Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Annette Pontillo
Institut für Ökologischen Landbau

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Weidemast - Eine Alternative für die Bullenkälber aus der Milchviehhaltung?

Projekt

 (c) Thünen-Institut/Jacqueline Felix

Untersuchungen zu Alternativen bei der Verwertung von männlichen Kälbern aus der Milchviehhaltung

Die Nachfrage nach Bio-Rindfleisch steigt und doch werden die meisten männlichen Kälber aus Bio- Milchviehbetrieben in konventionelle Mastbetriebe verkauft. Das sehen nicht nur Verbraucher sondern auch Bio-Milchviehhalter kritisch.

Hintergrund und Zielsetzung

Bei der Milchviehhaltung fallen neben den weiblichen Kälbern, die in der Regel für die Nachzucht des Bestandes genutzt werden, auch männliche Kälber an. Diese werden meist zur Mast in andere Betriebe abgegeben. Bisher existieren allerdings nur wenige ökologisch wirtschaftende Rindermastbetriebe, so dass die Bullenkälber aus Bio-Milchviehbetrieben meist nicht adäquat vermarktet werden können. Zudem erzielen Bullenkälber von milchbetonten Rassen schlechtere Erlöse als Nachkommen von Doppelnutzungstieren oder Mastrindanpaarungen. Zwar können diese Einbußen durch gesextes Sperma und gezielte Mastanpaarungen gemindert werden, aber komplett auszuschließen sind sie nicht. Hinzu kommt, dass die Bedingungen in der konventionellen Rindermast deutlich von den Ansprüchen des ökologischen Landbaus abweichen. Dies gilt ganz besonders für die Kalbfleischerzeugung. Hier setzt das Projekt an. In unterschiedlichen Experimenten wird untersucht, inwieweit eine Kalbfleischerzeugung von der Weide möglich ist, welche Schlachtkörperqualitäten zu erwarten sind und wie sich diese Haltungsform auf den Medikamenteneinsatz auswirkt. Zudem wird geprüft ob die Futtergrundlage (kräuterbetonte vs. gräserbetonte Weide) Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Tiere hat.

Vorgehensweise

Bullenkälber verschiedener Herkünfte werden  entsprechend der Standards der EU-Öko-VO 834 für drei Monate mit Vollmilch aufgezogen und anschließend auf institutseigenen Dauergrünlandflächen bis zum Alter von 6 bis 8 Monaten gemästet. Dabei ist die Kraftfuttergabe auf 500 g je Tier und Tag begrenzt und dient in erster Linie der Aufrechterhaltung einer guten Tier-Mensch-Beziehung. Die Weide wird portionsweise angeboten. Die Tiere werden regelmäßig gewogen und auf Infektionen mit Endoparasiten, insbesondere Magen-Darm-Würmern, untersucht. Die Schlachtung erfolgt in einem nahegelegenen Schlachthof auf dem auch die Erhebungen zur Schlachtkörper- und Fleischqualität durchgeführt werden. Neben verschiedenen Rassen (u. a. Deutsche Holstein, Jersey) sowie  Kreuzungstieren werden zwei unterschiedliche Ansaatmischungen (kräuterbetont bzw. grasbetont) bezüglich ihrer Effekte auf die genannten Zielvariablen geprüft.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner

  • Christian-Albrechts-Universität
    ( Kiel, Deutschland)
  • Universität Rostock
    (Rostock, Deutschland)

Zeitraum

4.2016 - 12.2020

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 0