch konnten einige Betriebe ihren Zahlungsverpflichtungen kaum nachkommen und hatten Schwierigkeiten, ihre Liquidität zu erhalten. Obgleich sich der Markt zum aktuellen Zeitpunkt etwas erholt hat und die Auszahlungspreise bei über 30 Cent pro Kilogramm Milch liegen, sehen viele Betriebe der nächsten Milchkrise ohnmächtig entgegen.

Neben der Abhängigkeit von den Auszahlungspreisen der Molkereien stellt das vermehrte Interesse der Verbraucher an spezifischen Produkteigenschaften die Milcherzeuger vor neue Herausforderungen: GVO-freies Futter, eine Produktion frei von Glyphosat oder Milch aus Weidehaltung. Umstellungen, die zusätzliche Kosten mit sich bringen, ohne dass ein höherer Milchpreis sicher ist. Doch in der gesteigerten Aufmerksamkeit für die Produktionsbedingungen von Lebensmitteln verbirgt sich auch eine Chance für Milcherzeuger: die regionale – weniger von der Molkerei abhängige – Vermarktung ihrer Produkte direkt an den Verbraucher. In Zeiten niedriger Auszahlungspreise kann diese Diversifizierung dabei helfen, die eigene Liquidität zu erhalten.

Vorgehensweise

Das Thünen-Institut ist vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft beauftragt worden, die Einflussfaktoren auf den Erfolg bzw. Misserfolg regionalvermarktender Milcherzeuger zu untersuchen.

Ziel ist es, alle relevanten Faktoren zusammenzutragen und ihren Einfluss auf den Erfolg bzw. Misserfolg von Milchviehbetrieben, die ihre Milch selbst verarbeiten und vermarkten, zu beleuchten.

Daten und Methoden

Zur Ermittlung relevanter Einflussgrößen werden sowohl Interviews mit Experten z.B. Betriebsberater, Mitarbeiter von Landwirtschaftskammern und Verbänden, als auch mit regional vermarktenden Betrieben geführt. Die Erhebung umfasst ausgewählte – für Deutschland wichtige – Milcherzeugungsregionen. Mit verschiedenen qualitativen und quantitativen Methoden werten wir die erhobenen Daten aus und erstellen einen Bericht, der für alle zugänglich ist. Wir geben Milcherzeugern, die den Schritt in die Regionalvermarktung wagen wollen, ein Instrument an die Hand, die Stärken und Schwächen ihrer individuellen Situation zu bewerten und mögliche Schwachstellen früh zu erkennen.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

1.2018 - 12.2020

Publikationen zu dem Projekt

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