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Sozio-ökonomische Effekte von Managementmaßnahmen der reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik (SOCIOEC)

Projekt

Fischerei und verschieden Interessensgruppen (c) Thünen-Institut/SF
(© Thünen-Institut/SF)

Wie lassen sich ökonomische Ziele der Fischwirtschaft und Lösungen für zukünftiges Fischereimanagement auf regionaler Ebene vereinbaren? Wissenschaftler verschiedener Disziplinen bemühen sich in diesem Projekt, gemeinsam mit Interessenvertretern, um neue Lösungswege.

Hintergrund und Zielsetzung

SOCIOEC ist ein interdisziplinäres Projekt, das Wissenschaftler verschiedener Disziplinen mit Vertretern der Fischereiwirtschaft und weiterer wichtiger Interessengruppen zusammenbringt, um Lösungen für zukünftiges Fischereimanagement auf regionaler Ebene zu erarbeiten. Das zentrale Konzept ist, Maßnahmen zu entwickeln, die mit den übergeordneten Nachhaltigkeitszielen der EU übereinstimmen und möglichst von allen Interessengruppen akzeptiert werden können. In einem ersten Schritt wollen wir kohärente und in sich konsistente Managementziele für die drei Nachhaltigkeitsbereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales erarbeiten. Diese Ziele sollen auch mit den Zielen der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP), Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL) und anderer EU Richtlinien konsistent sein. Zusätzlich sollen sie aber auch der größeren Interessensvertreter-Gemeinschaft verständlich sein und deren Zustimmung erhalten. Deshalb werden wir im Verlauf des Projektes eine Anzahl potentieller Managementmaßnahmen vorschlagen, die auf existierenden oder neuen Ansätzen beruhen. Im zweiten Schritt werden wir Anreize analysieren, diese Maßnahmen einzuhalten. Im Besonderen erfragen wir dazu die Reaktionen der Fischer auf bestimmte Maßnahmen und ihre Meinung dazu direkt bzw. ermitteln sie durch Analyse vorliegender Studien. Unser Projekt wird auch untersuchen, wie das Managementsystem insgesamt so geändert werden kann, dass die Fischer neu eingeführte Maßnahmen besser akzeptieren als in der Vergangenheit. Wichtig wird dabei auch sein, wie übergeordnete Ziele auf lokale und regionale Gegebenheiten übersetzt werden. Als dritten Schwerpunkt wird das Projekt die sozio-ökonomischen Auswirkungen dieses Prozesses bzw. der Managementmaßnahmen untersuchen. Diese integrierte Folgenabschätzung wird die Managementmaßnahmen im Hinblick auf Effektivität, Effizient und Kohärenz evaluieren. Besondere Aufmerksamkeit verwenden wir dabei erneut auf die Analyse, wie die vorgeschlagenen neuen Managementmaßnahmen auf die zuvor definierten generellen und spezifischen ökologischen Ziele wirken.

Zielgruppe

Politik, Wirtschaft & Verbände, Wissenschaft, Öffentlichkeit

Vorgehensweise

Das Projekt ist in sieben größere Arbeitspakete (WP) aufgeteilt: WP 1 beinhaltet das Projektmanagement und wird vom Thünen-Institut für Seefischerei als Projektkoordinator geleitet; WP 2 liefert präzisiere Nachhaltigkeitsziele insbesondere im Bereich Ökonomie und Soziales; WP 3 analysiert Anreizsysteme in Fischereimanagementmaßnahmen (vergangene, existierende und zukünftige); In WP 4 werden die Möglichkeiten der neuen Fischereipolitik im Hinblick auf eine Regionalisierung der Entscheidungsstrukturen und Einbindung von Interessensvertretern analysiert; WP 5 enthält qualitative und quantitative Folgenabschätzungen für Fischereimanagementmaßnahmen, insbesondere der neuen GFP; WP 6 koordiniert die Arbeit in den Fallstudien (Ostsee, Nordsee, Gewäser westlich der britischen Inseln, Gewässer westlich von Spanien, Mittelmeer und Schwarzem Meer, pelagische Bestände der EU und bestimmte Nicht-EU Fischereien); WP 7 organisiert die Treffen mit Interessensvertretern, technische Unterstützung z.B. in Form der Internetseite und Weitergabe der Ergebnisse.

