Stellvertretende Institutsleitung

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Anna Frerck
Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie

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Wie wirtschaftlich ist es, Holz zu verbrennen?

Projekt

 (c) aid infodienst/P. Meyer

Analyse der ökonomischen Aspekte der energetischen Holznutzung

Die energetische Nutzung von Holz hat im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen, angetrieben vom Erneuerbare Energien Gesetz, aber auch von steigenden Preisen für fossile Energieträger. Inzwischen konkurrieren stoffliche und energetische Nutzung heftig um den Rohstoff. Was ist wirtschaftlicher? Wie hoch ist die Bruttowertschöpfung der energetischen Nutzung von Holz in Deutschland?

Hintergrund und Zielsetzung

Der deutlich verschärfte Wettbewerb um den Rohstoff Holz hat einen Anstieg der Rohholzpreise hervorgerufen.  Bei den stofflichen Verwertern – hier vor allem der Holzwerkstoffindustrie – kam es zu Engpässen bei der Versorgung und zum Teil zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten haben die stofflichen Verwerter dazu veranlasst, eine Kaskadennutzung von Holz mit der Begründung zu fordern, dass durch die stoffliche Nutzung eine weit höhere Wertschöpfung zu erzielen sei als mit der direkten Verbrennung von Rohholz. Dies erscheint nachvollziehbar, allerdings sind bisher keine Angaben über die Bruttowertschöpfung veröffentlicht worden, die mit der energetischen Nutzung von Holz erzielt wird. Ziel unserer Untersuchung ist es daher, diese zu beziffern.

Vorgehensweise

Die energetische Nutzung von Holz ist statistisch noch nicht differenziert genug erfasst. Das kann nicht zufriedenstellen, denn eine sektorale Betrachtung der energetischen Nutzung von Holz ist deshalb nicht möglich. Wir betrachten ausgewählte, von der Rohholzgewinnung bis zur energetischen Nutzung reichende Wertschöpfungsketten. Für jede dieser Ketten berechnen wir die Bruttowertschöpfung, bezogen auf einen Festmeter eingesetztes Rohholz. Diese Vorgehensweise ist unüblich, aber bewusst gewählt, da vor allem von Wirtschaftsverbänden, aber auch im politischen Raum mit der pro Festmeter erzielten Wertschöpfung argumentiert wird, um die Vorzüge der stofflichen vor der energetischen Nutzung von Holz darzustellen.

Daten und Methoden

Um möglichst große Repräsentativität zu gewährleisten, bewerten wir die mengenmäßig wichtigsten Energieholzsortimente und die für diese Sortimente typischen Verbrennungstechnologien. Bewertungszeitraum ist grundsätzlich das Jahr 2005. Es wird aber - wo erforderlich - auch auf Daten anderer Jahre zurückgegriffen.

Ergebnisse

Mit dieser Untersuchung sind erstmals Abschätzungen zur Bruttowertschöpfung der energetischen Holznutzung in Deutschland veröffentlicht. Sie beziehen sich auf die - nach eingesetzter Holzmenge - wichtigsten Wertschöpfungsketten.  Lediglich Schwarzlauge ist ausgenommen. Ein Vergleich zeigt, dass die mit energetischer Nutzung von Holz zu erzielende Bruttowertschöpfung je nach Verwendung schwankt. Der mittlere Wert liegt bei 50 € pro Festmeter eingesetzten Rohholzes. Mit rund 70 € pro Festmeter liegen die Ausnahmen - Scheitholzverwendung im Hausbrand und Hackschnitzelverwendung im Heizkraftwerk - deutlich darüber, die Hackschnitzelverwendung im Heizwerk mit rund 34 € pro Festmeter deutlich darunter. Da es sich bei dieser Untersuchung nicht um eine Sektor-, sondern um eine Analyse der Wertschöpfungsketten handelt, lassen sich basierend auf dieser Studie keine Aussagen über die Gesamtwertschöpfung der energetischen Nutzung von Holz in Deutschland machen.

Thünen-Ansprechpartner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

1.2000 - 3.2013

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Schweinle J (2012) Wertschöpfungsanalyse der energetischen Nutzung von Holz. Hamburg: vTI, 34 p, Arbeitsber Inst Ökon Forst Holzwirtsch vTI 2012/02
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