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Sekretariat

Hanne Schmidt-Przebierala
Institut für Agrarklimaschutz

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Afrikaweites Netzwerk für die Beobachtung von Treibhausgasen (SEACRIFOG)

Projekt

Supporting EU-African Cooperation on Research Infrastructures for Food Security and Greenhouse Gas Observations

Das Projekt SEACRIFOG ist eine Design-Studie zur Konzeptualisierung eines panafrikanischen Treibhausgas-Beobachtungssystems und fördert die Vernetzung von afrikanischen und europäischen Forschungsinfrastrukturen.

Hintergrund und Zielsetzung

Der afrikanische Kontinent leidet schon heute unter Veränderungen, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden. Hinzu kommen ein extremes Bevölkerungswachstum, schnell fortschreitende Landnutzungsänderungen sowie Entwicklungen von Industrie und Verkehr, die die Umwelt Afrikas nachteilig beeinflussen und gleichzeitig zu steigenden Treibhausgasemissionen führen. Diese gefährden auch die Lebensgrundlagen vieler Menschen auf dem Kontinent, die von der Landwirtschaft leben.

Effiziente wissenschaftliche Beratung, auf deren Grundlage Emissionen verringert und landwirtschaftliche Systeme gezielt an den Klimawandel angepasst werden können, kann nur erfolgen, wenn Datengrundlagen zu Emissionen vorliegen. Vergleichbare Daten von Klimabeobachtungssystemen werden bisher jedoch nicht flächendeckend auf dem Kontinent erhoben oder geteilt. Die dazu benötigte wissenschaftliche Infrastruktur ist nicht ausreichend vorhanden. Der Aufbau eines effizienten und langfristigen Treibhausgasbeobachtungsnetzwerkes ist ein langwieriger, planungsintensiver Prozess, der die Einbindung unterschiedlicher Interessengruppen bedarf.

Ziel des SEACRIFOG-Projekt ist es, den Kooperationsdialog zwischen EU und Afrika auf verschiedenen Ebenen (Politik, Wissenschaft, Gesellschaft) zu folgenden Themen zu fördern:  Landnutzungsänderung, klimaverträglichere und -angepasste Landwirtschaft, Beobachtung des Kohlenstoffkreislaufs und Beobachtung von Treibhausgasen. SEACRIFOG baut ein integratives Netzwerk für eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit zwischen afrikanischen und europäischen Umweltforschungsinfrastrukturen auf. Zu den Ergebnissen des Projekts gehört es, die Situation in Afrika zu den oben genannten Themen zu bewerten. Darauf aufbauend wird ein Konzept für ein panafrikanisches Treibhausgasbeobachtungssystem erarbeitet.

SEACRIFOG ist ein Verbundprojekt mit zehn europäischen und sechs afrikanischen Partner-Institutionen. Das Thünen-Institut für Agrarklimaschutz koordiniert den Forschungsverbund.

Die drei übergeordneten Ziele des Projekts sind:  

1) Identifikation der notwendigen Bedürfnisse, um wissenschaftlich basierte Strategien zu erarbeiten, die die Ernährungssicherung gewährleisten und gleichzeitig Treibhausgasemissionen verringern.

2) Ausarbeitung eines Fahrplans für eine dialogfähige und zugängliche wissenschaftliche Infrastruktur für Agrarwissenschaft und Klimaforschung in Europa und Afrika.

3) Ein Konzept für nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe und Entwicklung von Bildungskapital in Afrika.

Vorgehensweise

Um die umfangreichen Ziele des Projektes zu erreichen wurden acht Arbeitspakete festgelegt, die jeweils unterschiedliche Teilbereiche bearbeiten und Methoden anwenden.

In Arbeitspaket 1 werden durch Befragungen in mehreren afrikanischen Ländern die grundlegenden Wissenslücken und allgemeinen Bedürfnisse von Ökosystemnutzern zu den Themen Landnutzungsänderung, klimaverträglichere und -angepasste Landwirtschaft, Beobachtung des Kohlenstoffkreislaufs und Beobachtung von Treibhausgasen identifiziert. Außerdem werden Analysen von Fachartikeln und eine Bestandsaufnahme von ähnlichen Projekten durchgeführt. Arbeitspaket 1 liefert unterstützende Informationen für die Arbeit von Arbeitspaket 2 bis 7.

