Spessart

Portrait

Aufbruch aus Armut und Sackgasse

Durch die Realteilung der landwirtschaftlichen Betriebe im Erbgang waren die Menschen an die Region gebunden. In den 1950er-Jahren waren 96 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe kleiner als zehn Hektar und lagen damit unter der Betriebsgröße, wovon eine Familie ausschließlich von der Landwirtschaft leben konnte. Die Zunahme der Bevölkerung auf 540 Einwohner im Jahr 1950 in dieser abgelegenen Agrarregion schien die Entwicklung von Spessart mangels außerlandwirtschaftlicher Arbeitsplätze in eine Sackgasse zu führen. Geringe außerlandwirtschaftliche Einkommensmöglichkeiten und die Abgelegenheit der Region im Personenverkehr setzten den Einwohnern enge Grenzen. Die zunehmende individuelle Motorisierung und die Fertigstellung der Autobahninfrastruktur veränderten die regionalen Entwicklungsbedingungen und verstärkten den Pendlerverkehr in die Ballungsräume.

Förderung der dörflichen Entwicklung

Das gemeinsame Gewerbegebiet mit der Nachbargemeinde Kempenich schaffte neue Erwerbsmöglichkeiten vor Ort. Die angesiedelten Unternehmen, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe bieten heute rund 500 Arbeitsplätze. Die Neueröffnung eines Landgasthauses gibt der Gemeinde neue Impulse. Auch die Agrarstruktur hat sich verändert – so gibt es heute sechs landwirtschaftliche Betriebe, darunter drei Haupterwerbsbetriebe, die sich auf Milchviehhaltung spezialisiert haben. Von 2012 bis 2018 wird die Gemeinde vom Dorferneuerungsprogramm des Landes gefördert.  

Auf einen Blick
Teil der Verbandsgemeinde Brohltal in Rheinland-Pfalz, vier Ortsteile
749 Einwohner (Stand 2013)
Mehrzweckhalle, Kinder- und Jugendtreff, Bürgerhaus, Landgasthof, Imbisse, mobile Lebensmittelangebote