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Präferenzen der Verbraucher für Geflügelfleisch in Ghana

Projekt

 (c) Mari

Präferenzen für importiertes Geflügelfleisch in Afrika: Analyse der Verbrauchernachfrage für Ghana

Viele afrikanische Länder importieren große Mengen an gefrorenem Geflügelfleisch aus Übersee, darunter auch aus der EU. Wie sehen die Präferenzen der Verbraucher für Geflügelfleisch aus? Welche Auswirkungen hat dies auf die lokalen Märkte Afrikas, und welche Rolle spielt die EU-Handelspolitik? Für das westafrikanische Ghana gehen Wissenschaftler/innen des Thünen-Instituts für Marktanalyse diesen Fragen nach.

Hintergrund und Zielsetzung

Viele afrikanische Länder importieren große Mengen an gefrorenem Geflügelfleisch aus Übersee. Teile des Fleisches stammen auch aus der EU: Hauptexportdestinationen sind Benin, Südafrika und Ghana. Hauptsächlich exportiert die EU Geflügelteile, die von europäischen Konsumenten wenig nachgefragt werden. Der Trend im Export ist weiterhin steigend ? ebenso wie die öffentliche Kritik daran vor dem Hintergrund der Ernährungssicherung. Wir untersuchen für Ghana, welche Bedeutung der Geflügelhandel mit der EU hat, und welche Auswirkungen auf den lokalen Märkten - insbesondere auf Seite der Konsumenten - zu beobachten sind.

Während auf der Produktionsseite viele Studien existieren, wird die Situation auf der Nachfrageseite, insbesondere die Wirkung auf das Konsumentenverhalten und die Ernährungsgewohnheiten, in Analysen häufig vernachlässigt. Erste Datenauswertungen für Ghana zeigen, dass die Nachfrage nach Geflügelfleisch stark gestiegen ist – nicht zuletzt aufgrund des starken Bevölkerungsanstiegs und der wirtschaftlichen Entwicklung in den vergangenen Jahren. Einzelne Studien deuten zudem darauf hin, dass importiertes Geflügelfleisch bei afrikanischen Verbrauchern nicht alleine wegen des Preises, sondern vor allem wegen der verbrauchergerechten, verzehrfertigen Portionierung und Verpackung beliebt ist. Im Rahmen der Forschungsaktivitäten im Bereich Welternährung wird das Thünen-Institut für Marktanalyse deshalb die tatsächlichen Präferenzen der ghanaischen Verbraucher und deren Beweggründe für Geflügelfleisch vor Ort erfassen.

Vorgehensweise

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und umfasst im Kern zwei Komponenten:

Erstens werden Verbraucher nach dem Kauf von Geflügelfleisch zu ihren Präferenzen, Gewohnheiten und Einstellungen befragt. Der Fokus liegt auf der städtischen Bevölkerung, da importiertes Geflügelfleisch vor allem in städtischen Regionen verkauft wird. Die Befragung wird auf Basis eines standardisierten Fragebogens durchgeführt, der unter Berücksichtigung landesspezifischer Gegebenheiten entwickelt wird. Anhand eines Nachfragemodells werden die Präferenzen der Konsumenten und ihre Gründe für den Kauf von Geflügelfleisch untersucht.

Um die Auswirkungen des Handelsabkommens zwischen der EU und Ghana bzw. den ECOWAS (Economic Community of West African States) abschätzen zu können, werden die Entwicklungen in Produktion und Konsum, im Handel und den Handelspolitiken untersucht.

Unsere Forschungsfragen

  • Wie sehen die Präferenzen der Verbraucher in Ghana für Geflügelfleisch aus?
  • Was sind die Bestimmungsgründe der Nachfrage nach sowohl importiertem als auch lokalem Geflügelfleisch?
  • Wie nehmen Konsumenten in Ghana importiertes Geflügelfleisch wahr?
  • Welchen Einfluss hat dies auf die Ernährungsgewohnheiten der Konsumenten?
  • Welche Auswirkung hat das Handelsabkommen der EU mit den Ländern der ECOWAS auf die Fleischimporte sowie die Produktion in Ghana?

Vorläufige Ergebnisse

Erste Ergebnisse werden 2018 erwartet.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

1.2017 - 11.2019

Publikationen zu dem Projekt

Anzahl der Datensätze: 0