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Berichtsmodul Landwirtschaft und Umwelt in den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen

Projekt

Weizenfeld (c) Rainer Sturm_pixelio.de
Erntereifer Weizen (© Rainer Sturm_pixelio.de)

Die Umweltökonomische Gesamtrechnung (UGR) des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist ein Rechenwerk auf der Basis verschiedener Statistiken. Sie zeigt die Wechselwirkung zwischen Wirtschaft und Natur auf.

Ziel unseres Projektes ist, die Ressourcenansprüche der Agrarproduktion, zum Beispiel Energieverbrauch und Umweltbelastungen wie CO2-Emissionen zu berechnen, sowohl insgesamt für die deutsche Landwirtschaft als auch je Produkteinheit, also  zum Beispiel den ´product carbon footprint´ (Treibhausgas-Fußabdruck von Produkten) in kg CO2-Emission je kg Produkt.

Hintergrund und Zielsetzung

Die vielfältigen Umweltbelastungen der Wirtschaft rücken zunehmend ins Blickfeld der Öffentlichkeit und der politischen Entscheidungsträger. So führten beispielsweise die Diskussionen zum Klimawandel und zur Gewässerverschmutzung einerseits zur Bewusstseinsbildung und andererseits zu politischem Handeln. Für viele Umweltfragen gibt es heute nationale und internationale Gesetze und Abkommen mit verbindlichen Zielvereinbarungen. Angesichts weltweit knapper werdender natürlicher Grundlagen stellt sich die Frage, mit wie viel Ressourcenverbrauch und Emissionen die Produktion - beispielweise von Nahrungsmitteln - verbunden ist und welche Folgen unsere Konsumgewohnheiten haben. Um das zu bewerten, werden Methoden der Ökobilanzierung angewendet.

Die Projektergebnisse sollen detaillierte Informationen über die Umweltbelastungen der landwirtschaftlichen Produktion und der hergestellten Produkte geben und zum Beispiel wichtige Emissionspfade aufzeigen.

Vorgehensweise

Im Projekt beschreiben wir die Stoff- bzw. Materialflüsse aus der Umwelt in den Wirtschaftssektor Landwirtschaft und vom Sektor in die Umwelt bzw. in die Weiterverarbeitung der Lebensmittelbranche. Dies geschieht in großen Tabellenwerken. Sie teilen landwirtschaftliche Aktivitäten in 46 verschiedene Produktionsverfahren wie zum Beispiel Weizenanbau und Milchviehhaltung auf. Darin werden nicht nur die physischen Massen dargestellt, sondern auch die monetären Werte ausgewiesen.

Daten und Methoden

Statistiken des Agrarsektors – etwa zur Anzahl gehaltener Nutztiere, zum Ernteertrag von Getreide – inkl. der Vorleistungsbereiche– zum Beispiel Mineraldüngerverkäufe – liefern die wichtigsten Informationen, um die gesamte deutsche Landwirtschaft in einer Tabelle abzubilden. In weiteren Rechenschritten können daraus die gesamten Ressourcenansprüche des Agrarsektors den einzelnen Endprodukten – Getreide, Milch, Fleisch – zugeordnet werden.

Vorläufige Ergebnisse

Im Projekt, das von Destatis finanziert wurde und zurzeit im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung weitergeführt wird, entstanden bisher zwei Projektberichte mit Methodenbeschreibungen und ein Tabellenband mit Ergebnissen für die Berichtsjahre 1991, 1995, 1999, 2003, 2007 und 2010 (Link zu den Berichten auf der Internetseite von Destatis). Insgesamt 24 Tabellen geben für jedes der 46 landwirtschaftlichen Produktionsverfahren Auskunft über ökologische und sozioökonomische Parameter. Dazu gehören etwa Produktionswerte, Arbeitskräfteeinsatz,  physische Einheiten – zum Beispiel Flächennutzung, Stickstoffeinsatz, Energieverbrauch – und komplexe Variablen wie die Intensität der Flächennutzung sowie ausgewählte Angaben zu Produktbelastungen– zum Beispiel kg CO2-Emissionen je kg Milch. Ein Blick auf die Zeitreihen zeigt die Entwicklungen über die Jahre 1991 bis 2010.

Die Ergebnisse ähneln sehr stark den vielfach publizierten Ökobilanzen von Nahrungsmitteln. Jedoch können wir hier erstmals nationale Mittelwerte für die Produktbelastungen ausweisen, die mit den statistischen Rahmendaten für Deutschland konsistent sind.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

1.2010 - 12.2017

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 0