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Anja Herkner
Institut für Ländliche Räume

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Ökonomische Effekte der räumlich ungleichen Verteilung von Arbeitskräften sowie Betrieben

Projekt

Deutschland - Nacht (c) Guillaume Le Bloas - stock.adobe.com
Die räumlich ungleiche Verteilung von (ökonomischer) Aktivität in Deutschland veranschaulicht anhand der Lichtintensität bei Nacht (© Guillaume Le Bloas - stock.adobe.com)

Die Wirtschaftskraft in Deutschland ist regional ungleich verteilt. Entsprechende Disparitäten zeigen sich u. a. zwischen ländlichen und nicht-ländlichen Regionen. Aus diesem Grund untersuchen wir den Einfluss des regionalen Umfeldes auf den wirtschaftlichen Erfolg von Arbeitskräften und Betrieben, den wir anhand von Produktivität bzw. dem Hervorbringen von Innovationen messen.

Hintergrund und Zielsetzung

Die ökonomische Aktivität ist in Deutschland in einem hohen Maße ungleich über den Raum verteilt. In einigen ländlichen Regionen arbeiten pro km² weniger als 20 Erwerbstätige, in Agglomerationsräumen hingegen teilweise mehr als 800 Erwerbstätige pro km². Gleichzeitig ist die Wirtschaftskraft in den verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Häufig weisen insbesondere ländliche Regionen ein unterdurchschnittliches regionales Lohnniveau und vergleichsweise geringe Innovationsraten auf. Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Gründe für die Unterschiede zwischen ländlichen und nicht-ländlichen Regionen hinsichtlich ihrer Wirtschaftskraft besser zu verstehen, indem wir neue Erkenntnisse darüber gewinnen, in welchem Ausmaß und aufgrund welcher Mechanismen die räumlich ungleiche Verteilung von ökonomischer Aktivität Einfluss auf Arbeitskräfte und Betriebe hat. Im Fokus steht der Einfluss auf die Produktivität der Arbeitskräfte und das Generieren von Innovationen.

Vorgehensweise

Basierend auf Sekundärdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird mit Hilfe mikroökonometrischer Methoden untersucht, inwiefern Löhne und betriebliche Innovationsraten von den Charakteristika des lokalen Arbeitsmarktes abhängen. Insbesondere analysieren wir hierbei, wie bedeutend die Größe des lokalen Arbeitsmarktes und die regionale Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte sind.

Daten und Methoden

Für die Analysen greifen wir auf Mikrodaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zurück, insbesondere auf die Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) und das IAB-Betriebspanel. Die Datensätze beinhalten umfassende Informationen zu individuellen Beschäftigungsverhältnissen, Arbeitskräften und Betrieben. Ergänzt werden diese Informationen um Angaben zum regionalen Arbeitsmarktumfeld, in dem die Arbeitskräfte und Betriebe tätig sind.

Unsere Forschungsfragen

  • Welchen Einfluss hat die Größe des regionalen Arbeitsmarktes auf das regionale Produktivitäts- und Lohnniveau, und welche Erklärungen gibt es für den Zusammenhang?
  • Inwiefern hängt der Innovationserfolg eines Unternehmens von dem regionalen Umfeld ab?
  • Welche Rollen spielen insbesondere die Nähe zu anderen Betrieben und die lokale Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte?

Vorläufige Ergebnisse

Es sind neue Erkenntnisse über die Bedeutung des regionalen Umfeldes für den individuellen Arbeitsmarkterfolg und die Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben zu erwarten. Sie könnten dazu beitragen, Politiken zur wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Regionen effektiver und effizienter zu gestalten.

Links und Downloads

Projekthomepage des IAB: www.iab.de/138/section.aspx/Projektdetails/k161012304

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

11.2016 - 12.2019

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 2

  1. Peters JC (2017) Quantifying the effect of labor market size on learning externalities. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 52 p, Thünen Working Paper 74, DOI:10.3220/WP1502798530000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 579 KB
  2. Hamann S, Niebuhr A, Peters JC (2016) Benefits of dense labour markets : evidence from transitions to employment in Germany [online]. Kiel: Univ, 31 p, Econ Working Paper 2016-07, zu finden in <http://hdl.handle.net/10419/130759> [zitiert am 01.03.2017]