Arbeitspaket 2 ermittelt durch eine Metastudie Wissenslücken und Ansatzpunkte für klimaverträglichere und -angepasste Nutztierhaltung. Da in Ostafrika die Forschung zur Nutztierhaltung am weitesten fortgeschritten ist, wird das Arbeitspaket sich zunächst auf Ostafrika konzentrieren. Ein GIS basiertes Werkzeug wird entwickelt, um landwirtschaftliche Systeme zu lokalisieren, die intensiviert werden können, aber auch Potenzial haben für Klimaanpassung und Emissionsminderung.

Arbeitspaket 3 sammelt verfügbare Daten von existierenden Beobachtungssystemen über den Kohlenstoffkreislauf. Dabei werden auch die verwendete Technik und die Standorte der jeweiligen Systeme erfasst. Mit Hilfe der gesammelten Daten wird ein Modell erstellt, das Auskunft darüber gibt, an welchen Orten weitere Messstationen für ein präzises und kosteneffizientes Klimabeobachtungssystem errichtet werden müssen.

Das vierte Arbeitspaket baut auf den Ergebnissen der Arbeitspakete 1 bis 3 auf. Es werden Umweltparameter bestimmt, die für das Monitoring von Klimaveränderungen notwendig sind und zur Vorhersage von klimatischen Schwankungen genutzt werden können. Außerdem werden standardisierte Ansätze zur Beobachtung der Einflüsse von Klima und Landänderung auf Kohlenstoff, Wasser und Treibhausgas-Dynamiken entwickelt. Durch Workshops werden relevanten Stakeholdern die entwickelten Leitfäden nahegebracht.

Im fünften Arbeitspaket geht es um den Datenaustausch. Es wird erarbeitet, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen für ein breit einsetzbares Datenportal, das relevante Daten aus Klimabeobachtung und –vorhersage bereitstellt. In Workshops werden mit relevanten Stakeholdern Daten-Richtlinien und Lizenzen diskutiert. Ein weiterer Workshop für Studenten, Techniker und Wissenschaftler aus afrikanischen Ländern, die an das Rote Meer grenzen, wird organisiert. Die Teilnehmer lernen physikalische und chemische ozeanographische Daten zu sammeln und für die Weitergabe aufzubereiten.

In Arbeitspaket 6 wird eine Fallstudie auf Kap Verde durchgeführt. Auf den Inseln werden mehrere Workshops und Ausstellungen über marine Forschung organisiert. Diese initialisieren einen Dialog zwischen politischen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern und Bürgern. Der Dialog wird genutzt, um Schwerpunkte und Wissenslücken bei der Erforschung der Umwelt auf nationaler Ebene zu identifizieren. Gleichzeitig wird der Einfluss der Umwelt auf die gesamte westafrikanische Region bewertet. Der aktuelle Stand zum Kapazitätsaufbau von Maßnahmen zur Umweltforschung wird abgefragt und evaluiert.

In einem zweiten Schritt wird zusammen mit Arbeitspaket 1 und 7 ein weiterer Workshop durchgeführt, der Repräsentanten der nationalen, regionalen und internationalen Ebene zusammenbringt. Mit diesem Workshop wird ein Plan für ein nationales und internationales Forschungsprogramm (inklusive Kapazitätsaufbaumaßnahmen) in Westafrika erstellt.

Damit die wissenschaftlichen Ergebnisse von SEACRIFOG in politische Prozesse umgewandelt werden, etabliert Arbeitspaket 7 eine Dialogplattform mit hochrangigen politischen Entscheidungsträgern aus Europa und Afrika. Um sicherzustellen, dass eine langzeitliche Kooperation zwischen afrikanischen und europäischen wissenschaftlichen Einrichtungen aufrechterhalten bleibt, wird außerdem ein Co-Finanzierungskonzept von Arbeitspaket 7 erarbeitet.

Arbeitspaket 8 ist für die Koordinierung und Vernetzung der einzelnen Arbeitspakete zuständig.

Links und Downloads

www.seacrifog.eu

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Europäische Union (EU)
    (international, öffentlich)

Zeitraum

3.2017 - 2.2020

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 730995
Förderprogramm: EU - Horizon 2020 - Reinforcing European policy for research infrastructures
Projektstatus: läuft