Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Annette Pontillo
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Blaue Lupine konkurrenzstärker machen

Projekt

Versuchsanlage LupiBreed-Versuch im jahr 2015 (c) Thünen-Institut/Vera Springer
Versuchsanlage LupiBreed-Versuch im jahr 2015 (© Thünen-Institut/Vera Springer)

LupiBreed – Erhöhung der Ertragsstabilität und Ertragsleistung bei Süßlupinen als agrarökologisch wertvolle Eiweißpflanzen

Blaue Lupinen besitzen wegen ihrer langsamen Jugendentwicklung nur wenig Konkurrenzkraft gegenüber Unkräutern. Lupinensorten mit höherer Konkurrenzkraft könnten helfen, die Unkrautregulierung zu erleichtern. Wir wollen ein Prüfsystem erarbeiten, das die Unkraut unterdrückende Wirkung für Blaue Lupinen erfasst, bewertet und konkurrenzstarke Zuchtlinien identifizieren hilft.

Hintergrund und Zielsetzung

Im Frühjahr 2015 ist das Verbundprojekt „LupiBreed“ mit dem Ziel gestartet, die Produktivität der Blauen und Gelben Süßlupine im Hinblick auf Kornertrag, Ertragssicherheit und -stabilität sowie die Qualität ihrer Inhaltsstoffe züchterisch zu verbessern. Darüber hinaus soll die enge genetische Basis dieser Fruchtarten durch Einbeziehen pflanzengenetischer Ressourcen verbreitert werden, um ihr Potenzial für die züchterische Weiterentwicklung zu vergrößern. „LupiBreed“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Saatzucht Steinach, des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau und des Julius Kühn-Instituts (Projektkoordination).

In einem weiteren Arbeitspaket forschen wir am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst an vorbeugenden Optionen zur Unkrautregulierung und zur Optimierung des Gemengeanbaus. Dafür erfassen und bewerten wir die Konkurrenzkraft von Sorten bzw. neuen Züchtungslinien gegenüber Unkräutern und Mischungspartnern im Gemengeanbau. Ziel unserer Untersuchungen ist es, bereits bei der Züchtung stärker auf besondere Merkmale wie z. B. Frohwüchsigkeit, Blattmorphologie und Wuchstyp zu selektieren, die den vorbeugenden Pflanzenschutz stärken. So kann der Aufwand der Unkrautregulierung reduziert werden.

Vorgehensweise

In dreijährigen Parzellenversuchen prüfen wir die Konkurrenzkraft von Lupinen, indem wir sie gezielt mit verschiedenen Partnern in unterschiedlichen Saatdichten ausbringen. Hierdurch werden unterschiedlich starke Konkurrenzsituationen geschaffen, sodass wir daraus sowohl die unkrautunterdrückende Wirkung als auch die Eignung zum Gemengeanbau ableiten können.

Im ersten Projektjahr 2015 haben wir die beiden Sorten der Blauen Lupine, Boruta (endständiger Typ) und Boregine (verzweigter Typ), in einem Parzellenversuch am Standort Trenthorst in einer dreifaktoriellen Blockanlage mit drei Feldwiederholungen angebaut. Als Partner bzw. künstliche Unkräuter fungierten die monokotylen Arten Weizen und Hafer sowie die dikotylen Arten Leindotter und ein Gemenge mit „künstlichen Unkräutern“ bestehend aus gleichen Anteilen Raps, Phacelia und Buchweizen. Zusätzlich drillten wir die vier Partner in jeweils vier Saatdichten, um möglichst viele unterschiedliche Konkurrenzsituationen zu schaffen. Als Kontrolle dienten Reinsaaten mit den jeweiligen Sorten der Blauen Lupine, die von Unkraut frei gehalten wurden, sodass eine Konkurrenz gegenüber Beikräutern ausgeschlossen war.

Im zweiten und dritten Versuchsjahr werden wir die aus dem ersten Versuchsjahr erfolgversprechendsten Varianten und Saatdichten der Partner bzw. „künstlichen Unkräuter“ in dem Prüfsystem für acht ausgewählte Prebreeding-Linien testen, wobei die beiden Referenzsorten weitergeprüft werden.

Zu verschiedenen Entwicklungsstadien (Sprossentwicklung, Blüte, Ernte) der Blauen Lupinen beproben wir die Versuchsparzellen. So beernten wir mittels Quadratmeterschnitten die oberirdische Biomasse, die getrennt nach Lupinen, Partnern und Unkraut quantifiziert wird. Ergänzend führen wir eine fachgerechte Beurteilung zur Pflanzenentwicklung, zum Deckungsgrad und zur Wuchshöhe sowie Messungen zur photosynthetisch aktiven Strahlung (PAR) durch.

Vorläufige Ergebnisse

Im ersten Projektjahr konnten wir alle Partner in den jeweiligen Saatdichten erfolgreich etablieren. Dabei ist es uns gelungen, unterschiedliche Konkurrenzsituationen für die Kulturpflanze Lupine zu schaffen.

Leindotter beeinträchtigte die Entwicklung der Lupinen am stärksten. Sie zeigten in diesen Varianten den geringsten Biomasseaufwuchs. Im Vergleich der Partner wuchsen die Leindottervarianten am besten und gleichzeitig die am Standort vorkommenden Unkräuter am schlechtesten. Das Artengemisch aus Raps, Phacelia und Buchweizen führte dagegen zu einem geringen Wachstum, beeinflusste die Entwicklung der Lupinen aber nur wenig. Im Vergleich der beiden angebauten Lupinensorten zeigte sich eine bessere Unkraut unterdrückende Wirkung bei der Sorte Boruta.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

2.2015 - 2.2018

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 2814EPS007
Projektstatus: läuft


Publikationen

Anzahl der Datensätze: 3

  1. Kling C, Böhm H (2017) Ertragsleistung und Unkrautunterdrückungsvermögen von Blauen Lupinen (Lupinus angustifolius) im Gemenge mit ausgewählten Partnern und Saatdichten. Mitt Gesellsch Pflanzenbauwiss 29:26-27
  2. Böhm H (2016) Entwicklung eines Prüfsystems zur Erfassung und Bewertung der Unkraut unterdrückenden Wirkung für Blaue Lupinen. Julius Kühn Arch 452:464-470, DOI:10.5073/jka.2016.452.063
  3. Böhm H (2015) Project "Lupi-Breed": Improving yield potential, yield stability and seed quality of lupins as protein plants : Work package: Weed suppression and intercropping. In: Capraro J (ed) Developing lupin crop into a major and sustainable food and feed source : proceedings of the XIV International Lupin Conference, Milan, Italy 21-26 June 2015. p 133