Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Annette Pontillo
Institut für Ökologischen Landbau

Trenthorst 32
23847 Westerau
Telefon: +49 4539 8880 0
ol@thuenen.de



Ferkelnest

Projekt

 (c) Thünen-Institut/Katharina Heidbüchel

Überprüfung von Maßnahmen zur Optimierung der Ferkelnestnutzung im ökologischen Landbau

Um den Anspruch an eine tiergerechte Ferkelerzeugung im Ökologischen Landbau erfüllen zu können, sind Ferkelverluste so gering wie möglich zu halten. Dies kann u.a. durch eine Steigerung der Ferkelnestnutzung geschehen, da auf diese Weise eine Auskühlung der Jungtiere und ein Erdrücken bzw. Treten durch die Sau verhindert werden.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Haltung ferkelnder und ferkelführender Sauen erfolgt im Ökologischen Landbau in Buchten, in denen sich sowohl die Ferkel als auch die Sau frei bewegen können.  Da Sau und Ferkel sehr unterschiedliche Ansprühe an die Umgebungstemperatur haben, wird im Ferkelnest ein im Vergleich zur restlichen Bucht deutlich wärmeres Mikroklima erzeugt. Dies soll die Ferkel vor Auskühlung schützen, die mit frühen Saugferkelverlusten in Verbindung gebracht wird. Außerdem kann es nicht zu Erdrückungsverlusten kommen, solange sich die Ferkel in ihrem, für die Sau nicht zugänglichen, Ruhebereich befinden.

Aus diesem Grund besteht das Ziel dieses Projektes darin, die Bedingungen zu identifizieren, unter welchen das Ferkelnest am meisten aufgesucht wird. Durch Gestaltung dieses Teils der Abferkelbucht sowie durch Managementmaßnahmen soll dessen Nutzung gesteigert werden, um die Saugferkelverluste im geburtsnahen Zeitraum zu reduzieren.

Vorgehensweise

Dazu wird von 2018-2020 an ca. 160 Würfen am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau, Trenthorst, die Wirkung von 8 verschiedenen Maßnahmenkombinationen auf Verhalten, biologische Leistungen, Gesundheitsstatus, Verlustgeschehen und Wirtschaftlichkeit überprüft. Es werden 4 verschiedene Designs des Ferkelnestes (Fußboden- vs. Deckelheizung sowie mit vs. ohne Beleuchtung) mit 2 verschiedenen Managementstrategien (Ferkel während der ersten Fütterungen der Sau nach der Abferkelung  im Ferkelnest einsperren vs. kein Einsperren) kombiniert und verglichen.

Daten und Methoden

Die Würfe werden während der ersten 72 h nach der Geburt mithilfe von Videokameras überwacht, um die Anzahl der Ferkel im Nest sowie deren Ruheorte und –phasen zu ermitteln. Zusätzlich werden allgemeine Leistungsparameter sämtlicher Tiere sowie ökonomische Kennwerte der verschiedenen Maßnahmenkombinationen erfasst.

Mithilfe der aufgezeichneten Daten soll überprüft werden, ob sich im Verhalten der Ferkel, ihrer Entwicklung und in den Tierverlusten Unterschiede zeigen, die auf die Wärmequelle, die Beleuchtung oder das Einsperren im Ferkelnest zurückzuführen sind und ob sich diesbezüglich Wechselwirkungen feststellen lassen.

Als Ergänzung zum Exaktversuch sollen Praxisbetriebe besucht werden, um einen Einblick in den Status Quo der Nutzung des Ferkelnests zu gewinnen. Auf den Betrieben wird die Gestaltung der Abferkelbuchten mit Schwerpunkt Ferkelnester erfasst sowie das Management und der Arbeitsaufwand erfragt. Ein möglicher Zusammenhang zwischen Ferkelnestgestaltung und Ferkelverlusten sowie weiterer Forschungsbedarf können so identifiziert werden.

Vorläufige Ergebnisse

Da das Projekt noch läuft, liegen noch keine Ergebnisse vor.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

5.2018 - 4.2021

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 2817OE014
Förderprogramm: EU - ERA-NET Core Organic Cofund
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 0