Institutsleitung

Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Anja Herkner
Institut für Ländliche Räume

Bundesallee 64
38116 Braunschweig
Telefon: +49 531 596 5501
Fax: +49 531 596 5599
lr@thuenen.de


Wie erreichbar sind Einrichtungen der Daseinsvorsorge in unterschiedlichen Regionen?

Projekt

Heat Map - PKW- und fußläufige Erreichbarkeit öffentlicher Apotheken (c) Thünen-Institut/Stefan Neumeier
Heat Map - PKW- und fußläufige Erreichbarkeit öffentlicher Apotheken (© Thünen-Institut/Stefan Neumeier)

Analyse der regionalen Erreichbarkeit ausgewählter Einrichtungen der Daseinsvorsorge

Aktuell konzentrieren sich Infrastrukturen der Daseinsvorsorge in Städten und Ballungsräumen. Bedeutet das in der Praxis aber wirklich eine Unterversorgung in ländlichen Regionen?

Hintergrund und Zielsetzung

Infrastrukturen zur Daseinsvorsorge decken Bedürfnisse des täglichen Bedarfs und wirken sich auf die Lebensbedingungen der Bürger aus. Allgemein wird davon ausgegangen, dass sich die Lebensbedingungen der Bewohner ländlicher Regionen verschlechtern. Schuld daran sind Abwanderung, demographischer Wandel und die globale Wirtschaftsdynamik die sich wechselseitig beeinflussen. Es wird befürchtet, dass die Konzentration von Daseinsvorsorgeeinrichtungen vor allem in größeren Städten und Ballungsräumen mit der Unterversorgung ländlicher Regionen einhergeht. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt die wohnortnahe Erreichbarkeit ausgewählter Einrichtungen der Daseinsvorsorge in Deutschland. Dies erfolgt u.a. differenziert nach Raumtypen und auf Grundlage einer GIS-Erreichbarkeitsanalyse unterhalb der Gemeindeebene.

Vorgehensweise

Die Erreichbarkeit von Einrichtungen der Daseinsvorsorge wird anhand einer rasterbasierten GIS-Erreichbarkeitsanalyse ermittelt. Das bedeutet, dass über das Analysegebiet ein Vektorraster gelegt wird und dann auf Grundlage der Koordinaten der Rasterzellenmittelpunkte, des Verkehrswegenetzes und der geocodierten Standortdaten der Einrichtungen für jeden Rasterzellenmittelpunkt die kürzeste Straßenentfernung zur nächstgelegenen Standortadresse ermittelt wird. Implizit liegt der Erreichbarkeitsberechnung somit die vereinfachte Annahme zu Grunde, dass von jeder Startadresse (Rasterzellenmittelpunkt) die jeweils nächstgelegene Einrichtung bei Wahl der kürzesten Wegstrecke aufgesucht wird.

Daten und Methoden

Als Referenzraster dienen die als besiedelt identifizierten Rasterzellen des Austrian Institute of Technology Population Density Grids (AIT-GRID) mit einer Rastergröße von 1 km bzw. das EWZ250 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung mit einer Rastergröße von 250 m. Die Standortadressen der zu untersuchenden Infrastrukturen werden von externen Datenanbietern erworben und ggf. über die Adresse georeferenziert. Die Berechnung der Erreichbarkeit erfolgt anhand von Methoden der GIS-Netzwerkanalyse.

Vorläufige Ergebnisse

Bislang liegen deutschlandweit regionalisierte Ergebnisse zur Erreichbarkeit folgender Einrichtungen der Daseinsvorsorge vor:

  1. Straßentankstellen (Basis AIT-GRID)
  2. öffentliche Apotheken (Basis EWZ250)
  3. Supermärkte und Discounter (Basis EWZ250)
  4. ambulante Pflegedienste die Dienstleistungen gemäß SGB XI anbieten (Basis EWZ250)
  5. Erreichbarkeit Zentraler Orte (Basis EWZ250)

Dabei ähneln sich die Ergebnisse der bislang untersuchten Einrichtungen. Tendenziell sind in den ländlichen Räumen längere Wege in Kauf zu nehmen, insbesondere in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und im nordöstlichen Sachsen-Anhalt. Nichtsdestotrotz kann ein Großteil der Bevölkerung die Einrichtungen innerhalb einer maximalen Fahrzeit von 15 Minuten flächendeckend mit dem PKW erreichen. Fußläufig ist eine Erreichbarkeit in maximal 15 Minuten bis auf wenige Ausnahmen nur in den Städten und Verdichtungsräumen gegeben.

Thünen-Ansprechpartner


Zeitraum

1.2012 - 12.2018

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Eintrag 1 - 5 von 10

Anfang   zurück   weiter   Ende

  1. Neumeier S (2016) Accessibility to services in rural areas : the example for petrol service provision in Germany. DISP Planning Rev 52(3):32-49, DOI:10.1080/02513625.2016.1235877
  2. Neumeier S (2016) Regional distribution of ambulant nursing services in Germany : a GIS accessibility analysis. Raumforsch Raumordn 74(4):339-359, DOI:10.1007/s13147-016-0409-4
  3. Neumeier S (2015) Lokale Verteilung Ambulanter Pflegedienste nach SGB XI in Deutschland auf Basis eines rasterbasierten GIS-Erreichbarkeitsmodells. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 81 p, Thünen Working Paper 47, DOI:10.3220/WP1443169744000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 4461 KB
  4. Neumeier S (2015) Regional accessibility of supermarkets and discounters in Germany - a quantitative assessment -. Landbauforsch Appl Agric Forestry Res 65(1):29-46, DOI:10.3220/LBF1439880683000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 15767 KB
  5. Neumeier S (2015) Street petrol station shops as an alternative to missing local food suppliers – Contribution to the German discourse on ‘Daseinsvorsorge’: A German view. Appl Geogr 60:150-164, DOI:10.1016/j.apgeog.2015.03.003

Eintrag 1 - 5 von 10

Anfang   zurück   weiter   Ende