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Auswirkungen der EU-Agrarpolitik auf den Erhalt der Biodiversität des Grünlands

Projekt

Blühende Feuchtwiese (c) Thünen-Institut/Norbert Röder
Für Grünland in FFH-Gebieten wurde im Zuge des Grünlandes ein Umbruchverbot eingeführt. (© Thünen-Institut/Norbert Röder)

Auswirkungen der neuen Rahmenbedingungen der GAP auf die Grünland bezogene Biodiversität

Seit der Agrarreform von 2013 werden neue Instrumente für den Erhalt und den Schutz des Grünlands genutzt. Mit ihrer Hilfe soll der starke Rückgang der Biodiversität in den Agrarlandschaften aufgehalten werden. Eine wichtige Einflussgröße ist dabei der bisher starke Rückgang des artenreichen Grünlands.

Hintergrund und Zielsetzung

Durch steigende Agrarpreise und die zunehmende energetische Nutzung von Biomasse nimmt der Nutzungsdruck auf das Grünland zu. Insbesondere Brachflächen und extensiv genutztes Grünland nehmen ab. Um dem entgegenzuwirken wurde die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU stärker ökologisch ausgerichtet. So ist in Deutschland in den FFH-Gebieten der jeglicher Umbruch von Grünland verboten. Ferner wurde auf europäischer Ebene die Abgrenzung der Flächen erweitert, die Direktzahlungen erhalten können, sodass jetzt auch für einige naturschutzfachlich wertvolle Biotope wie Heiden Direktzahlungen beantragt werden können.

Im Projekt untersuchen wir die daraus resultierenden Wirkungen auf den Naturschutz untersucht. Ferner betrachten wir die Effektivität der eingesetzten Förderinstrumente.

Zielgruppe

Ministerien für Landwirtschaft und für Umwelt, Landwirte, Beratung, amtlicher Naturschutz, Agrarverwaltung, EU-Kommission

Vorgehensweise

Auf Basis der InVeKoS-Daten analysieren wir die Entwicklung der Grünlandfläche und die Nutzungsintensität des Grünlands. Die Analyse berücksichtigt Informationen zu den Standortbedingungen und den landwirtschaftlichen Produktionsstrukturen. Dazu zählen beispielsweise durchgeführte Agrarumweltmaßnahmen, Lage in einem Schutzgebiet, Viehbesatzdichte oder Hangneigung. Die Verknüpfung von Daten des HNV-Monitorings und des Wiesenvogel-Monitorings in Norddeutschland einerseits und der landwirtschaftlichen Landnutzung andererseits macht es möglich, den Einfluss von Veränderungen der Landschaftsmatrix auf diese Zielindikatoren zu quantifizieren und die Hochrechnung dieser Indikatoren auf nationaler Ebene zu verbessern. Darüber hinaus werden durch eine europaweite Analyse erfolgreiche Förderkonzepte identifiziert und untersucht.

Darauf aufbauend wollen wir Empfehlungen zur Weiterentwicklung der landnutzungsrelevanten politischen Regularien und Instrumente formulieren, um den Grünlandschutz zu verbessern.

Daten und Methoden

Auf der Basis von Daten zur Landnutzung und der landwirtschaftlichen Produktion stellen wir die Entwicklung der Grünlandnutzung dar. Dazu werden mit Hilfe von geostatischen Methoden Daten des integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems (InVeKoS), das unter anderem die Bodennutzung und Tierhaltung der Betriebe erfasst, mit weiteren Daten zu Standortbedingungen und Biodiversitätsindikatoren verknüpft. Durch diese Verknüpfung ist es möglich die relevanten Einflussgrößen auf näher zu untersuchen für Änderungen der grünlandbezogenen Biodiversität möglich.

