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Anja Herkner
Institut für Ländliche Räume

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Monitoring Ländliche Räume

Projekt

Ländliche Räume "unter der Lupe" (c) http://publicdomainvectors.org und Thünen-Institut/Stefan Neumeier
Ländliche Räume "unter der Lupe" (© http://publicdomainvectors.org und Thünen-Institut/Stefan Neumeier)

Monitoring Ländliche Räume: Lebensverhältnisse aus Sicht der amtlichen Statistik und der Bevölkerung

Ländliche Räume sind Heimat für etwa 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland – je nachdem, wie dieser Raumtyp genau definiert wird. Dörfer und kleinere Städte prägen ländliche Räume ebenso wie Land- und Forstwirtschaft, eine vergleichsweise geringe Bevölkerungs- und Siedlungsdichte sowie eine lockere Bebauung.

Hintergrund und Zielsetzung

Die amtliche Statistik bietet mittlerweile eine Vielzahl von Indikatoren und Daten, mit denen sich ländliche Lebensverhältnisse darstellen lassen. Dennoch kann deren soziale, wirtschaftliche und siedlungsstrukturelle Vielfalt bislang nur unzureichend erfasst werden. Auch eine einfache Gegenüberstellung von Stadt und Land oder deren Verortung auf einem Kontinuum sind definitorisch unbefriedigend. Nicht zuletzt wissen wir zu wenig darüber, wie die Menschen in ländlichen Räumen ihre Lebensqualität, Alltagssituation und Versorgungslage selbst wahrnehmen und bewerten – und ob unterschiedliche Bewertungen mit unterschiedlichen Typen ländlicher Räume zusammenfallen. Das Monitoring vermittelt ein differenziertes Bild ländlicher Räume in Deutschland und bezieht die Sicht der Bevölkerung in die Darstellung ein.

Vorgehensweise

Das Monitoring besteht aus vier Bausteinen:
1. einer Abgrenzung und, darauf aufbauend, einer Typologie ländlicher Räume, um der Vielfalt dieses Raumtyps in Deutschland gerecht zu werden,
2. einem fortlaufend erweiterten Indikatorenset, das erlaubt, soziale, demographische und wirtschaftliche Entwicklungen ländlicher Räume sowie ihrer Landnutzung zu erfassen und diese
3. internetbasiert kartographisch darzustellen (Landatlas) sowie
4. standardisierten Bevölkerungsbefragungen zur Bewertung ländlicher Lebensqualität unter Anwendung des Verwirklichungschancen-Ansatzes (capability approach).

Daten und Methoden

Das Monitoring greift zum einen auf bestehende Strukturdaten zurück, die in kartographischer Form aufbereitet werden. Dafür nutzen wir vorhandene kleinräumige Daten der amtlichen Statistik aus Bundes- und Länderquellen (v.a. das INKAR-System der Laufenden Raumbeobachtung des BBSR). Auch bilden wir eigene Indizes zur räumlich expliziten Darstellung der sozialen, demographischen und wirtschaftlichen Situation ländlicher Räume und ihrer Landnutzung sowie der diesbezüglichen Veränderungen im Zeitverlauf.

Zum anderen werden Daten zur subjektiven Bewertung ländlicher Lebensverhältnisse neu erhoben. Dafür führten wir 2016 zwei standardisierte Befragungen in ländlichen Räumen durch. Die Allgemeinbefragung richtete sich mit den Themenschwerpunkten Lebensqualität und Daseinsvorsorge unter besonderer Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit an alle Bevölkerungsgruppen ab 18 Jahren. Die Vertiefungsbefragung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) nimmt mit gleicher Themenstellung ausschließlich Familien mit Kindern bis 12 Jahren in den Blick.

Unsere Forschungsfragen

  • Wie lassen sich ländliche Räume in Deutschland analytisch in unterschiedliche Typen gliedern?
  • Wie unterscheidet sich die soziale, demographische und wirtschaftliche Situation und die Landnutzung in den verschiedenen Typen ländlicher Räume?
  • Wie nimmt die Bevölkerung die Lebensqualität und Daseinsvorsorge ländlicher Räume wahr? Wie stellt sich die Thematik der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit in unterschiedlichen Typen ländlicher Räume dar? Welche Probleme und Problemräume lassen sich identifizieren?

Vorläufige Ergebnisse

  • 2016 wurde die Abgrenzung und Typologie ländlicher Räume abgeschlossen und als Thünen Working Paper veröffentlicht.
  • Die regelmäßig ergänzte und aktualisierte Web-Mapping-Applikation (Landatlas) ist öffentlich zugänglich: www.landatlas.de
  • Ergebnisse der Allgemein- und der Vertiefungsbefragung zur Lebensqualität und Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsleben in unterschiedlichen Typen ländlicher Räume werden in einem Thünen Report veröffentlicht.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

Daueraufgabe 7.2015

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Förderprogramm: Bundesprogramm Ländliche Entwicklung
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 5

  1. Osigus T, Neumeier S, Steinführer A, Küpper P, Kreis J (2018) Landatlas : ausgewählte Kartenbeispiele. Berlin: BMEL, 52 p
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 20905 KB
  2. Steinführer A, Osigus T, Küpper P, Neumeier S, Kreis J (2018) Ländliche Räume im Fokus: der Landatlas als neue Informationsplattform. IÖR Schr 76:153-160
  3. Born KM, Steinführer A (2018) Ländliche Räume: Definitionsprobleme, Herausforderungen und gesellschaftlicher Wandel. In: Stein M, Scherak L (eds) Kompendium Jugend im ländlichen Raum. Bad Heilbrunn: Verl Julius Klinkhardt, pp 17-44
  4. Küpper P (2016) Abgrenzung und Typisierung ländlicher Räume. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 53 p, Thünen Working Paper 68, DOI:10.3220/WP1481532921000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 1927 KB
  5. Steinführer A, Osigus T, Küpper P, Neumeier S, Kreis J, Plankl R, Wolff M (2016) Landatlas 2016 : ausgewählte Kartenbeispiele. Berlin: BMEL, 45 p
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 6452 KB