Rote Liste Fische

Projekt

Das Thünen-Institut für Ostseefischerei führt derzeit drei verschiedene Grundschleppnetz-Surveys zu unterschiedlichen Jahreszeiten durch: BITS (Quartal 1 & 4) , BaltBox (Quartal 2) und CoBalt (Quartal 2) –Surveys (c) Thünen-Institut/Annemarie Schütz
Das Thünen-Institut für Ostseefischerei führt derzeit drei verschiedene Grundschleppnetz-Surveys zu unterschiedlichen Jahreszeiten durch: BITS (Quartal 1 & 4) , BaltBox (Quartal 2) und CoBalt (Quartal 2) –Surveys (© Thünen-Institut/Annemarie Schütz)

Erfassung gefährdeter Fischarten in der Ostsee.

Als Beitrag zum Artenschutz von Meeresfischen in den deutschen Gewässern untersuchen wir mit wissenschaftlichen Methoden, ob bestimmte Fischarten so stark abnehmen, dass ihr Weiterbestehen gefährdet ist.

Hintergrund und Zielsetzung

Neben Fragen der Nutzung mariner Fischbeständen erfassen wir auch die langfristigen Veränderungen der Fischfauna in Meeresgebieten. Als Beitrag zum Artenschutz von Meeresfischen in den deutschen Gewässern untersuchen wir mit wissenschaftlichen Methoden, ob bestimmte Arten so stark abnehmen, dass ihr Weiterbestehen gefährdet ist. Diese Arten werden dann auf einer Roten Liste aufgeführt, damit rechtzeitig Maßnahmen zu ihrer Erhaltung ergriffen werden können.

Vorgehensweise

Eine Grundlage für die Bewertung der Vorkommen in den äußeren Küstengewässern und der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone in der Ostsee waren Daten, die durch das Institut für Ostseefischerei des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI-OSF) im Rahmen nachfolgender Surveys erhoben wurden:

  • Baltic International Trawl Survey (BITS), Grundschleppnetzfischerei im 1. und 4. Quartal seit 1978. Bis 1999 wurde das Heringsgrundschleppnetz HG20 genutzt, seit 2000 wird das Surveytrawl TV3-520 eingesetzt.
  • Baltic International Acoustic Survey (BIAS), pelagische und semipelagische Fischerei im Oktober seit 1992. Bis 1994 wurden unterschiedliche Netze genutzt, seit 1995 wird als Surveytrawl das PSN-388 eingesetzt.
  • Baltic Acoustic Spring Survey (BASS), pelagische Fischerei im Mai seit 1999. Als Surveytrawl wird das PSN-205 eingesetzt.
  • Fischfauna der Oderbucht, seit 1991 Beprobung im September mit einem Aalschleppnetz. Seit 2003 in Kooperation mit der Universität Rostock und zusätzlichem Einsatz einer 2m-Krabbenkurre.
  • Boxensurvey, Grundschleppnetzfischerei im Juni von 2001 bis 2008 mit verschiedenen Grundschleppnetzen.

Daten und Methoden

Die für die Erstellung der Roten Liste analysierten fischereilichen Untersuchungen des vTI-OSF im Ostseeraum umfassen insgesamt 4.369 Hols aus dem Gebiet der Ostsee und des Kattegats im Zeitraum von 1978 bis 2009. Davon entfallen 3.594 Hols (82%) auf den Bereich der Beltsee und der Arkonasee. Die Fänge in den Hols wurden auf eine Schleppzeit von 30 Minuten standardisiert. Für die konkrete Bewertung von Etablierung, Häufigkeit und Trend der Arten wurden die Daten aus der Arkona- und Beltsee genutzt, obwohl das eigentliche Teilbewertungsgebiet nur den südlichen Teil davon umfasst. Die insbesondere durch die Hydrographie geprägte Verteilung der Fischarten und die nur unwesentlichen hydrographischen Gradienten der westlichen Ostsee von Süd nach Nord im Vergleich zu den Gradienten von West nach Ost rechtfertigen aus unserer Sicht dieses Vorgehen.

Vorläufige Ergebnisse

Die Ergebnisse fließen in die Publikationen der Roten Listen ein.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

Daueraufgabe 1.2001 - 12.2018

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Thiel R, Winkler H, Böttcher U, Dänhardt A, Fricke R, George M, Kloppmann MHF, Schaarschmidt T, Ubl C, Vorberg R (2013) Rote Liste und Gesamtartenliste der etablierten Fische und Neunaugen (Elasmobranchii, Actinopterygii & Petromyzontida) der marinen Gewässer Deutschlands. Naturschutz Biol Vielfalt 70(2):11-76

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