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Szenarien einer Bioökonomie 2050 - Potenziale, Zielkonflikte, Lösungsstrategien

Projekt

 (c) Thünen-Institut / Michael Welling

Bioökonomie 2050: Potenziale, Zielkonflikte, Lösungsstrategien

Der Wandel unserer gegenwärtigen fossilbasierten Wirtschaftsweise hin zu einer nachhaltigeren biobasierten Ökonomie erfordert eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Um die Bioökonomiestrategie der Bundesregierung erfolgreich umzusetzen, müssen mögliche Zielkonflikte identifiziert und Lösungsvorschläge für Interessengruppen und Bevölkerung entwickelt werden.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Bioökonomie umfasst alle Wirtschaftssektoren, die nachwachsende Rohstoffe erzeugen, be- und verarbeiten, nutzen und damit handeln. Biobasiertes Wirtschaften soll wesentlich dazu beitragen, eine zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen, eine damit einhergehende Entlastung von Klima und Umwelt sowie eine nachhaltige Sicherstellung der Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung zu erreichen.

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, verschiedene Szenarien eines Wandels unserer gegenwärtigen Wirtschaftsweise hin zu einer nachhaltigen "Bioökonomie 2050" zu beschreiben und gesellschaftlich akzeptierte Transformationsprozesse aufzuzeigen. (Politische) Verantwortlichkeiten, Handlungsoptionen und Steuerungselemente  werden dabei identifiziert.

Zielgruppe

Politik, Wirtschaft, Bevölkerung

Vorgehensweise

Ausgehend von der gegenwärtigen Land- und Ressourcennutzung und der Verfügbarkeit sowie Verwendung von Biomasse werden wir gangbare Pfade für die Transformation zu einer bio-basierten Ökonomie entwickeln. Die steigende Nachfrage nach biogenen Ressourcen sowie die davon ausgehenden Effekte (z.B. Mengen-, Preis- und Handelseffekte, Veränderung des CO2-Ausstoßes, Veränderungen im Landschaftsbild, Arbeitsmarkteffekte) fließen in die Analysen ein, um die Potenziale der Bioökonomie, aber auch mögliche Grenzen und Konfliktfelder aufzuzeigen. Wir analysieren Maßnahmen, die diese Konflikte entschärfen (z.B. durch Ertrags- und Effizienzsteigerung, Kaskadennutzung, Nutzung von Rest- und Abfallstoffen) und bewerten sie hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz. Mit Hilfe von Modellanalysen identifizierte Zielkonflikte diskutieren wir in einem mehrstufigen Prozess mit Stakeholdern und Bevölkerung, um Lösungsstrategien sowie Handlungsoptionen zu erarbeiten. 

Innerhalb des Forschungsvorhabens wird ein transdisziplinärer Ansatz verfolgt. Modellbasierte Analysen verschiedener Transformationspfade zu einer biobasierten Wirtschaftsweise werden hierfür mit sozialwissenschaftlichen Untersuchungen zur gesellschaftlichen Akzeptanz verzahnt. 

Daten und Methoden

Entsprechend des transdisziplinären Ansatzes des Forschungsprojektes nutzen wir verschiedene Methoden auf Basis vielfältiger Datenquellen.

Zur Entwicklung der Szenarien der "Bioökonomie 2050" wird der Story-And-Simulation (SAS) Ansatz verwendet, der qualitative, verbale Beschreibungen mit quantitativen, modellgenerierten Informationen inhaltlich verknüpft. Die Methodik wird im Rahmen des Projektes weiterentwickelt, beispielsweise durch die Nutzung neuer Methoden aus dem Bereich der Fuzzy-Logik und der Systemanalyse. Experten und Stakeholder sind in Form von Szenario-Panels wesentliche primäre Akteure im Prozess der Szenarienentwicklung.

Die ökonomischen und ökolgischen Auswirkungen der Szenarien einer zukünftigen Bioökonomie werden mit Modellen quantifiziert. Hierzu bauen wir einen Modellverbund aus LandSHIFT, BENSIM, GFPM und MAGNET auf.

Innovativ ist die Einbindung der Bevölkerung in den Szenarienprozess. Wir entwickeln ein geeignetes Instrument zur Kommunikation der komplexen Modellergebnisse, welches eine Beurteilung durch die Bevölkerung ermöglicht. Dafür werden primäre Daten mittels qualitativer und quantitativer Methoden der empirischen Sozialforschung erhoben. Die Ergebnisse fließen in den Szenarienprozess ein, so dass dieser immer wieder die erforderlichen  Rückkopplungen erfährt, die einen "echten" Dialog-Prozess ausmachen. 

Unsere Forschungsfragen

  • Welche gesellschaftlichen und politischen Prozesse müssen stattfinden, un deb Übergangzu einer hachhaltigen Nutzung von Biomasse in Produktion und Konsum zu stimulieren?
  • Was sind potenzielle Elemente einer nachhaltigen "Bioökonomie 2050" in Deutschland?
  • Wird die globale Verfügbarkeit von Biomasse den Transformationsprozess behindern? Wie wird sich der internatioale Handel von Biomasse entwickeln? Welcher Beitrag zum Klimaschutz ist zu erwarten?
  • Welchen Einfluss wird der Klimawandel auf die Biomasseproduktion, den Wasserhaushalt, die Wasserqualität und damit auf die "Bioökonomie 2050" haben?
  • Steht die zusätzliche Nachfrage nach Biomasse im Widerspruch zu anderen Zielen wie Klimaschutz und Biodiversität? Welche Lösungsstrategien ergeben sich?
  • Wie beurteilen Stakeholder und die Bevölkerung die Zielkonflikte und welche Auswirkungen haben diese auf die Akzeptanzfähigkeit der Transformationsprozesse? Wie müssen die Prozesse gestaltet werden, um gesellschaftlichen Anforderungen und Erwartungen gerecht zu werden?
  • Welche Rolle kommt der Politik in der Gestaltung einer gesellschaftlich akzeptierten Transformation zur "Bioökonomie 2050" zu?

Vorläufige Ergebnisse

Erste Ergebnisse werden bis 2018 erwartet.

Links und Downloads

Nationale Politikstrategie Bioökonomie

Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie 2030

Deutscher Bioökonomierat

www.bioökonomie.de

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

1.2017 - 11.2019

Publikationen zu dem Projekt

Anzahl der Datensätze: 0