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Organisation entwaldungsfreier Lieferketten

Projekt

 (c) ThKatz – Fotolia

Begleitforschung zur Organisation von entwaldungsfreien Lieferketten

Wie kann sichergestellt werden, dass für den Anbau von Agrarprodukten kein weiterer Regenwald zerstört wird? Wir untersuchen, wie entwaldungsfreie Lieferketten von Marktteilnehmern wahrgenommen werden und wie diese von der Politik aktiv gestaltet werden können.

Hintergrund und Zielsetzung

Weltweit wird jährlich eine Fläche von mehr als 7 Millionen Hektar entwaldet. Dabei handelt es sich hauptsächlich um tropischen Regenwald, wobei über die Hälfte der entwaldeten Flächen anschließend landwirtschaftlich für Ackerbau und Tierhaltung genutzt wird. Mit den Amsterdam-Erklärungen haben sich Deutschland und weitere europäische Länder 2015 als sogenannte Amsterdam-Gruppe verpflichtet, mit einem Bündel verschiedener Maßnahmen die Entwaldung des Regenwaldes zu reduzieren. Insbesondere der Aufbau entwaldungsfreier Lieferketten soll dazu beitragen: Entsprechend der Verpflichtungen sollen keine landwirtschaftlichen Produkte mehr importiert werden, die auf umgewandelten Regenwaldflächen angebaut wurden. Besonders relevant aus Sicht der Amsterdam-Gruppe sind dabei die Produkte Soja, Palmöl und Kakao. Aber auch Produkte wie Rindfleisch, Mais, Kaffee, Reis, Zuckerrohr und Kautschuk spielen eine Rolle.

Schwerpunkt des Projektes ist es, den Aufbau entwaldungsfreier Lieferketten kritisch und konstruktiv zu begleiten und exemplarische Analysen zu bestimmten Lieferketten unter Einbeziehung relevanter Akteure durchzuführen. Dabei sollen beispielsweise Aspekte der Rückverfolgbarkeit von Produkten entlang der Lieferkette, die erwartete Wirkung von geplanten Verordnungen auf EU-Ebene oder die Einstellungen und Präferenzen von Verbrauchern in die Analysen einbezogen werden, um Hindernisse bei der Organisation entwaldungsfreier Lieferketten möglichst frühzeitig aus dem Weg zu räumen.

Vorgehensweise

In Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie wurde eine Bewertung verschiedener Zertifizierungssysteme für Soja vorgenommen. Dabei wurden Anforderungen hinsichtlich sozialer und umweltbezogener Standards sowie weitere relevante Kriterien analysiert. Ein wichtiger Fokus lag auf Kriterien zum Schutz von Wäldern und Ökosystemen.
Am Beispiel der Nachhaltigkeit von Palmöl soll eine Diskursanalyse mit Fokus auf Selbstverpflichtungen zu entwaldungsfreien Lieferketten und relevanten Politikmaßnahmen auf EU-Ebene durchgeführt werden. Mithilfe von Fokusgruppen wollen wir außerdem untersuchen, wie Konsumenten in Deutschland zu Palmöl in Lebensmitteln eingestellt sind und inwieweit der Aspekt der Entwaldung für die Produktion von Palmöl für Konsumenten eine Rolle spielt. Weitere Analysen im Zusammenhang mit der Betrachtung von relevanten Wertschöpfungsketten und deren involvierten Akteuren sind in Planung. Damit wollen wir auch dazu beitragen, besser einschätzen zu können, wie freiwillige privatwirtschaftliche Zertifizierungsinitiativen wirken und wie diese Wirksamkeit erhöht werden könnte.

Links und Downloads

Partnerprojekt des Thünen-Instituts für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

10.2017 - 9.2020

Publikationen zu dem Projekt

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Hargita Y, Hinkes C, Bick U, Peter G (2018) Entwaldungsfreie Agrarrohstoffe - Analyse relevanter Soja-Zertifizierungssysteme für Futtermittel. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 86 p, Thünen Working Paper 98, DOI:10.3220/WP1526991593000
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