Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Annette Pontillo
Institut für Ökologischen Landbau

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Duroc-Anteile

Projekt

 (c) Thünen-Institut für Ökolgischen Landbau

Auswirkungen unterschiedlicher Duroc-Anteile von Endmastherkünften auf Aspekte der Mastleistung sowie Schlachtkörper- und Fleischqualität unter ökologischen Produktionsbedingungen

In der ökologischen Fleischerzeugung wird häufig die Berücksichtigung der Rasse Duroc bei der Produktion von Endmastherkünften gefordert.

Hintergrund und Zielsetzung

Zur Verbesserung des Marktauftrittes und der Fleischqualität in der ökologischen Schweinemast wird die Einkreuzung von Duroc teilweise gefordert, zumindest aber empfohlen. Während diese Maßnahme im Grundsatz positiv auf Fleischfarbe, Tropfsaftverlust und intramuskulären Fettgehalt einwirkt, besteht andererseits die Gefahr erhöhter Verfettung mit geringerer Wertschöpfung für den Landwirt.

Vor diesem Hintergrund wurden unter ökologischen Produktionsbedingungen die Effekte unterschiedlich hoher Duroc-Genanteile im Mastschwein auf Mastleistung, Schlachtkörper- und Fleischqualität geprüft, um eine Empfehlung geben zu können.

Vorgehensweise

Insgesamt wurden auf der Leistungsprüfungsanstalt in Rohrsen 190 Tiere in 2 Durchgängen aufgestallt. Es wurden dabei Mastschweine mit 0%, 25%, 50% und 75% Duroc-Genanteil auf Mastleistung sowie Schlachtkörper- und Fleischqualität untersucht. Die Haltung erfolgte ökokonform in einem Außenklimastall mit eingestreuten Buchten in 14 Gruppen zu je 6 Tieren und je einer Gruppe mit 5 bzw. 4 Tieren. Es wurde eine Futterration aus 100 % ökologischer sowie weitgehend betriebseigener Herkunft eingesetzt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass bei einem auf Schlachtkörperqualität, d. h. im Wesentlichen auf Muskelfleischfülle orientierten Vermarktungsziel nicht mehr als 50 % Duroc-Genanteil im Mastendprodukt enthalten sein sollte. Der Muskelfleischanteil wird mit steigendem Duroc-Genanteil signifikant geringer. Die Gruppe mit 75% Duroc-Genanteil zeigt auch eine deutlich schlechtere Futterverwertung. Mit steigendem Duroc-Genanteil wird der intramuskuläre Fettgehalt signifikant gesteigert. Schon bei einem 25 %-igen Duroc-Genanteil wird die Fleischqualität deutlich positiv beeinflusst, ohne dass die Schlachtkörperqualität leiden muss. Damit besitzt diese Variante ein deutliches Optimierungspotenzial sowohl für den ökonomischen Erfolg des Mästers als auch für die Profilierung von ökologisch erzeugtem Schweinefleisch gegenüber dem Verbraucher. Nur wenn ein Bezahlungs- bzw. Vermarktungssystem klar erhöhte intramuskuläre Fettgehalte und bessere sensorische Eigenschaften honorieren würde, ohne dabei die damit einhergehenden verminderten Schlachtkörperqualitäten mit merklichen Mali zu bestrafen, ließe sich ein 75 %-iger Duroc-Genanteil im Mastschwein und der damit verbundene geringere Fleisch- und höhere Fettanteil im Schlachtkörper rechtfertigen.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

7.2007 - 8.2009

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 06oe103
Förderprogramm: Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 4

  1. Brandt H, Baulain U, Brade W, Lapp J, Weißmann F (2013) Auswirkungen unterschiedlicher Duroc-Genanteile auf die Fleisch- und Fettqualität ökologisch erzeugter Mastschweine. In: Neuhoff D, Stumm C, Ziegler S, Rahmann G, Hamm U, Köpke U (eds) Beiträge zur 12. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau : Ideal und Wirklichkeit: Perspektiven ökologischer Landbewirtschaftung . Berlin: Köster, pp 612-615
  2. Weißmann F (2011) An exemplary view on the influence of genotype and feeding on growth performance, carcass quality, and meat quality in organic pig fattening. Landbauforsch 61(2):75-81
    PDF Dokument 142 KB
  3. Lapp J, Baulain U, Brade W, Brandt HR, Fischer K, Weißmann F (2009) Auswirkungen unterschiedlicher Duroc-Genanteile auf das ökologisch erzeugte Mastschwein. In: Beiträge zur 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau : Werte - Wege - Wirkungen: Biolandbau im Spannungsfeld zwischen Ernährungssicherung, Markt und Klimawandel ; Bd. 2: Tierhaltung, Agrarpolitik und Betriebswirtschaft, Märkte und Lebensmittel. Berlin: Köster, pp 101-104
  4. Brandt H, Lapp J, Baulain U, Brade W, Schön A, Fischer K, Weißmann F (2009) Nicht zu viel Duroc. Bio Land(5):S. 24