Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Kerstin Martens
Institut für Betriebswirtschaft

Bundesallee 63
38116 Braunschweig
Telefon: +49 531 596 5102
Fax: +49 531 596 5199
bw@thuenen.de


Können sich neue Technologien im Blumenkohl- und Brokkolianbau durchsetzen?

Projekt

Brokkoli (Brassica oleracea var. italica) (c) Thünen-Institut/Thomas Lindemann
Brokkoli (Brassica oleracea var. italica) (© Thünen-Institut/Thomas Lindemann)

Betriebsorientierte Bewertung - Adoptionspotenziale AgroClustEr: WeGa - Produkt und Produktionssicherheit hochintensiver Pflanzenproduktion (Arbeitspaket 4.4)

In der Forschung werden zukunftsorientierte, technologische Ansätze verfolgt, um die Sicherheit von Produktionssystemen und Produkten im Gartenbau zu erhöhen. Wir stellen die Frage, ob derartige Technologien tatsächlich Eingang in die gartenbaulichen Betriebe finden werden.

Hintergrund und Zielsetzung

Technische Neuerungen werden nur dann in gärtnerischen Betrieben eingeführt, wenn sie rentabel sind. Zudem ist das Risiko solcher Neuerungen von erheblicher Bedeutung. Unser Projekt untersucht daher die Rentabilität und das betriebswirtschaftliche Risiko von Investitionen in ausgewählte neue Technologien, die von WeGa-Netzwerkpartnern entwickelt werden.

Vorgehensweise

Wir modellieren Produktionsverfahren für Blumenkohl und Brokkoli in Deutschland als typische Produktionssysteme. Das ermöglicht eine Analyse von Produktionskosten und Rentabilität. Auf dieser Grundlage simulieren wir die Einführung neuer Technologien, ermitteln deren Rentabilität und das betriebswirtschaftliche Risiko.

Daten und Methoden

Die Daten zur Beschreibung der aktuellen Produktionssysteme haben wir durch Befragungen von Betriebsleitern in den wichtigsten Anbauregionen Deutschlands: Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein erhoben. Anhand von Forschungsergebnissen und Experteneinschätzungen beschreiben wir die neuen Technologien und deren Auswirkungen auf die betriebliche Praxis. Für die Analyse entwickeln wir ein stochastisches Simulationsmodell, das auf das Monte-Carlo-Verfahren aufbaut. Das Modell erlaubt es, die Rentabilität von Investitionen zu ermitteln, indem es Verteilungen für die wichtigsten, die Rentabilität beeinflussenden Parameter aufzeigt. Das betriebswirtschaftliche Risiko der Investitionen wird über stochastische Simulationsrechnungen explizit berücksichtigt. Als Maßstab wird die Produktion mit der aktuell in Deutschland eingesetzten Technologie herangezogen. Durch die Rückkopplungen mit den WeGa-Netzwerkpartnern ist es möglich, die dortigen Innovationen nach betriebswirtschaftlichen Kriterien voranzutreiben.

Ergebnisse

Vier Betriebsgrößenklassen im Blumenkohl- und Brokkoli-Anbau wurden ermittelt: sehr groß (mehr als 40 ha), groß (unter 40 ha bis mehr als 20 ha), mittel (unter 20 ha bis mehr als 10 ha) und klein (unter 10 ha). Größere Produzenten erzielen in der Regel höhere Hektarerlöse. Dies ist darin begründet, dass die durchschnittliche Anzahl abgesetzter Köpfe pro ha mit wachsendem Produktionsumfang steigt, was sowohl auf den besseren Marktzugang als auch auf die höhere Produktionsintensität zurückzuführen ist. Auch können die Betriebe mit steigendem Produktionsumfang im Mittel höhere Preise am Markt erzielen. Auf der Kostenseite kann bei heutigem Wissensstand noch kein eindeutiger Trend zu Skaleneffekten identifiziert werden, da die mittleren maschinenfreien Kosten bei den großen und mittleren Produktionssystemen am geringsten ausfallen. Die höheren Hektarkosten der sehr großen Produzenten können durch eine höhere Produktionsintensität, die der kleinen Produzenten durch die ineffizienteren Produktionssysteme erklärt werden.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

11.2011 - 7.2015

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 5

  1. Lindemann T, Dirksmeyer W (2015) Ökonomik der Blumenkohlproduktion in Deutschland. Thünen Rep 22:149-156
  2. Lindemann T, Dirksmeyer W (2015) Typical cauliflower production systems in Germany. Acta Hortic (Wageningen) 1103:197-202, DOI:10.17660/ActaHortic.2015.1103.29
  3. Lindemann T, Dirksmeyer W (2014) Produktionsökonomik des Blumenkohlanbaus in Deutschland. DGG-Proc : Short Comm 4(7):1-5
  4. Lindemann T, Dirksmeyer W (2013) Adoptionspotenziale neuer Technologien im Gartenbau. In: 48. Gartenbauwissenschaftliche Jahrestagung : Kurzfassung der Vorträge und Poster ; Bonn,27. Februar - 2. März 2013. Deutsche Gartenbauwissenschaftliche Gesellschaft, p 61
  5. Lindemann T (2012) Adoptionspotenzial von neuen Technologien zur verbesserten Terminierung gartenbaulicher Produktionsprozesse. In: 3. WeGa-Workshop : "Erste Ergebnisse aus den WeGa-Projekten" ; 5. Sept. 2012 ; Humboldt Universität zu Berlin . Hannover: WeGa, p 28