Daten und Methoden

Qualitative sowie quantitative Daten, meistens ökonomische und soziale Daten, die direkt im Projekt erhoben werden oder aus der europäischen Datenerhebung (DCF) zur Verfügung stehen. Modellierung mit bio-ökonomischen, bzw. flottendynamischen Modellen wie Fishrent, IBM, FCube, qualitative Datenerhebung durch Interviews, Leitfaden-Interviews, Fokusgruppen und Workshops.

Unsere Forschungsfragen

Wie können wir die Methoden zur Politikfolgenabschätzung bei Fischereimanagementmaßnahmen verbessern?

Ergebnisse

Die wichtigsten Endergebnisse sind:

  • eine Liste von übergeordneten Nachhaltigkeitszielen, speziell für soziale und ökonomische Nachhaltigkeit, die große Akzeptanz bei den Interessengruppen findet
  • eine erste umfassende rechtliche Analyse der Möglichkeiten zur Regionalisierung und des Einbezugs von Interessengruppen in der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP)
  • eine erste fast komplette Auflistung aller geltenden Fischereimanagementmaßnahmen in den regionalen Meeresgebieten der EU
  • Einblicke in die Anreizstruktur bestehender Managementmaßnahmen
  • Folgenabschätzungen für neue Instrumente der reformierten GFP insbesondere auch der neuen Anlandepflicht

Links und Downloads

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

3.2012 - 2.2015

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 289192
Förderprogramm: EU – FP7 – Thematic Priority "Food, Agriculture and Fisheries, and Biotechnology"
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 10

  1. Goti-Aralucea L, Fitzpatrick M, Döring R, Reid D, Mumford J, Rindorf A (2018) "Overarching sustainability objectives overcome incompatible directions in the Common Fisheries Policy". Mar Policy 91:49-57, DOI:10.1016/j.marpol.2018.02.006
  2. Marchal P, Andersen JL, Aranda M, Fitzpatrick M, Goti L, Guyader O, Haraldsson G, Hatcher A, Hegland TJ, Le Floc'h P, Macher C, Malvarosa L, Mardle S, Murillas A, Nielsen JR, Sabatella R, Smith AD, Stokes K, Thoegersen T, Ulrich C (2016) A comparative review of fisheries management experiences in the European Union and in other countries worldwide: Iceland, Australia, and New Zealand. Fish Fisheries 17(3):803-824, DOI:10.1111/faf.12147
  3. Döring R, Goti L, Fricke L, Jantzen K (2016) Equity and ITQs: About fair distribution in quota management systems in fisheries. Environ Values 25(6):729-749, DOI:10.3197/096327116X14736981715742
  4. Vos BI de, Döring R, Aranda M, Buisman EF, Frangoudes K, Goti L, Macher C, Maravelias CD, Murillas-Maza A, Valk O van der, Vasilakopoulos P (2016) New modes of fisheries governance: implementation of the landing obligation in four European countries. Mar Policy 64:1-8, DOI:10.1016/j.marpol.2015.11.005
  5. Simons SL, Döring R, Temming A (2015) Combining area closures with catch regulations in fisheries with spatio-temporal variation: Bio-economic implications for the North Sea saithe fishery. Mar Policy 51(1):281-292, DOI:10.1016/j.marpol.2014.08.017
  6. Simons SL, Döring R, Temming A (2015) Modelling fishers' response to discard prevention strategies: the case of the North Sea saithe fishery. ICES J Mar Sci 72(5):1530-1544, DOI:10.1093/icesjms/fsu229
  7. Simons SL, Bartelings H, Hamon KG, Kempf A, Döring R, Temming A (2014) Integrating stochastic age-structured population dynamics into complex fisheries economic models for management evaluations: the North Sea saithe fishery as a case study. ICES J Mar Sci 71(7):1638-1652, doi:10.1093/icesjms/fsu049
  8. Nielsen JR, Ulrich C, Hegland TJ, Voss Bde, Thoegersen T, Bastardie F, Goti L, Eigaard OR, Kindt-Larsen L (2013) Critical report of current fisheries management measures implemented for the North Sea mixed demersal fisheries. Charlottenlund: National Institute of Aquatic Resources, 82 p, DTU Aqua Rep 263
  9. Kraus G, Döring R (2013) Die Gemeinsame Fischereipolitik der EU: Nutzen, Probleme und Perspektiven eines pan-europäischen Ressourcenmanagements. Z Umweltrecht(1):3-9
  10. Döring R, Goti L (2012) SOCIOEC – Socio-economic effects of management measures of the future CFP – overview on a new European FP 7 project. In: IIFET 2012 Tanzania Proceedings. pp 1-12