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Milk & Calf – Vermarktung von Produkten aus kuhgebundener Haltung

Projekt

 (c) Thünen-Institut/Jacqueline Felix

Mehr als eine Nische? Untersuchungen zum Potenzial der kuhgebundenen Kälberaufzucht in der Vermarktung von Milch und männlichen Kälbern

Einige Verbraucher fragen nach Milch und Milchprodukten, die ohne eine frühzeitige Trennung von Kühen und Kälbern hergestellt werden. Wir gehen der Frage nach, wie Betriebe, die ihre Kälber kuhgebunden aufziehen, ihre Milch und auch die Bullenkälber vermarkten und ob diese Produkte ein größeres Vermarktungspotenzial haben.

Hintergrund und Zielsetzung

Mehr und mehr Verbraucher und Tierschutzorganisationen kritisieren die frühzeitige Trennung von Kuh und Kalb unter den Bedingungen der modernen Milchviehhaltung. Inzwischen ziehen schon einige Betriebe ihre Kälber an den Müttern bzw. Ammen auf und einige Studien beschäftigen sich mit der Tiergesundheit, der Leistung und dem Verhalten in solchen Systemen. Obwohl positive Effekte für die Kälber nachgewiesen wurden, stellt sich die verminderte Menge an absetzbarer Milch als Nachteil des Verfahrens dar. Folglich müssten Landwirte mehr für die derartig erzeugten Produkte - Milch und Mastkälber - erhalten, um profitabel zu wirtschaften. Bisher gibt es allerdings keine Informationen darüber, wie Betriebe diese Milch und die Kälber vermarkten und ob sie die Aufzucht als Verkaufsargument nutzen. Das Projekt untersucht die Akzeptanz aber auch die Ablehnung dieser Produkte entlang der gesamten Produktions- und  Wertschöpfungskette. Am Ende sollen Ideen für Vermarktungsstrategien entwickelt werden, die dann auch wieder zurückgespiegelt werden sollen. Insgesamt soll ein umfassendes Bild über das Potenzial der muttergebundenen Kälberaufzucht entstehen.

Vorgehensweise

In der Milchviehhaltung kann sich die muttergebundene Aufzucht der Kälber nur dann stärker als eine tiergerechte Alternative etablieren, wenn nicht nur die verfahrenstechnischen Fragen geklärt werden, sondern auch die Vermarktung der in diesem System erzeugten Produkte über die Direktvermarktung hinaus möglich ist. Hier setzt das Projekt an: Auf allen Ebenen (Produzenten, Verarbeiter, Vermarkter, Konsumenten) sollen das Interesse am und die Widerstände gegen die muttergebundene Kälberhaltung untersucht werden. Der Status quo bezüglich der Produktion und Vermarktung von Produkten aus Betrieben, die das Verfahren bereits anwenden, soll erhoben werden. Zum anderen sind Aussagen über die Akzeptanz derartig erzeugter Lebensmittel zu machen, denn die Nachfrage nach ihnen wird maßgeblich über die Zukunftsfähigkeit dieser speziellen Aufzuchtform entscheiden. Das Projekt strebt eine umfassende Betrachtungsweise an und beschränkt die Untersuchung deshalb nicht nur auf das Produkt Milch, sondern bezieht die Vermarktung der männlichen Kälber als Koppelprodukt mit ein.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

1.2018 - 6.2020

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 2815NA094
Förderprogramm: Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Barth K (2018) Effects of suckling on milk yield and milk composition in dam rearing systems. In: Proceedings of the Fifth Dairycare Conference 2018 : Thessaloniki, March 19th and 20th 2018 "Getting There". DairyCare COST Action FA1308 2018, p 28