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No-Name-Produkte im Milchbereich: Segen oder Fluch?

Projekt

 (c) Thünen-Institut / Marktanalyse

Auswirkungen von No-Name-Produkten (Milcherzeugnisse) auf Marktanteile und Preisentwicklung

Auf dem Milchmarkt geht es turbulent zu. Die Preise für Milcherzeuger, Molkereien und Verbraucher fahren regelmäßig Achterbahn. Mittlerweile wird ein Großteil der Milch als No-Name-Produkt verkauft. Ist das für die Beteiligten ein Fluch oder ein Segen?

Hintergrund und Zielsetzung

Die Preisschwankungen auf Agrarmärkten haben in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. Insbesondere die Preisspitzen und -tiefen haben bisher unbekannte Dimensionen erreicht.

Milcherzeuger, Milchverarbeiter sowie Lebensmitteleinzelhandel und Konsumenten müssen in diesem neuen Marktumfeld zurechtkommen. Es zeigt sich, dass besonders die Milcherzeuger in Zeiten tiefer Marktpreise einem großen Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind, der in Teilen deren wirtschaftliche Existenz bedroht.

Um mögliche Ursachen für die schlechte wirtschaftliche Stellung von Milcherzeugern in Phasen niedriger Marktpreise zu identifizieren, müssen wir die Wettbewerbsprozesse auf dem deutschen Milchmarkt, insbesondere bei der Vermarktung von Milchprodukten, besser verstehen. Hier spielen die No-Name-Produkte eine bedeutende Rolle. Denn der Großteil der Rohmilch wird als No-Name-Produkt verkauft. Diese Produkte stellen für den Milchmarkt ein wichtiges Mengenventil dar, denn die Absatzmöglichkeiten in Form von Markenprodukten mit höherer Wertschöpfung sind begrenzt. Daher müssen wir überprüfen, ob der Wettbewerb bei den No-Name-Produkten ordnungsgemäß funktioniert.

Zielgruppe

Wirtschaft und Politik

Vorgehensweise

Eine Untersuchung der Wettbewerbsprozesse auf Ebene des Lebensmitteleinzelhandels bei expliziter Betrachtung des Konsumentenverhaltens ist nur mit Daten aus einem Verbraucherpanel möglich. Daher betrachten wir einen Datensatz aus dem Verbraucherpanel der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für die folgenden Warengruppen:

  • Butter
  • Hart- und Schnittkäse
  • Trinkmilch
  • Joghurt, fest

Der Analysezeitraum erstreckt sich auf die Jahre 2012 bis 2015. Die Forschungsmethoden gliedern sich wie folgt:

Mit deskriptiven Methoden stellen wir die Entwicklung des Marktanteiles der No-Name-Produkte in den Warengruppen über die Zeit dar.

Durch eine hedonische Preisanalyse können wir den Zusammenhang zwischen dem Preis und den Merkmalen eines Gutes erfassen. Damit können wir Rückschlüsse auf das Konsumentenverhalten ziehen.

Die Frage der Marktmacht und deren potenzielle missbräuchliche Ausnutzung durch den Lebensmitteleinzelhandel lassen sich mit diesen Daten nicht umfänglich adressieren. Aber mit Hilfe verschiedener ökonometrischer Verfahren können wir Indizien sammeln.

Unsere Forschungsfragen

Wir betrachten die Entwicklung des Marktanteiles von Handelsmarken im Lebensmitteleinzelhandel bei Milchprodukten seit 2009:

  1. Wie werden diese im Milchsegment eingesetzt und welche Konsequenzen ergeben sich hieraus auf die gelisteten Markenprodukte?
  2. Welche Rückschlüsse lassen sich daraus für das Konsumentenverhalten ziehen? Wie sind zukünftige Entwicklungen abzuschätzen?
  3. Welche Wirkung hat diese Entwicklung auf die Wettbewerbsprozesse am Markt? Sind Auswirkungen auf die Preisentwicklung des Handels und die Erzeugerpreise denkbar bzw. feststellbar? Welche Aussagen lassen sich in diesem Zusammenhang über Preisveränderungen und ihre Weitergabe an die Kunden machen?

Thünen-Ansprechpartner


Zeitraum

2.2018 - 2.2019

Publikationen zu dem Projekt

Anzahl der Datensätze: 0