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Torfmooskultivierung: Potenziale für Biodiversität und Klimaschutz

Projekt

Durch Torfmooskultivierung werden Bult-Torfmoose als Kultursubstrat für den Gartenbau angebaut. (c) Thünen-Institut/Bärbel Tiemeyer
Durch Torfmooskultivierung werden Bult-Torfmoose als Kultursubstrat für den Gartenbau angebaut. (© Thünen-Institut/Bärbel Tiemeyer)

Großflächige Torfmooskultivierung nach Schwarztorf-Abbau in Niedersachsen: Potenziale für Biodiversität und Klimaschutz

Welchen Beitrag leistet der Anbau von Torfmoosen für die Biodiversität und den Klimaschutz?

Hintergrund und Zielsetzung

Für Land- und Forstwirtschaft sowie Torfabbau entwässerte Moore sind eine starke Quelle von Treibhausgasemissionen. Infolge dessen wird für entwässerte Hochmoore eine nachhaltige Nutzung gesucht, welche einerseits einen Lebensraum für die moortypische Flora und Fauna schafft und andererseits eine THG-Bilanz aufweist, die der naturnaher Hochmoore langfristig sehr nahe kommt. Torfmooskultivierung, d.h. der Anbau von Torfmoosen als Kultursubstrate für den Gartenbau, ist bisher die einzige Hochmoornutzung, die ökologische und ökonomische Ziele zukunftsfähig vereinbaren könnte.

Ziel dieses Forschungsprojektes ist die wissenschaftliche Begleitung der ökonomischen Nutzung von Torfmooskultivierungsflächen. Besonderer Fokus wird auf der Untersuchung von Biodiversität und Treibhausgasemissionen liegen. Es setzt sich aus den Projekten „Großflächige Torfmooskultivierung in Niedersachsen als Folgenutzung nach Schwarztorf-Abbau und ihr Potenzial für Klimaschutz und Biodiversität (KlimDivMoos)“ und „Auswirkungen großflächiger Torfmooskultivierung nach Schwarztorf-Abbau auf Biodiversität und Treibhausgasemissionen (MOOSKULT)“ zusammen. KlimDivMoos (Laufzeit: 01.09.2015 bis 31.12.2018) und MOOSKULT (Laufzeit: 01.10.2016 bis 30.09.2019) werden vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beziehungsweise der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Vorgehensweise

Torfmooskultivierung ist auf Spenderflächen für Torfmoose und ein effektives Wassermanagement angewiesen. Wir untersuchen daher sowohl die Spenderflächen in einem naturnahen Hochmoor als auch Vermehrungsflächen und schließlich die kommerziell genutzten Anbauflächen. Dabei wird durch das Institut für Umweltplanung (Leibniz Universität Hannover) evaluiert, welchen Effekt die Moosentnahme auf die Spenderflächen hat und inwieweit die Kultivierungsflächen Lebensraum für gefährdete Arten (Flora und Fauna) bieten.  

Das Thünen-Team ist für die Messung der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wir werden in den Spenderflächen, den Vermehrungsflächen (inklusiver Bewässerungspoldern) und in den Anbauflächen den Austausch von Kohlendioxid (Netto-Ökosystemaustausch), Lachgas und Methan mit manuellen Hauben messen. Über „Open-Top-Chambers“ werden höhere Temperaturen simuliert, so dass die Resilienz des Systems unter verschiedenen Wassermanagementvarianten evaluiert werden kann. Daneben werden wir mittels einer Isotopenstudie den Weg des frisch sequestrierten Kohlenstoffs beim Sphagnum-Anbau verfolgen.  

Unsere Forschungsfragen

  1. Wie ist die THG-Bilanz der gesamten „moorbasierten“ Produktionskette von Torfmoosen (incl. Spenderflächen, Vermehrungsflächen und Bewässerungspolder)?
  2. Welche Bewässerungsverfahren sind unter dem Aspekt der THG-Minimierung optimal?
  3. Wie resilient gegenüber Klimawandelbedingungen sind Torfmooskultivierungs- und Torfmoosvermehrungsflächen im Vergleich zu naturnahen Flächen?
  4. Wird so viel atmosphärisches Kohlendioxid sequestriert, dass trotz Ernte Torfbildung stattfinden kann?

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesland Niedersachsen
    (national, öffentlich)
  • Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

9.2015 - 8.2019

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 2

  1. Gaudig G, Krebs M, Prager A, Wichmann S, Barney M, Caporn SJM, Emmel M, Fritz C, Graf M, Grobe A, Gutierrez Pacheco S, Hogue-Hugron S, Holzträger S, Irrgang S, Kämäräinen A, Karofeld E, Koch G, Koebbing JF, Kumar S, Oestmann J, et al (2018) Sphagnum farming from species selection to the production of growing media: a review. Mires Peat 20(Article 13):1-30, DOI:10.19189/MaP.2018.OMB.340
  2. Graf M, Bredemeier B, Grobe A, Köbbing JF, Lemmer M, Oestmann J, Rammes D, Reich M, Schmilewski G, Tiemeyer B, Zoch L (2017) Torfmooskultivierung auf Schwarztorf: ein neues Forschungsprojekt in Niedersachsen. Telma 47:109-128