Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Annette Pontillo
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Umwelt- und tiergerechte Schweineausläufe

Projekt

 (c) Thünen-Institut für Ökologischen Landbau

Auswirkungen des Überdachungsgrades und der Einstreumenge eines Schweineauslaufes auf Aspekte des Emissions- und Präsenzverhaltens im Auslauf am Beispiel intakter männlicher Tiere in der Vormast

Die ökologische Tierhaltung erhebt den Anspruch, sowohl tiergerecht als auch umweltverträglich zu sein. Dass beide Ziele in einem bisher nicht befriedigend gelösten Widerspruch stehen, zeigt der Schweineauslauf exemplarisch.

Hintergrund und Zielsetzung

Stallausläufe sollen die Tiergerechtheit fördern. Sie sind im ökologischen Landbau zwingend vorgeschrieben und dürfen nicht vollständig überdacht sein, weil der freie Kontakt zum Außenklima als dem Tierwohl dienlich angesehen wird. Da Tiere im Auslauf aber unweigerlich – ja sogar gewollt – auch koten und harnen, entstehen Emissionen, die ungehindert in die Umwelt entweichen. Diese werden zusätzlich befördert vor allem durch Temperatur, Niederschlag und Sonneneinstrahlung, gerade auch wegen fehlender oder nur unvollständiger Überdachung.

Ziel des Projektes ist, ein Auslaufmanagement zu beschreiben, das die Emissionen minimiert, ohne die Tiergerechtheit signifikant zu beeinträchtigen.

Vorgehensweise

In Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut für Agrartechnologie untersuchen wir an Mastschweinen, wie sich unterschiedliche Überdachungsanteile (0% vs. 100%) auf die Emissionen auswirken sowie auf die Aufenthaltsdauer der Schweine im Auslauf.

Daten und Methoden

In den Ausläufen von vier Buchten mit jeweils zehn Schweinen messen wir während der Vormast gasförmige Emissionen. Dafür beproben wir über einen Zeitraum von einem Monat zweimal wöchentlich die Ausläufe in einem definierten Raster mit einer dynamischen Haube. Sie ist an einen Multigasmonitor auf der Basis photo-akustischer Spektroskopie angeschlossen, der die Konzentration von Ammoniak, N2O, CO2 und Methan online erfasst.

Zusätzlich wird der Verschmutzungsgrad der Auslaufoberfläche ermittelt und einmal wöchentlich werden Mistproben im gerasterten Auslauf zur Laboranalyse genommen. Außerdem erfassen wir über Video die Präsenz der Tiere im Auslauf unter Berücksichtigung des Rasters.

Ergebnisse

Der Versuch ist noch nicht abgeschlossen. Zurzeit werden in den verschieden Jahreszeiten gasförmige Emissionen gemessen sowie Mistproben analysiert.

Die angewandte Methode zur Messung von gasförmigen Emissionen ermöglicht es, die Auslaufoberfläche bezüglich ihres Umwelteffektes differenziert zu beurteilen. Beispielsweise weisen Kotecken deutlich höhere Emissionen auf als wenig verschmutzte bzw. saubere Flächen.

2014 untersuchten wir im Rahmen einer Bachelorarbeit zusammen mit der Universität Rostock die Erfassung der gasförmigen Emissionen auf einem Raster mit Teilflächen im Vergleich zur Gesamt-Messung.

Anzahl der Datensätze: 2

  1. Mielke G, Bussemas R, Clauß M, Linke S, Georg H (2015) Der Auslauf in der ökologischen Schweinemast: Punktuelle Messung von Ammoniakemissionen mit einer dynamischen Haube. In: 12. Tagung: Bau, Technik und Umwelt 2015 in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. Münster: KTBL-Schriften-Vertrieb im Landwirtschaftsverl, pp 329-334
  2. Mielke G, Bussemas R, Clauß M, Linke S, Weißmann F, Georg H (2015) Der Auslauf in der ökologischen Schweinemast: Verschmutzungsverteilung und Ammoniakemissionen. In: Häring AM, Hörning B, Hoffmann-Bahnsen R, Luley H (eds) Beiträge zur 13. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau "Am Mut hängt der Erfolg: Rückblicke und Ausblicke auf die ökologische Landbewirtschaftung". pp 512-515