Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Anna Frerck
Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie

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Holzbilanzen

Projekt

 (c) Holger Weimar

Erstellung von "Holzbilanzen" für Deutschland, für die EU und ihre Mitgliedsländer

Der jährliche Holzeinschlag in Deutschlands Wäldern trägt gut ein Viertel zum hiesigen Gesamtaufkommen aller Holzprodukte bei. Die Einfuhren bilden mit über 50 % den größten Posten. Dies zeigen unsere jährlichen Berechnungen zu den Holzbilanzen der Bundesrepublik Deutschland. Woher kommt der Rest?

Hintergrund und Zielsetzung

Unsere Holzbilanzen erfassen Aufkommen und Verwendung aller Holzprodukte. Sie verdeutlichen den Zusammenhang zwischen inländischer Produktion, Außenhandel und Verbrauch und geben Einblicke in die Marktstrukturen und Marktentwicklungen. Sie sind damit eine wichtige Grundlage für Akteure in Politik und Wirtschaft.

Vorgehensweise

Unsere jährlichen Holzbilanzen erfassen auf der Aufkommensseite den inländischen Holzeinschlag, hierzulande anfallendes Altpapier und Altholz und die Holzimporte. Auf der Verwendungsseite stehen die Holzexporte und der Verbrauch im Inland, der rechnerisch als Restgröße ermittelt wird, gegenüber. Veränderungen von Lagerbeständen werden ebenfalls berücksichtigt. Unsere Daten beziehen wir aus der amtlichen Statistik, von Verbänden der Holzwirtschaft und aus wissenschaftlichen Studien. Für den Holzeinschlag verwenden wir für den Zeitraum ab 1995 Daten der Thünen-Einschlagsrückrechnung. Die langen Zeitreihen umfassen Daten ab 1950.

Unter dem Begriff Holz und Produkte auf Basis Holz subsumieren sich sämtliche holzbasierte Rohstoffe sowie Halb- und Fertigwaren. Wir verwenden in unseren Holzbilanzen die Einheit Kubikmeter Rohholzäquivalent (m³(r)). Beim Rohholzäquivalent handelt es sich um eine theoretische Größe, die ausdrückt, wie viel Einheiten Rohholz für die Herstellung einer Einheit der jeweiligen holzbasierten Roh-, Halb- oder Fertigware erforderlich ist. Dabei sind Ausbeuteverluste berücksichtigt.

Vorläufige Ergebnisse

Aufkommen und Verwendung von Holz in Deutschland sind seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950 nahezu kontinuierlich angestiegen von etwa 30 Mio. m³(r) bis aktuell über 270 Mio. m³(r). Dies liegt in erster Linie am Anstieg des Außenhandels mit Holzprodukten. Auf den Außenhandel entfällt derzeit auf beiden Seiten der Holzbilanz jeweils etwa die Hälfte der Bilanzsumme.

Das Bilanzvolumen für das Jahr 2017 berechnet sich auf 266,1 Mio. m³(r). Dies entspricht einem Anstieg von 3,4 % gegenüber 2016. Im Jahr 2018 zeigt sich ein weiterer Anstieg um 2,1 % auf 271,8 Mio. m³(r). Für 2019 ergibt sich nach vorläufigen Angaben des Außenhandels ein Rückgang um 3,0 % auf 263,5 Mio. m³(r).

Der rechnerische Inlandsverbrauch steigt 2017 gegenüber 2016 leicht um 0,8 % an. In den Jahren 2018 und 2019 (vorläufig) berechnen sich Rückgänge um 2,1 % auf 127,4 Mio. m³(r) und um 3,7 % auf 122,7 Mio. m³(r). Im Jahr 2018 entfallen 77,7 Mio. m³(r) des Inlandsverbrauchs auf Holz und 49,6 Mio. m³(r) auf Papier.

Links und Downloads

www.thuenen.de/de/wf/zahlen-fakten/holzbilanzen/

Thünen-Ansprechpartner


Zeitraum

Daueraufgabe 1.2001

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 4

  1. Weimar H (2018) Holzbilanzen 2015 bis 2017 für die Bundesrepublik Deutschland und Neuberechnung der Zeitreihe der Gesamtholzbilanz ab 1995. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 26 p, Thünen Working Paper 101, DOI:10.3220/WP1533821115000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 1337 KB
  2. Weimar H (2016) Holzbilanzen 2013 bis 2015 für die Bundesrepublik Deutschland. Hamburg: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 25 p, Thünen Working Paper 57, DOI:10.3220/WP1463058733000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 1037 KB
  3. Weimar H (2014) Holzbilanzen 2012 und 2013 für die Bundesrepublik Deutschland. Hamburg: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 37 p, Thünen Working Paper 31, DOI:10.3220/WP_31_2014
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 945 KB
  4. Seintsch B, Weimar H (2013) Holzbilanzen 2010 bis 2012 für die Bundesrepublik Deutschland. Hamburg: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 37 p, Thünen Working Paper 9, DOI:10.3220/WP_9_2013
    PDF Dokument 1209 KB