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Non-Annex I Wald unter globalem Klimaschutzabkommen

Projekt

 (c) Yvonne Hargita

Umweltauswirkungen von Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) in einem zukünftigen Klimaschutzabkommen

Um die 2-Grad-Obergrenze als Ziel der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) noch einzuhalten, genügt es nicht, Emissionen aus der Industrie und der Energiewirtschaft zu vermindern. Insbesondere die Entwaldung tropischer Regenwälder und nicht nachhaltige Landnutzungen stellen im globalen Maßstab relevante Treibhausgasquellen dar.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention verhandeln aktuell ein neues internationales Abkommen, mit dem sich sowohl Industrie- wie auch Entwicklungsländer verpflichten, ab 2020 auch Treibhausgasemissionen aus Landnutzungsänderungen zu reduzieren. Unser Forschungsvorhaben, das vom Umweltbundesamt gefördert wird, dient der Beratung deutscher Delegierter bei den Verhandlungen. Es umfasst die Zusammenstellung relevanter politischer Instrumente und Ansätze, mit denen sich die Kohlenstoff-Flüsse im Forst- und Holzsektor beeinflussen lassen. In einem neuen internationalen Klimaschutzabkommen wären sie mit direktem Bezug zur Klimapolitik vorstellbar.

Ziel des Projektes ist es somit, die deutsche Bundesregierung fachlich zu unterstützen. Wir wollen – basierend auf bestehenden Regelungen – Optionen für ein Landnutzungsregelwerk zur Berechnung und Anrechnung von Emissionen identifizieren, analysieren und bewerten, die für alle Vertragsstaaten unter dem neuen Klimaschutzabkommen annehmbar erscheinen. Die untersuchten Optionen müssen umweltinteger, technisch machbar und politisch umsetzbar sein. Sie müssen Anreize für den Schutz von Kohlenstoffspeichern und für die Förderung von Kohlenstoffsenken im Bereich der Landnutzung schaffen.

Vorgehensweise

Das Vorgehen ist eng mit aktuellen Entwicklungen unter den UNFCCC-Verhandlungen verknüpft und greift sowohl offizielle Verhandlungsimpulse wie auch informelle Diskussionsinhalte auf. Neben der Auswertung von Verhandlungsstandpunkten der Vertragsstaaten und Veröffentlichungen relevanter Player, erstellen wir eigene Berechnungen zur potentiellen Emissionsentwicklung ohne und mit neuem Klimaschutzabkommen. Auf dieser Basis sprechen wir Empfehlungen aus, wie das neue Klimaschutzabkommen auszugestalten sein könnte. 

Daten und Methoden

Während für die Industrieländer umfassende Emissionsdaten aus bestehenden Berichtspflichten (unter anderem Kyoto-Protokoll) vorliegen, ist dies für die Entwicklungsländer nicht der Fall. Hier müssen vorhandene Daten zu Waldbestand und Waldentwicklung, so zum Beispiel von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO (FAO-FRA2010, FAOStat), genutzt werden, um mit bestehenden Berechnungsregeln zurückliegende und zukünftige Emissionen aus Entwaldung näherungsweise zu ermitteln.

Ergebnisse

In Projekt begleitenden Arbeitsgruppen und Zwischenberichten werden wir quantifizieren, wie sich die Anrechnung des Waldes auf CO2-Bilanzen auswirkt, wie dies insbesondere hinsichtlich der erwarteten Umweltwirkung unter anderem auf Biodiversität und „Fairness“ zu beurteilen ist, und welche Optionen somit für eine gemeinsame Anrechnung des Waldes im Landsektor vorgeschlagen werden können.

Links und Downloads

Internationale und EU-Klimapolitik

Klimasekretariat

REDD+ unter UNFCCC

United Nations Forum on Forests

FAO Forest Resources Assessment

Global Forest Watch

 

Thünen-Ansprechpartner


Geldgeber

  • Umweltbundesamt (UBA)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

11.2012 - 2.2015

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 3

  1. Hargita Y, Gerber K, Oehmichen K, Dunger K, Rüter S (2016) Die Umweltauswirkungen der Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) in einem zukünftigen Klimaschutzabkommen : Endbericht [online]. Dessau: Umweltbundesamt, 125 p, Climate Change 2016/32, zu finden in <http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/publikationen/2016-11-15_lulucfpost2020_uba-abschlussbericht_final.pdf> [zitiert am 22.11.2016]
  2. Hargita Y (2015) Assessing the relevance of countries and their capacities for reporting forests under UNFCCC post 2020 : [paper for] XIV World Forestry Congress, Durban, South Africa, 7-11 September 2015. 12 p
  3. Hargita Y (2014) Assessing the relevance of countries and their capacities for reporting forests under UNFCCC. Hamburg: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 49 p, Thünen Working Paper 36, DOI:10.3220/WP_36_2014
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