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Tastversuch zur Verfütterung von gekeimten Saatwickenkörnern an Legehennen

Projekt

 (c) Thünen-Institut / Tasja Kälber

Akzeptieren Legehennen gekeimte Saatwickenkörner als Futtermittel, und falls ja, in welchen Mengen werden sie aufgenommen?

Saatwicken produzieren eiweißreiche Körner, die neben wertvollen Nährstoffen auch verdauungsstörende Stoffe enthalten. Legehennen reagieren darauf besonders empfindlich und nehmen ungern größere Mengen auf. In einem Tastversuch am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau wird nun erprobt, ob Saatwickenkörner durch eine Keimung zu einem attraktiven Futtermittel werden.

Hintergrund und Zielsetzung

Aufgrund ihrer positiven Wirkung auf die Bodenfruchtbarkeit sind Leguminosen wie Erbsen oder eben die Saatwicke (Vicia sativa L.) ein wichtiger Bestandteil der Fruchtfolgen im ökologischen Landbau. In Anbauversuchen am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau zeigte die Saatwicke im praxisüblichen Anbau im Gemenge mit Hafer als Stützfrucht eine gute Ertragsstabilität, siehe Projekt „Erbsen, Lupinen & Co im Feldversuch“. Die eiweißreichen Körner der Saatwicke eignen sich zwar als Futtermittel für Rinder und andere Wiederkäuer, Geflügel und Schweine aber reagieren empfindlich auf die in den Saatwickenkörnern enthaltenen verdauungsstörenden Stoffe. Aus Versuchen mit verwandten Körnerleguminosen ist allerdings bekannt, dass eine Keimung der Körner vor der Verfütterung die verdauungsstörenden Stoffe reduziert. Daher geht dieser Tastversuch der Frage nach, ob Saatwickenkörner durch eine Keimung zu einem attraktiven Futtermittel für Legehennen veredelt werden können.

Vorgehensweise

Zusätzlich zum üblichen Futter werden den Legehennen gekeimte Saatwickenkörner angeboten um zu sehen ob sie diese aufnehmen. Werden die gekeimten Saatwickenkörner gefressen, wird die angebotene Menge langsam gesteigert um zu testen wieviel davon aufgenommen wird. Neben den angebotenen und unverzehrten Futtermengen werden die üblichen Parameter der Legeleistung erhoben.

Ergebnisse

Die beste Akzeptanz der gekeimten Saatwicken zeigte sich in 50:50 Mischung mit gekeimtem Weizen. In der letzten, sieben Wochen langen Phase des Tastversuchs hatte die Vorlage dieser gemeinsam gekeimten Mischung keinen Einfluss auf die Gesamtfutteraufnahme der Versuchsgruppe. Durchschnittlich 20 % der täglichen Gesamtfutteraufnahme (Trockenmassebasis) entfielen auf Keimgut, welches also einen Teil des üblichen Legefutters verdrängte. Die Legeleistung wurde davon aber nicht beeinflusst, ebensowenig die Lebendmasse der Hennen. Das Ausbleiben von negativen Effekten kann daher vorsichtig dahingehend interpretiert werden, dass die Keimung eine Möglichkeit zur verstärkten Verfütterung von Saatwicken an Legehennen darstellen könnte.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

10.2015 - 12.2016

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 3

  1. Baldinger L (2017) Akzeptanz einer gekeimten 50:50 Saatwicken:Weizen Mischung als Futtermittel für Legehennen. In: Wolfrum S, Heuwinkel H, Reents HJ, Hülsbergen KJ (eds) Ökologischen Landbau weiterdenken - Verantwortung übernehmen, Vertrauen stärken : Beiträge zur 14. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Freising-Weihenstephan, 7. bis 10. März 2017. Berlin: Köster, pp 614-615
  2. Baldinger L (2016) Getreidekeime für Hühner. Bio Land(3):24-25
  3. Böhm H, Weissmann E (2013) Anbautelegramm Saatwicke (Vicia sativa L.). KTBL Heft 100: 34