Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Annette Pontillo
Institut für Ökologischen Landbau

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Behandelte Saatwickenkörner für Monogastrier

Projekt

 (c) Thünen-Institut/Lisa Baldinger

Einsatz von behandelten Saatwickenkörnern (Vicia sativa L.) als eiweißreiches Futtermittel für Monogastrier im ökologischen Landbau

Die eiweißreichen Körner der Saatwicke enthalten neben wertvollen Nährstoffen auch  verdauungsstörende Stoffe, auf die vor allem Geflügel und Schweine empfindlich reagieren. In diesem Projekt untersuchen wir, ob Behandlungsverfahren wie Keimung und Silierung zu einer Verringerung der negativen Effekte führen.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Saatwicke (Vicia sativa L.) hat wie andere Leguminosen ein positive Wirkung auf die Bodenfruchtbarkeit und ist somit ein wichtiger Bestandteil der Fruchtfolgen im ökologischen Landbau. Aufgrund ihres hohen Gehaltes an Rohprotein liefern die Körner der Saatwicke gleichzeitig ein eiweißreiches Futtermittel. Anders als Wiederkäuer reagieren Monogastrier wie Geflügel und Schweine aber empfindlich auf die in den Saatwickenkörnern enthaltenen verdauungsstörenden Stoffe. Gestützt auf bisherigen Untersuchungen mit verwandten Körnerleguminosen wird vermutet, dass ein Behandlung der Saatwickenkörner deren Gehalt an verdauungsstörenden Stoffen reduziert und ihre Verdaulichkeit an wichtigen Aminosäuren verbessert. Über Fütterungsversuche mit Masthühnern, Legehennen und Mastschweinen wird untersucht, ob mit Hilfe der Behandlungsverfahren Keimung bzw. Silierung eine Veredelung der eiweißreichen Körner der Saatwicke  zu einem hochwertigen Futtermittel für Monogastrier im ökologischen Landbau möglich ist. Ergänzende Anbau- und Verdaulichkeitsversuche erlauben Empfehlungen zum Anbau und liefern bisher fehlende Detailinformationen.

Vorgehensweise

Der erste Fütterungsversuch mit Masthühnern untersucht vier verschiedene Fütterungsvarianten: eine Kontrollration aus praxisüblichen Komponenten, sowie drei Rationen mit Saatwickenkörnern zusammengesetzt aus praxisüblichen Komponenten plus rohe Saatwickenkörner, gekeimte Saatwickenkörner  und silierten Saatwickekörnern. Aufbauend auf den in diesem Versuch gewonnenen Erkenntnissen, wird in einem zweiten Fütterungsversuch die Behandlung mit den besseren tierischen Leistungen ausgewählt (Keimung ODER Silierung) und in drei Mischungsanteilen eingesetzt. Die Untersuchung der vier genannten Fütterungsvarianten erfolgt bei den Legehennen über zwei Durchgänge. Ein vergleichbarer Fütterungsversuch wird mit Mastschweinen während der Vormastperiode durchgeführt. In allen Versuchen werden bei den Tieren neben dem Futterverbrauch verschiedene Leistungsparameter (Entwicklung der Lebendmasse, Legeleistung etc.), tierbezogene Parameter  und das Krankheitsgeschehen der Tiere erfasst.

Neben den Fütterungsversuchen umfasst das Projekt auch dreijährige Anbauversuche, die die Unterschiede zwischen Weizen und Roggen als Gemengepartner für Saatwicken untersuchen. Der Fokus liegt dabei auf dem optimalen Saatstärkenverhältnis, den Erträgen und der Unkrautunterdrückung. Da bisher nur unzureichende Information zu den in Deutschland angebauten Satwickensorten verfügbar sind, werden in den Anbauversuchen 5 verschiedene Sorten angebaut. Proben aus den Anbauversuchen werden zur Herstellung von Modellsilagen und für Keimungsversuche genutzt, um Rückschlüsse auf das Potential der Behandlungsmethoden zu ziehen. Gesammelte Proben aus den Fütterungs- und Anbauversuchen werden auf ihre Nährstoffzusammensetzung und ihren Gehalt an anti-nutritiven Substanzen untersucht. Die analytischen Methoden für letztere müssen dabei erst im Labor des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau in Trenthorst etabliert werden, da sie üblicherweise nicht in kommerziellen Laboren angewandt werden.

Die Verdaulichkeiten der rohen und behandelten Saatwickenkörner werden von den Projektpartnern Freidrich Löffler Institut, Institut für Tierernährung (Mastschweine) und Universität Hohenheim, Institut für Nutztierwissenschaften (Broiler) erhoben.

Vorläufige Ergebnisse

Es liegen noch keine Ergebnisse vor.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

3.2017 - 2.2020

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 2815OE038
Förderprogramm: Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 0