Daneben führen wir Dokumentenanalysen und Interviews durch, um

  • erfolgreiche Beispiele zum Erhalt von Grünland mit hohem Naturwert in anderen EU-Mitgliedsländern darzustellen,
  • eine Einschätzung der Effektivität und Effizienz der neuen Instrumente zum Grünlandschutz aus Sicht der Betriebsleiter und der Verwaltung zu bekommen,
  • zu analysieren unter welchen Rahmenbedingungen der Erhalt von Grünland effizient agrarpolitisch gefördert wird.

Aufbauend auf den gewonnen Erkenntnissen erstellen wir Empfehlungen zur weiteren Reform des Greenings, um in der praktischen Umsetzung eine effizientere Verwendung der Fördermittel im Hinblick auf den Natur- und Umweltschutz zu erzielen.

Unsere Forschungsfragen

  • Wie sind die Unterschiede in den Umfängen der Grünlandflächen zwischen den verschiedenen Datenquellen zu erklären, und welche Flächenrelevanz hat dies?
  • Trägt das Greening zum Schutz des Dauergrünlands bei?
  • Wie wird das Grünland durch Agrarumwelt- und Klimaprogramme geschützt?
  • Welchen Beitrag leisten Ausgleichzahlungen und die Dauergrünlandkulisse zum Erhalt der Grünlandflächen?
  • Resultieren aus der neuen Definition von Grünland positive Effekte auf die biologische Vielfalt landwirtschaftlicher Nutzflächen?
  • Wie verändern sich die Grünlandflächen und Nutzungsintensitäten des Grünlands durch die GAP-Reform und welche Einflüsse sind dabei von Bedeutung?
  • Trägt die Dauergrünlandkulisse zu einer erhöhten Biodiversität in der Agrarlandschaft bei (untersucht am Beispiel der Wiesenvogelbestände in Norddeutschland)?
  • Wie wird Grünland mit hohem Naturwert in anderen EU-Mitgliedsstaaten gefördert?

Vorläufige Ergebnisse

Aus dem Projekt soll ermittelt werden

  • wie sich die Dauergrünlandflächen entwickeln und
  • wie Nutzungsintensitäten mit regionalen Standorteigenschaften und Produktionsstrukturen zusammenhängen.

Außerdem wollen wir Best-Practice-Beispiele zum Erhalt und Schutz von Grünland mit hohem Naturwert (HNV) aus anderen EU-Mitgliedsstaaten darstellen und Empfehlungen für die Anpassung der förderrechtlichen Rahmenbedingungen der GAP auf nationaler und Landesebene ableiten.

Dies beinhaltet auch die Empfehlung für eine bessere Abstimmung zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Biomassenutzung, um verbesserte politische Rahmenbedingungen für den Grünlandschutz zu schaffen.

Links und Downloads

Dachprojekt. Analyse des Greening

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesamt für Naturschutz (BfN)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

11.2015 - 3.2018

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: FKZ 3515 88 0100
Förderprogramm: BMUB - Umweltforschungsplan
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 5

  1. Laggner B, Röder N (2017) Does land fragmentation currently limit grazing in dairy farms in Lower Saxony, Germany? In: Porqueddu C, Franca A, Lombardi G, Molle G, Peratoner G, Hopkins A (eds) Grassland resources for extensive farming systems in marginal lands: major drivers and future scenarios : Proceedings of the 19th Symposium of the European Grassland Federation ; 7-10 May 2017. Sassari: EGF, pp 179-181
  2. Röder N, Laggner B, Osterburg B, Schmidt TG (2016) Grassland: quantification of the environmental services provision. Grassl Sci Europe 21:684-686
  3. Luick R, Röder N (2016) The first pillar of the new CAP - implications for low input grasslands. Grassl Sci Europe 21:603-605
  4. Röder N, Schmidt TG, Osterburg B (2015) Grünland: Mehr als nur Viehfutter. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 6 p, Thünen à la carte 1, DOI:10.3220/CA_1_2015
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 942 KB
  5. Osterburg B, Röder N, Schmidt TG (2014) Grünlandschutz in der GAP : Erfordernisse, Erfahrungen, Erwartungen. Loccumer Prot 2014,05:121-127