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Effekte von Handelsabkommen

Projekt

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Auswirkungen bilateraler, regionaler und multilateraler Handelsabkommen

Regionale Handelsabkommen, z.B. TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership), zwischen der EU und den USA, werden kontrovers diskutiert: Die einen sehen im Abbau von Handelsbarrieren einen besseren Marktzugang und höhere Erlöse, andere hingegen verbinden mit einer Öffnung heimischer Märkte den Ausverkauf sozialer und gesundheitlicher Standards.

Hintergrund und Zielsetzung

Das Thünen-Institut für Marktanalyse hat analysiert, wie sich derzeit in der EU diskutierte Freihandelsabkommen mit den USA und Japan auf die europäischen und deutschen Agrarmärkte auswirken können. Der Schwerpunkt der Studie liegt auf dem Abbau der Zölle, d.h. der tarifären Protektion, da laut Aussage der EU-Kommission nichttarifäre Handelshemmnisse wie beispielsweise Hormonfleischimporte aus den USA in TTIP nicht zur Diskussion stehen werden.

Vorgehensweise

Wie Freihandelsabkommen auf Agrarmärkte wirken, lässt sich mit einem internationalen Handelsmodell abschätzen. Dafür nutzen wir zusammen mit Kollegen und Kolleginnen vom agrarökonomischen Forschungsinstitut LEI in den Niederlanden das ökonomische Modell MAGNET (Modular Applied GeNeral Equilibrium Tool). MAGNET bildet die weltweite Ökonomie ab, der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Agrarsektor und die ihm nachgelagerte Verarbeitung. Das Modell eignet sich beispielsweise zur Analyse von Handelsabkommen oder zur Untersuchung von Politiken im Bereich der Biokraftstoffe.

Bevor wir am Modell analysieren, wie sich eine Liberalisierung der Agrarmärkte auswirken kann, stellen wir die Frage, wie hoch der gegenwärtige Außenschutz eigentlich ist. Hieraus lässt sich ableiten, welche Sektoren von einer Liberalisierung besonders stark betroffen wären.

Heute zeigt sich, dass die Zölle im Handel zwischen der EU und den USA bzw. Japan sowohl für Agrarprodukte als auch für verarbeitete Nahrungsmittel besonders hoch sind. Der Außenschutz für Industrieprodukte und sonstige Rohprodukte, wie Kohle und Öl, bewegen sich zwischen einem und vier Prozent. Auffällig hohe Zölle erhebt Japan für verarbeitete Nahrungsmittel, die aus der EU kommen. Dies betrifft besonders Produkte wie Reis, Zucker und Milcherzeugnisse.

Diese Zollsätze pflegen wir in das MAGNET-Modell ein und simulieren, was geschieht, wenn sie gemäß der Handelsabkommen abgeschafft werden. Diese Modellsimulationen erfordern neben den Informationen über die Höhe der Zölle einen umfangreichen Satz an weiteren Daten. Er basiert hauptsächlich auf der GTAP-Datenbank, die aus 135 Ländern bzw. Regionen und 57 Sektoren bzw. Produkten besteht. Ihre wichtigsten Grundlagen sind Input-Output-Tabellen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Diese bilden Produktionskosten einzelner Sektoren ab, ebenso wie die Güter und Dienstleistungen auf heimischen und internationalen Märkten verwendet werden. Zusätzlich greifen wir auf Daten der Internationalen Energie Agentur (IEA), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Weltbank und des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten (USDA) zurück.

Vorläufige Ergebnisse

Die Ergebnisse sind im Thünen Working Paper 17 (Link: literatur.ti.bund.de/digbib_extern/dn053253.pdf) nachzulesen: Pelikan, Janine; Banse, Martin (2014) Auswirkungen regionaler Freihandelsabkommen auf deutsche und europäische Agrarmärkte. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 26 Seiten, deutsch

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

Daueraufgabe 1.2001 - 12.2025

Publikationen zu dem Projekt

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Pelikan J, Banse M (2014) Auswirkungen regionaler Freihandelsabkommen auf deutsche und europäische Agrarmärkte. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 26 p, Thünen Working Paper 17, DOI:10.3220/WP_17_2014
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