MACS-G20 Initiative gegen Lebensmittelverluste und -abfälle

Projekt

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Initiative des "Meeting of Agricultural Chief Scientists of G20 states" gegen Lebensmittelverluste und -abfälle

Nach Schätzungen der FAO belaufen sich die globalen Lebensmittelverluste und -abfälle auf 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Deshalb hat Deutschland im Rahmen des Meeting of Agricultural Chief Scientists der G20-Staaten (MACS-G20) eine Initiative gegen Lebensmittelverluste und -abfälle ins Leben gerufen. Erste Schritte waren die Etablierung einer Internetplattform für Experten und Projekte sowie die Organisation eines Auftaktworkshops in Berlin. Seit Juni 2017 gibt es am Thünen-Institut für Marktanalyse eine Koordinatorin für  gemeinsame Aktivitäten, die auf internationaler Ebene  Lebensmittelverluste und -abfälle reduzieren sollen.

Hintergrund und Zielsetzung

Weltweit landen 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Abfall oder gehen während der Produktion verloren. Ressourcen wie Saatgut, Ackerfläche, Düngemittel, Treibstoffe oder menschliche Arbeitskraft, die für die Herstellung dieser Lebensmittel zum Einsatz kommen, werden somit unnötig verbraucht. Hinzu kommen durch die Lebensmittelproduktion bedingte negative Umweltauswirkungen wie Überdüngung, Wasserknappheit oder Treibhausgasemissionen. Bei der unsachgemäßen Entsorgung von Lebensmitteln entstehen ebenfalls nachteilige Emissionen. Weltweit wird ein großer Teil der weggeworfenen Lebensmittel direkt auf Deponien gebracht und verursacht durch die dort herrschenden anaeroben Bedingungen (Luftabschluss) die Entstehung von Methan. Methan ist ein wichtiges Treibhausgas und trägt einen großen Anteil zum globalen Klimawandel bei.

Die Verschwendung von Lebensmitteln hat nicht nur ökologische Konsequenzen, sondern auch ökonomische und soziale Nachteile zur Folge. So steigen die Preise für Grundnahrungsmittel am Weltmarkt durch eine erhöhte Nachfrage, auch wenn sie am Ende gar nicht gegessen werden.  Vor allem Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern können sich höhere Preise oft nicht leisten und haben daher mit einem eingeschränktem Zugang zu Lebensmitteln zu kämpfen. Dies verschärft die Situation von Millionen von weltweit hungernden Menschen, was soziale und ethische Probleme aufwirft.

Es gilt daher, Lebensmittelverluste und -abfälle entlang der gesamten Wertschöpfungskette weltweit zu verhindern. Ziel der MACS-G20 Initiative gegen Lebensmittelverluste und -abfälle ist eine Bündelung der Forschungs- und Politikberatungskapazitäten, um eine spürbare Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -abfällen auf globaler Ebene zu initiieren.

Zielgruppe

Primär richtet sich die Initiative an die Mitglieder der MACS-G20-Gruppe, die es in ihren Aktivitäten für die Vermeidung von Lebensmittelverlusten und -abfälle zu unterstützen gilt. Zu den G20-Staaten gehören Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Südkorea, Mexiko, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Türkei, Großbritannien, die USA sowie die Europäische Union. Zusätzlich zu den genannten Mitgliedern werden auch sogenannte Gäste zu den G20 Treffen eingeladen. Dazu zählen Spanien und folgende internationale Organisationen: Centre for Agriculture and Biosciences International (CABI), International Center for Advanced Mediterranean Agronomic Studies (CIHEM), Food and Agriculture Organisation (FAO), The Global Forum on Agricultural Research and Innovation (GFAR), Global Open Data for Agriculture and Nutrition (GODAN), International Center for Agricultural Research in the Dry Areas (ICARDA), International Food Policy Research Institute (IFPRI), Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Wheat Initiative.

Durch die auf diese Weise ermöglichten und umgesetzten Vermeidungsmaßnahmen sollen möglichst viele Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette weltweit erreicht werden.

Vorgehensweise

Als erster Schritt wurde eine Experten- und Projektplattform erstellt, in der sich internationale Forscher mit ihrer fachlichen Expertise und zugehörigen Projektergebnissen eintragen können. Die Plattform bietet eine Übersicht der bereits vorhandenen Forschungsprojekte zum Thema Lebensmittelverluste und -abfälle sowie der dahinter stehenden Forschungseinrichtungen und Forscher. Dies ermöglicht Interessenten, weltweit geeignete Ansprechpartner für geplante Forschungs- oder Umsetzungsprojekte ausfindig zu machen und kontaktieren zu können. Zudem lassen sich aus der Datenbank bestehende Forschungslücken ableiten, sodass nationale und internationale Fördersysteme darauf abgestimmt werden können. Ineffiziente Forschungsförderungen können so verhindert werden.

Im zweiten Schritt diskutierten Teilnehmer aus 17 Ländern sowie von FAO, OECD und EU-Kommission im Juni 2017 während eines Auftaktworkshops in Berlin drei Tage lang bereits erfolgreich umgesetzte Vermeidungsmaßnahmen, zu berücksichtigende Hindernisse, zukünftige Herausforderungen sowie Optionen zur internationalen Zusammenarbeit. Aus den Erkenntnissen des Workshops wird in weiterer Folge das Arbeitsprogramm der Initiative für die nächsten vier Jahre entwickelt.

Am Thünen-Institut für Marktanalyse koordiniert Felicitas Schneider die vielfältigen Möglichkeiten der gemeinsamen Umsetzung von Vermeidungsmaßnahmen. Für die nächsten vier Jahre steht sie der Initiative als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Links und Downloads

Internationale Experten- und Projektplattform für die Vermeidung von Lebensmittelverlusten und -abfällen (nur auf englisch verfügbar)

Annual update on deduced activities (Dezember 2017) (nur auf englisch verfügbar)

Startworkshop der Initiative 20. bis 22. Juni 2017 in Berlin (nur auf englisch verfügbar)

 

 

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

6.2017 - 5.2021