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ICON-Projekt: Wie Schadstoffe auf die Nordsee wirken

Projekt

 (c) Thomas Lang

Wie wirken Schadstoffe auf den Umweltzustand des Meeres? Das untersuchen Wissenschaftler des Thünen-Instituts für Fischereiökologie in dem internationalen Projekt ICON (Integrated assessment of the impact of contaminants on the North Sea ecosystem). Dazu testen sie auch, ob sich die angewendeten Untersuchungs- und Bewertungsmethoden für ein nordseeweites Überwachungsprogramm eignen.

Hintergrund und Zielsetzung

Die regionalen Meeresschutzkonventionen (OSPAR, HELCOM) und die EU-Meerestrategie-Richtlinie (MSRL) sehen die Überwachung der Meeresumwelt vor, um sie vor anthropogenen Schadstoffen und deren nachteiligen biologischen Wirkungen zu schützen. Für diese Zwecke werden bereits seit langer Zeit unter Beteiligung des Thünen-Instituts für Fischereiökologie chemische und biologische Methoden zum Nachweise der Schadstoffe und ihrer biologischen Effekte entwickelt, die bereits erfolgreich in nationalen und internationalen Programmen eingesetzt werden. Dieses geschah in der Vergangenheit allerdings nicht in koordinierter und integrierter Weise, was eine großräumige Bewertung des Meeresumweltzustandes erschwerte. Auf Initiative des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) und der Oslo und Paris Kommission für den Schutz der Meeresumwelt des Nordatlantiks (OSPAR) entwickelten Experten Konzepte und Strategien für eine integrierte chemische und biologische Schadstoffüberwachung und -bewertung. Ihre Eignung wird im Rahmen des ICON-Projektes am Beispiel der Nordsee getestet. Dafür haben Experten aus Instituten der Anrainerländer der Nordsee ein Konsortium gebildet, das die Untersuchungen plante, Probenahme an der Küste und an Bord von Forschungschiffen organisierte und die Daten nun auswertet. Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende 2014 abgeschlossen sein.      

Vorgehensweise

Im ICON-Projekts untersuchen Wissenschaftler in einem integrierten Ansatz die Schadstoffbelastung der Nordsee und ihre biologischen Effekte auf Fische, Muscheln und Schnecken der Nordsee und einiger Vergleichsgebiete (Ostsee, Island, Englischer Kanal). Die Proben wurden 2008 während einer Reihe von Forschungsreisen mit Forschungsschiffen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden genommen. Das Thünen-Institut für Fischereiökologie FI beteiligte sich auf zwei Reisen auf dem Forschungsschiff Walther Herwig III an der Probenahme und leitete die Untersuchungen zu Fischkrankheiten und deren Datenauswertung.

Unsere Forschungsfragen

Wie ist der Umweltzustand der Nordsee in Bezug auf anthropogene Schadstoffe und ihre biologischen Wirkungen?

Welche Methoden des biologischen Effektmonitorings sind geeignet für ein integriertes chemisches und biologisches Überwachungsprogramme in der Nordsee?

Lassen sich die von ICES und OSPAR vorgeschlagenen Bewertungsinstrumente und -kriterien am praktischen Beispiel der Nordsee anwenden?

Ergebnisse

Methoden zur integrierten Überwachung und Bewertung von Schadstoffen und ihren biologischen Effekten für Fische und Muscheln in der Nordsee und Vergleichsgebieten (westl. Ostsee, Island) wurden entwickelt und getestet. Für ein nordseeweites Monitoring eignet sich ein integrierter Ansatz, das heißt die parallele Messung von Konzentrationen prioritärer Schadstoffe und von deren  biologischen Effekten. Letztere sollten molekulare und zelluläre Reaktionen sowie Effekte auf der Ebene von Individuen und Populationen umfassen. Die Auswertung der Daten sowie die Publikation der Ergebnisse werden derzeit abgeschlossen.

Thünen-Ansprechpartner


Zeitraum

5.2007 - 12.2014

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen